Bachelorarbeit, 2017
105 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Status Quo
3 Möglichkeiten von Eurobonds
3.1 Gesamtschuldnerische Haftung für einen Teil der Schulden (Modell A)
3.1.1 Berechnung der Kosten
3.1.2 Schuldentilgung
3.1.3 Ausgleichsfonds/ Sicherheitspuffer
3.2 Teilschuldnerische Haftung für einen Teil der Schulden (Modell B)
3.2.1 Berechnung der Kosten
3.2.2 Schuldentilgung
3.2.3 Ausgleichsfonds/ Sicherheitspuffer
3.3 Gesamtschuldnerische Haftung für alle Schulden (Modell C)
3.3.1 Berechnung der Kosten
3.3.2 Schuldentilgung
3.3.3 Ausgleichsfonds/ Sicherheitspuffer
3.4 Weitere Ansätze für Eurobonds
4 Europäischer Stabilitätsmechanismus
5 Probleme im Zusammenhang mit der Emission von Eurobonds
5.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
5.2 Finanz- und wirtschaftspolitische Fragestellungen
6 Fazit
Diese Arbeit analysiert das Konzept von Eurobonds als gemeinsame Staatsanleihen innerhalb der Europäischen Union mit dem Ziel, die ökonomischen Auswirkungen, insbesondere hinsichtlich der Zinskosten und der Schuldentragfähigkeit, für die Euroländer zu bewerten und rechtliche sowie organisatorische Herausforderungen zu beleuchten.
1 Einleitung
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit dem Thema „Eurobonds“, also Staatsanleihen von Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), die den Euro als Währung eingeführt haben. Schon vor der Einführung des Euros im Jahr 1999 als Buchgeld und 2001 als Bargeld bestand die Idee der Emission gemeinsamer Staatsanleihen, auch Bonds genannt. Aufgegriffen wurde dieses Konzept von der Giovannini-Gruppe, „die die Kommission hinsichtlich der Entwicklungen des Kapitalmarkts im Zusammenhang mit dem Euro beraten hat“ (Europäische Kommisson (2011), S. 2). Seit dieser Zeit wurden mehrfach Stimmen laut diese Bonds einzuführen (Juncker und Tremonti 2010 und European Primary Dealers Association (2008), S. 1ff.). Nicht zuletzt seit der Finanzkrise im Jahr 2007 wurde händeringend nach Möglichkeiten gesucht, die ausufernde Verschuldung der Eurostaaten einzudämmen bzw. zukünftig zu korrigieren. Die Ausgabe von Staatsanleihen erfolgte bisher dezentral und im eigenen Interesse der jeweiligen Nationalstaaten. Jedes Land der Welt muss immer wieder Anleihen am Kapitalmarkt platzieren, um sich „frisches“ Geld zu leihen und damit Altlasten und den Zinsdienst für aktuelle Bonds zu bedienen.
Ein bonitätsstarkes Land wie Deutschland (Standard and Poor’s (S&P) Rating: AAA, WM Gruppe (2017)) muss allerdings wesentlich weniger Zinsen für seine Anleihen zahlen, als andere EU-Länder. Die Differenz zwischen den Zinsen deutscher Bonds und denen anderer Länder, der sogenannte „Bund-Spread“, wurde in den letzten Jahren jedoch erheblich größer. Diese „Zinsschere“ ging in den letzten Jahren (entgegen den Konvergenzkriterien des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP) (vgl. Europäische Union (2008))) weiter auseinander, sodass sich finanziell instabile Staaten den Zugang zu den Finanzmärkten nur mit hohen Zinsen „erkaufen“ konnten. Schlechter bewertete Länder (wie z.B. Griechenland (EL)) haben dann prinzipiell nur noch zwei Möglichkeiten.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Staatsverschuldung im Euroraum ein und begründet die Relevanz der Untersuchung von Eurobonds als mögliches Instrument zur Stabilisierung.
2 Status Quo: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der Staatsschuldenkrise und visualisiert die relative Verschuldung der EU-Mitgliedsstaaten seit 1999.
3 Möglichkeiten von Eurobonds: Das Hauptkapitel modelliert und vergleicht drei verschiedene Ansätze zur Emission von Eurobonds hinsichtlich Zinskosten und Umverteilungswirkungen.
4 Europäischer Stabilitätsmechanismus: Das Kapitel erläutert die Rolle des ESM als Kriseninstrument und dessen Bedeutung für die Sicherung der finanziellen Stabilität im Euro-Währungsgebiet.
5 Probleme im Zusammenhang mit der Emission von Eurobonds: Hier werden die juristischen Hürden sowie die wirtschafts- und finanzpolitischen Bedenken bei der Einführung gemeinsamer Anleihen diskutiert.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der diskutierten Modelle und betont die Notwendigkeit einer nachhaltigen, regelgebundenen Lösung.
Eurobonds, Europäische Union, Staatsschulden, Zinskosten, Haftung, Modell A, Modell B, Modell C, Europäischer Stabilitätsmechanismus, ESM, Schuldentragfähigkeit, Finanzkrise, Fiskalpolitik, Währungsunion, Umverteilung
Die Arbeit analysiert das Konzept von Eurobonds als Mittel zur gemeinsamen Refinanzierung von Euro-Mitgliedsstaaten und untersucht deren ökonomische Auswirkungen im Vergleich zur bisherigen dezentralen Anleiheemission.
Die zentralen Felder umfassen die Modellierung verschiedener Haftungsszenarien, die Analyse von Zinsersparnissen und Mehrkosten für die Euroländer sowie die Integration in bestehende Strukturen wie den Europäischen Stabilitätsmechanismus.
Das primäre Ziel ist es, die ökonomischen Folgen für die Staatsverschuldung der Euroländer durch verschiedene Eurobond-Modelle rückwirkend zu berechnen und die rechtliche sowie praktische Umsetzbarkeit dieser Ansätze kritisch zu bewerten.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Simulationsmethode. Dabei werden auf Basis historischer Daten (1999–2015) verschiedene Szenarien (Modelle A, B, C) berechnet, um Zinskosten, Ersparnisse und notwendige Kompensationszahlungen quantitativ zu vergleichen.
Im Hauptteil werden drei spezifische Modelle (Gesamt- und teilschuldnerische Haftung) detailliert simuliert, deren Einfluss auf die Zinskosten bestimmt sowie Konzepte wie Schuldentilgung, Ausgleichsfonds und Sicherheitspuffer quantitativ ausgewertet.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Eurobonds, Schuldentragfähigkeit, fiskalische Disziplin, Moral Hazard und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Europäischen Union charakterisiert.
Modell A bietet laut der Berechnung die größten Vorteile hinsichtlich der potenziellen Zinskosteneinsparungen, erfordert jedoch gleichzeitig robuste Kompensationsmechanismen, um Umverteilungseffekte zu vermeiden.
Der ESM fungiert in der Untersuchung als notwendiges Instrument zur Absicherung und Kontrolle; durch Abgaben aus den Zinsersparnissen in einen Sicherheitspuffer kann der ESM die Stabilität des Systems gewährleisten und den Multiplikator-Effekt der Darlehensvergabe nutzen.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

