Diplomarbeit, 2004
118 Seiten, Note: 1
Einleitung
Teil I: Historischer Ursprung
1.1. Verfassungsväter
1.2. Verfassungskonvent
1.3. Fazit: Präsidentschaftswahlen im Sinne der Verfassungsväter: Ein ungenaues System mit bewusst integrierten und nicht antizipierten Demokratiedefiziten
Teil II: Evolution eines Systems & Wahlen in der Gegenwart
2.1. Evolution
2.1.1 Frühe Schwierigkeiten und der zwölfte Verfassungszusatz
2.1.2 Auswahl der Wahlmänner: Scheinbare Demokratisierung eines Systems
2.1.3 Adams und Hayes: Zwei Präsidenten des Kongresses, nicht des Volkes
2.1.4 Close Calls
2.2. Wahlen in der Gegenwart
2.2.1 Kandidatenauswahl
2.2.2 Geld, Medien und Strategien
2.2.3 Wahlmänner: Ihre Nominierung, ihre Wahl und ein missverstandenes System
2.2.4 Election Night
2.3. Fazit: Evolution mit eingeschränkter Demokratisierung
Teil III: Defizite und Reformdiskussion
3.1. Probleme und Defizite
3.1.1 „Wrong Winner“
3.1.2 Ungleiche Wähler und gefährliche Drittkandidaten
3.1.3 Volkszählung
3.1.4 Wahlbeteiligung
3.1.5 Bevölkerungsgruppen
3.1.6 Unvollständiger Wahlvorgang
3.1.7 Verzerrungen
3.2. Alternativen? Reformvorschläge in der Diskussion
3.2.1 Der „Distriktplan“
3.2.2 Der automatische Plan
3.2.3 Der proportionale Plan
3.2.4 Der nationale Bonusplan
3.2.5 Direkte Präsidentschaftswahlen
3.3. Keine Aussicht auf Reform? Reformversuche und Reformen aus der Sicht des historischen Institutionalismus und ein Ausblick
3.3.1 Der Ansatz
3.3.2 Chancenlose Reformversuche
3.4. Fazit: Erdrückende Defizite und eine Lösung ohne Erfolgschancen
Die Arbeit untersucht die Hintergründe des US-amerikanischen Präsidentschaftswahlsystems, analysiert dessen historische Entwicklung und Defizite und geht der Forschungsfrage nach, warum trotz offenkundiger Demokratiedefizite keine grundlegenden Reformen stattfinden.
1.1. Verfassungsväter
Um die Regeln, nach denen der Präsident in den USA gewählt, wird zu verstehen, ist es auch erforderlich die Bedingungen zu untersuchen, unter denen das Wahlsystem seinerzeit entstanden ist. Die Verfassungsväter haben sich damals darauf geeinigt, den Präsidenten mit Hilfe des „Electoral College“ zu wählen. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, ist dieses System, bei dem der Präsident mit Hilfe von Wahlmännerstimmen gewählt wird, die heute auf bundesstaatlicher Ebene nach dem „Winner-Takes-All“-Prinzip verteilt werden (mit den Ausnahmen Maine und Nebraska), unter Wissenschaftlern und Politikern, nicht nur in den USA, heute in höchstem Maße umstritten.
Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit den persönlichen Hintergründen von drei Männern, die an der Gestaltung der US-amerikanischen Verfassung beteiligt waren. Ziel dieser Untersuchung ist es, unter anderem festzustellen, inwieweit das soziale Umfeld aus dem die „Schöpfer der Verfassung“ stammten, dafür verantwortlich war, dass diese Männer sich für eine indirekte Wahl des Präsidenten entschieden haben. Diese Untersuchung geht davon aus, dass die Verfassungsväter sich unter anderem deshalb für die indirekte Wahl des Präsidenten durch einen elitären Kreis von Wahlmännern entschieden, weil sie ihr eigenes Wohlergehen und ihre Interessen (insbesondere ihren Wohlstand) durch eine direkte Wahl des Präsidenten durch das Volk gefährdet sahen. Darüber hinaus trauten sie den Bürgern nicht zu eine so wichtige politische Entscheidung selbst zu treffen.
Teil I: Historischer Ursprung: Dieses Kapitel beleuchtet die Beweggründe der Verfassungsväter für die Einführung eines indirekten Wahlsystems und untersucht den sozialen Hintergrund der beteiligten Akteure.
Teil II: Evolution eines Systems & Wahlen in der Gegenwart: Hier wird die historische Entwicklung des Electoral College anhand ausgewählter Wahlen analysiert und die Rolle der Einzelstaaten sowie des Zweiparteiensystems aufgezeigt.
Teil III: Defizite und Reformdiskussion: Der abschließende Teil analysiert systematisch die Defizite des Wahlsystems, diskutiert Reformvorschläge und erklärt mittels des historischen Institutionalismus das Scheitern bisheriger Reformversuche.
US-Präsidentschaftswahlen, Electoral College, Wahlsystem, Demokratiedefizite, Verfassungsväter, Zweiparteiensystem, Reformdiskussion, Historischer Institutionalismus, Winner-Takes-All, Wahlmänner, Wrong Winner, politische Institutionen, US-Verfassung, Wahlrecht, indirekte Wahl.
Die Arbeit analysiert kritisch das Wahlsystem für den US-Präsidenten, insbesondere das Electoral College, und untersucht die historische Entstehung sowie die daraus resultierenden demokratischen Probleme.
Zu den zentralen Feldern zählen der historische Ursprung der US-Verfassung, die politische Evolution des Wahlsystems, strukturelle Defizite wie das „Wrong-Winner“-Risiko sowie die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Reformen.
Das Ziel ist es, die Gründe für die indirekte Wahl des US-Präsidenten durch Wahlmänner zu ergründen und zu analysieren, warum trotz erkennbarer Mängel keine tiefgreifenden Reformen des Wahlsystems möglich sind.
Der Autor verwendet eine politikwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf den historischen Institutionalismus zurückgreift, um die Handlungsweise politischer Akteure und das Beharrungsvermögen der Institutionen zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entstehung (Teil I), die praktische Evolution des Systems anhand konkreter Wahlbeispiele bis in die Gegenwart (Teil II) und eine detaillierte Analyse der Defizite und Reformversuche (Teil III).
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Electoral College, Demokratiedefizite, US-Wahlsystem, Reformdiskussion und Historischer Institutionalismus geprägt.
Der Autor identifiziert das „General Ticket System“ (Winner-Takes-All) als maßgebliche Ursache für viele Demokratiedefizite, da es dazu führt, dass Wählerstimmen je nach Bundesstaat unterschiedlich gewichtet werden und Minderheitenstimmen oft wirkungslos bleiben.
Der Autor kommt zu einer pessimistischen Einschätzung: Aufgrund extrem hoher verfassungsrechtlicher Hürden und der strategischen Blockade durch Minderheiten im Senat hält er eine grundlegende Reform für sehr unwahrscheinlich.
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