Bachelorarbeit, 2017
88 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Deutsch als Fremdsprache, DaF
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Erscheinungen der Negation im Deutschen
2.2 Klassifikation
2.3 Stellung von „nicht“ im deutschen Satz
2.3.1 Satznegation
2.3.2 Sondernegation
2.3.3 Verwendung von „nicht“ im Vorfeld.
2.3.4 Besonderheiten der ausgewählten Klassifikation
2.3.5 Prosodie negationshaltiger Äußerungen
2.4 Negation in slawischen Sprachen
2.4.1 Russisch
2.4.2 Polnisch
2.4.3 Zusammenfassender Vergleich mit dem Deutschen
2.5 Interferenz, Transfer und die Negation
2.6 Negationserwerb bei Erwachsenen
2.7 Hypothesenaufstellung
3. MERLIN - Lernerkorpus
3.1 Korpusbeschreibung
3.2 Datenbeschreibung
4. Korpusanalyse
4.1 Feste Wortverbindungen
4.2 Kopulaverben
4.3 Weitere Anmerkungen zu den Subkorpora
4.4 Was wird als Fehler eingestuft?
4.5 Analyseergebnisse
4.6 Überprüfung der Hypothese
5. Didaktische Überlegungen und Reflexionen
6. Überblick und Fazit
Die Arbeit untersucht die syntaktischen Herausforderungen und Fehlermuster bei der Verwendung der Negationspartikel „nicht“ durch russische und polnische Muttersprachler im Deutschen als Fremdsprache. Ziel ist es zu analysieren, ob beobachtbare Fehler auf Interferenz aus der Muttersprache zurückzuführen sind oder den allgemeinen Phasen des Negationserwerbs im Zweitspracherwerb entsprechen.
2.3.1 Satznegation
Der Grund, warum eine Unterscheidung zwischen dem Skopus und dem Fokus der Negation unternommen wird, ist, weil allein der Fokus (und nicht der Skopus) für die Stellung von „nicht“ im Satz entscheidend ist. Im Duden wird eine allgemeine Regel diesbezüglich formuliert: „Die Negationspartikel nicht steht am linken Rand ihres Fokus“ (Duden 2005: 923). In Bezug auf diese Regel müssen Besonderheiten der Satznegation in einem Verbzweitsatz aufgezählt werden (vgl. ebd.: 925):
i. Nach dem topologischen Satzmodell (Pittner/Berman 2013) gehört die Negationspartikel in Verberst- und Verbzweitsätzen zum Mittelfeld, während das finite Verb in die linke Satzklammer gesetzt wird, sodass „nicht“ ans Satzende rückt. Die rechte Klammer bleibt dabei leer (7).
ii. ii) Wenn die rechte Satzklammer bei komplexen Prädikaten durch den zweiten Prädikatsteil besetzt ist, steht „nicht“ ebenfalls im Mittelfeld, und zwar unmittelbar vor der rechten Klammer (8a).
iii. iii) Adverbiale und prädikative Ergänzungen gehören ebenfalls zu dem Fokus der Negation, wobei „nicht“ vor diesen Satzgliedern steht (8b, 9b).
Je enger die Beziehung zwischen dem finiten und dem infiniten Elementen in einem Verbzweitsatz ist, desto weiter strebt das infinite Element topologisch vom finiten Verb weg. Dies kann bei Modalverben, Partikelverben sowie Prädikativen beobachtet werden. So verhält sich ebenfalls die Negationspartikel. Sie bildet eine Negationsklammer mit dem finiten Verb und tendiert deswegen dazu, am Satzende zu stehen (7) (vgl. Helbig/Buscha 2013: 549).
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Phänomen der sprachlichen Negation und skizziert die Forschungsfrage bezüglich der Lernschwierigkeiten von slawischen Muttersprachlern beim Erwerb der Stellungsvariationen von „nicht“.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die syntaktischen Grundlagen der Negation im Deutschen und in slawischen Sprachen, behandelt Interferenzerscheinungen und diskutiert Modelle des Negationserwerbs bei Erwachsenen.
3. MERLIN - Lernerkorpus: Es erfolgt eine detaillierte Beschreibung des verwendeten MERLIN-Korpus, der Datenstruktur und der methodischen Eingrenzung auf russische und polnische Lernertexte.
4. Korpusanalyse: Hier wird die Vorgehensweise der Analyse dokumentiert, inklusive der Identifikation fester Wortverbindungen, der Behandlung von Kopulaverben und der Definition von Fehlerkategorien sowie der Präsentation der Ergebnisse.
5. Didaktische Überlegungen und Reflexionen: Dieses Kapitel diskutiert die Relevanz der Ergebnisse für den Fremdsprachenunterricht und gibt Empfehlungen zum Umgang mit festen Wortverbindungen und Lernphasen.
6. Überblick und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, der Verifizierung der Hypothesen und einem Ausblick auf den weiteren Forschungsbedarf.
Negation, nicht, Lernersprache, DaF, Russisch, Polnisch, Interferenz, Spracherwerb, Satznegation, Sondernegation, Korpusanalyse, Syntax, MERLIN-Korpus, Stellungsvariationen, Fremdsprachenerwerb
Die Bachelorarbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten, die russische und polnische Muttersprachler beim Erlernen der korrekten Stellung der Negationspartikel „nicht“ im Deutschen haben.
Die zentralen Felder sind die syntaktische Negation im Deutschen im Kontrast zu slawischen Sprachen, Fehleranalyse in der Lernersprache und der Einfluss von Transfer oder Interferenz auf den Spracherwerb.
Ziel ist es zu überprüfen, ob die Fehler bei der Stellung von „nicht“ durch muttersprachliche Einflüsse der slawischen Sprachen (Interferenz) bedingt sind oder ob sie universellen Spracherwerbsphasen folgen.
Es handelt sich um eine korpuslinguistische Untersuchung, die auf dem MERLIN-Lernerkorpus basiert und diese quantitativ und qualitativ auswertet.
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte theoretische Aufarbeitung der Negation, die Beschreibung des Korpus, eine systematische Fehleranalyse der Lernertexte sowie die Überprüfung aufgestellter Hypothesen.
Wichtige Begriffe sind Negation, Lernersprache, Interferenz, Spracherwerb, Korpusanalyse und Kontrastive Linguistik.
Die Analyse ergab, dass auf diesem Sprachniveau statistisch gesehen die meisten Fehler bei der Stellung der Negationspartikel registriert wurden, was auf einen spezifischen Stand im Erwerbsprozess hinweist.
Feste Wortverbindungen (Chunks) werden oft als ganze Einheiten gelernt und produzieren weniger Stellungsfehler, weshalb sie in der Analyse gesondert betrachtet und teilweise ausgeschlossen wurden, um das Bild der syntaktischen Fehlerquote nicht zu verfälschen.
Nein, die Untersuchung konnte keine signifikanten interferenzbedingten Fehler nachweisen, bei denen die russische oder polnische Negationsstruktur direkt auf das Deutsche übertragen wurde; die Fehler sind eher als Ergebnis allgemeiner Spracherwerbsphasen zu deuten.
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