Bachelorarbeit, 2017
41 Seiten, Note: 1.7
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
1 Grundlagen der Psychoanalyse
1.1 Drei Dimensionen der Psychoanalyse
1.2 Metapsychologie
1.3 Klinische Theorie und Praxis
1.4 Grundlagen psychoanalytischer Tätigkeit
1.5 Empirische Studienlage
2 Psychoanalyse und Falsifikationismus
2.1 Poppers Abgrenzungskriterium und Kritik an der Psychoanalyse
2.2 Wissenschaftstheorie in der Nachfolge Poppers
2.3 Begründungen der Psychoanalyse
3 Psychoanalyse und die Naturwissenschaften
3.1 Freuds Selbstverständnis
3.2 Hartmanns 'Grundlagen'
3.3 Rapaports Untersuchung
3.4 Probleme der naturwissenschaftlichen Auffassung
4 Psychoanalyse und Hermeneutik
4.1 Einführung in die Hermeneutik
4.2 Hermeneutik, Verstehen und Erklären
4.3 Psychoanalyse als hermeneutische Wissenschaft (Habermas)
4.4 Kritik der rein hermeneutischen Begründung
5 Multiparadigmatismus und Intentionalität
Die Arbeit untersucht das wissenschaftstheoretische Selbstverständnis der Psychoanalyse und analysiert, inwieweit sie als Wissenschaft legitimiert werden kann, insbesondere in Abgrenzung zu den Naturwissenschaften und im Kontext hermeneutischer Ansätze.
1.1 Drei Dimensionen der Psychoanalyse
Der zentrale Ausgangspunkt der Psychoanalyse ist die Annahme, dass Personen sich nur sehr unvollständig in ihren eigenen mentalen Zuständen, vor allem Wünschen, Absichten, Empfindungen, Überzeugungen, Erinnerungen, usw., auskennen. Mentales sei nicht identisch mit Bewusstem und dem Subjekt nur durch innere Wahrnehmungsprozesse präsent. Die Wahrnehmung und Beschreibung eigener seelischer Vorgänge sei aber „unvollständig und unzuverlässig“ [8, s.11]. So könne man z.B. davon überzeugt sein, aus einem bestimmten Grund zu handeln, aber tatsächlich eine ganz andere Motivation besitzen, oder etwa, ohne sich dessen bewusst zu sein, bestimmte Verhaltensmuster reproduzieren, für die man im Anschluss keinen Grund angeben kann. Handlungen obliegen demnach nur eingeschränkt der bewussten, willentlichen Kontrolle eines Subjekts. Dementsprechend sei das „Ich nicht Herr (…) in seinem eigenen Haus“ [8, s.11]. Als psychoanalytisch gelten Bestrebungen, das intransparente Seelenleben zu erforschen, darin verborgene Elemente aufzudecken und zu ordnen, die gemachten Erkenntnisse therapeutisch einzusetzen und sie in allgemeine Theorie einzubetten. An der Psychoanalyse lassen sich also drei Dimensionen unterscheiden: analytische 1) Forschungsmethodik 2) Psychotherapie und 3) Theorie [vgl. 17, s.938].
1 Grundlagen der Psychoanalyse: Skizzierung der drei Dimensionen (Forschung, Therapie, Theorie) und der klinischen Praxis als Basis der Psychoanalyse.
2 Psychoanalyse und Falsifikationismus: Auseinandersetzung mit Poppers Kritik der fehlenden Falsifizierbarkeit und der Entwicklung der Wissenschaftstheorie nach Popper.
3 Psychoanalyse und die Naturwissenschaften: Analyse der Versuche, die Psychoanalyse als naturwissenschaftliche Disziplin zu begründen, und deren Scheitern an empirischen Anforderungen.
4 Psychoanalyse und Hermeneutik: Untersuchung der hermeneutischen Wende und Habermas' Versuch, die Psychoanalyse als spezifisch erweiterte hermeneutische Wissenschaft zu etablieren.
5 Multiparadigmatismus und Intentionalität: Diskussion der Problematik multipler Paradigmen und der Notwendigkeit, intentionale Zusammenhänge wissenschaftlich greifbar zu machen.
Psychoanalyse, Wissenschaftstheorie, Falsifikationismus, Hermeneutik, Klinische Praxis, Metapsychologie, Intentionalität, Jürgen Habermas, Karl Popper, Psychotherapie, Selbstreflexion, Empirische Forschung, Multiparadigmatismus, Naturwissenschaften, Subjektivität.
Die Arbeit analysiert das wissenschaftstheoretische Fundament der Psychoanalyse und fragt, wie sie ihren Anspruch auf Wissenschaftlichkeit gegenüber etablierten Wissenschaften rechtfertigen kann.
Die Arbeit behandelt die Abgrenzung zu den Naturwissenschaften, die Kritik an Popper, hermeneutische Begründungsversuche (insbesondere durch Habermas) sowie die Rolle der klinischen Praxis.
Das Ziel ist es, die Begründungsproblematik der Psychoanalyse als Wissenschaft aufzuzeigen, da weder ein rein naturwissenschaftlicher noch ein rein hermeneutischer Ansatz bisher vollständig überzeugen konnte.
Es handelt sich um eine wissenschaftstheoretische Analyse, die verschiedene philosophische Entwürfe und Begründungsversuche der Psychoanalyse vergleichend diskutiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der psychoanalytischen Grundlagen, die wissenschaftstheoretische Kritik, die Diskussion naturwissenschaftlicher und hermeneutischer Begründungsansätze sowie die Reflexion über Intentionalität.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Psychoanalyse, Wissenschaftstheorie, Hermeneutik, Falsifikationismus, Klinische Praxis und Intentionalität.
Weil die rein hermeneutische Deutung zwar das Selbstverständnis des Patienten fördern kann, aber nicht ausreichend erklären kann, wie therapeutische Interventionen psychische Pathologien objektiv aufheben.
Der Autor erkennt an, dass es Indizien für die Wirksamkeit gibt, weist jedoch auf die methodischen Schwierigkeiten der Operationalisierung und der fehlenden Vergleichbarkeit hin.
Die Heterogenität der Ansätze und das Fehlen eines dominanten Paradigmas erschweren die Integration der Psychoanalyse in das Feld der etablierten Wissenschaften.
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