Bachelorarbeit, 2017
195 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Grundlagen und zentrale Begriffe
2.1 Geflüchtete Jugendliche
2.2 Gastfamilien
2.3 Herausforderungen und Belastungen
2.4 Belastungs-Ressourcen-Balance
2.5 Entstehung von Belastungen
3. Methodisches Vorgehen
3.1 Erkenntnisinteresse und Forschungsfrage
3.2 Datenerhebung
3.2.1 Feldzugang
3.2.2 Erhebungsmethode und eigene Anwendung
3.2.3 Selbstreflexion
3.3 Datenauswertung
3.3.1 Grounded Theory
3.3.2 Eigene Anwendung
4. Darstellung der Ergebnisse
4.1 Porträt der Familien
4.2 Übersicht
4.3 Belastungen von Gasteltern
4.3.1 Problematische Rahmenbedingungen
4.3.2 Persönliche Belastungen
4.3.3 Schwierigkeiten des geflüchteten Jugendlichen
5. Analyse der Ergebnisse
5.1 Spezifische Belastungen von Gasteltern
5.2 Professionelle Begleitung
5.3 Organisatorisches
5.3.1 Schule
5.3.2 Volljährigkeit
5.3.3 Trauma
6. Ausblick
Diese Arbeit untersucht die besonderen persönlichen Herausforderungen und Belastungen, mit denen Gasteltern bei der Aufnahme von geflüchteten Jugendlichen konfrontiert sind, um diese für Außenstehende verständlich zu machen und den Unterstützungsbedarf für diese Hilfeform aufzuzeigen.
1. Einleitung
Durch die hohe Zahl neu ankommender Geflüchteter in den Jahren 2015 und 2016 wurden verstärkt Gastfamilien als die das Jugendhilfesystem entlastende Unterbringungsform in den Blick genommen. Das Konzept der Unterbringung in Gastfamilien ist in Deutschland noch sehr jung, in anderen Ländern (z.B. den USA, Frankreich oder den Niederlanden) werden bereits seit längerem geflüchtete Jugendliche in Gastfamilien vermittelt (Betscher, Szylowicki 2017, S. 175). So kommt es, dass aktuelle wissenschaftliche Quellen zu diesem Thema rar sind. Verlässliche Zahlen bezüglich der Anzahl geflüchteter Jugendlichen in Gastfamilien sowie bezüglich der Abbruchquoten dieser Hilfeform existieren bislang nicht.
Die Meinungen und Medienberichte über Gastfamilien reichen von Euphorie und heiler Familienwelt bis hin zur völligen Unmöglichkeit und dem unabwendbaren Scheitern dieser Hilfeform. Es bestehen offensichtliche Unterschiede zur regulären Pflegekinderhilfe (z. B. Alter, Herkunft, Zukunftsperspektive, …), doch wie äußern sich diese im Alltag der Familien? Welche Schwierigkeiten entstehen für die Gasteltern und wie gehen diese damit um? Welche Vermutungen über mögliche Belastungen bestätigen sich und welche Belastungsquellen bleiben von Außenstehenden bisher unbeachtet? Wie können Gastfamilien bestmöglich unterstützt werden, braucht es spezielle Konzepte, Dienste, Methoden oder existieren diese bereits?
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz des Themas Gastfamilien für geflüchtete Jugendliche in Deutschland sowie die Zielsetzung der Arbeit, die persönlichen Herausforderungen der Gasteltern zu beleuchten.
2. Grundlagen und zentrale Begriffe: Definiert zentrale Konzepte wie „geflüchtete Jugendliche“ und „Gastfamilien“ und führt in die theoretische Basis der Belastungs-Ressourcen-Balance ein.
3. Methodisches Vorgehen: Erläutert die Durchführung der qualitativen Interviews, den Feldzugang, die Erhebungsmethodik sowie die Auswertung mittels Grounded Theory.
4. Darstellung der Ergebnisse: Präsentiert die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse und kategorisiert die Belastungsquellen der Gasteltern.
5. Analyse der Ergebnisse: Analysiert und diskutiert die spezifischen Belastungen sowie notwendige professionelle Begleitungsansätze und organisatorische Rahmenbedingungen.
6. Ausblick: Fasst die Kernergebnisse zusammen und bietet Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Gastfamilien und zur Optimierung der Hilfeform an.
Gastfamilien, Geflüchtete Jugendliche, Pflegekinderhilfe, Belastung, Ressourcen, Psychosoziale Unterstützung, Asylverfahren, Interkulturelle Kompetenz, Traumapädagogik, Jugendliche, Volljährigkeit, Soziale Arbeit, Integration, Herausforderungen, Bewältigungsstrategien.
Die Arbeit analysiert die spezifischen persönlichen Belastungen und Herausforderungen, die für Gasteltern entstehen, wenn sie geflüchtete Jugendliche in ihren Haushalt aufnehmen.
Die Themen umfassen die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die erzieherischen Herausforderungen im Umgang mit traumatisierten Jugendlichen sowie die emotionale Belastungssituation der Gasteltern.
Das Ziel ist es, die häufig unterschätzten Belastungen der Gasteltern wissenschaftlich darzustellen, um für Fachdienste und Außenstehende verständlich zu machen, wo spezifischer Unterstützungsbedarf besteht.
Die Autorin nutzt einen qualitativen Ansatz und wendet die Grounded Theory Methodik (GTM) an, um basierend auf Experteninterviews mit Gasteltern eine gegenstandsbegründete Theorie zu entwickeln.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ergebnisse (basierend auf Interviews) und deren anschließende Analyse, wobei Themen wie Schule, Asylverfahren, Volljährigkeit und Traumata im Fokus stehen.
Wichtige Begriffe sind Gastfamilien, geflüchtete Jugendliche, Vollzeitpflege, Belastungs-Ressourcen-Balance und interkulturelle Fachkompetenz.
Die Volljährigkeit geht oft mit einer rechtlichen Statusänderung einher, die den Aufenthalt gefährdet und die Gasteltern in ein Spannungsfeld zwischen Hilfestellung und notwendiger Verselbstständigung drängt.
Die Ungewissheit bezüglich des Asylstatus erzeugt bei Gasteltern eine „Warteschleife“ ohne Perspektive, die zu erheblicher psychischer Belastung und dem Gefühl der Handlungsunfähigkeit führt.
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