Examensarbeit, 2015
69 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Islam in Deutschland
2.1. Herkunftsländer und Migrationsgeschichte
2.2. Muslimische (Frauen-)Organisationen in Deutschland
2.2.1. Türkisch-Islamische Union (DITIB)
2.2.2. Islamische Gemeinschaft Mîlli Görüs (IGMG)
2.2.3. Föderation der Aleviten Gemeinden in Deutschland (AABF)
2.2.4. Schiitische Verbände
2.2.5. Ahmadiyya Muslim Gemeinde KdöR (AMJ)
2.3. Zwischenfazit
3. Musliminnen in Deutschland
3.1. Das konservative Frauenbild: Geschlechterverhältnisse
3.2. Das moderne Frauenbild junger Musliminnen
4. Religiöse Sozialisation junger Muslime mit Migrationshintergrund
4.1. Inhalte und Schwerpunkte einer religiösen Erziehung
4.2. Religiöse Erziehung durch die Familie
4.3. Religiöse Erziehung in Moscheegemeinden
5. Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht
5.1. Hintergründe
5.2. Notwendigkeit eines bekenntnisorientierten Islamischen Religionsunterrichts
5.3. Grundlagen der hessischen Lehrpläne für das Fach Islamische Religion
5.4. Chancen und Grenzen
6. Fazit
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die Handlungsspielräume des bekenntnisorientierten Islamischen Religionsunterrichts und dessen Einfluss auf die religiöse Sozialisation muslimischer Kinder und Jugendlicher in Deutschland, mit besonderem Fokus auf die Lebenswirklichkeit von Mädchen und jungen Frauen.
Das moderne Frauenbild junger Musliminnen
„Muslimische Migranten der zweiten und dritten Generation, besonders junge Frauen, sind häufig Widersprüchen zwischen den Regeln und Normen der Aufnahmegesellschaft und denen der Elterngeneration ausgesetzt, die meist im Ausland sozialisiert wurde und die bestimmte Werte aus der Heimat in die Erziehung einfließen lässt. Diese Widersprüche führen zu einer Suche nach einem authentischen muslimischen Selbstbild in der Diaspora.“
Markus Gamper beschreibt mit diesem Zitat die Situation, der viele junge Musliminnen als Migrantenkinder begegnen. Durch die Tatsache, dass sie einer doppelten Minderheit in Deutschland angehören, ist es besonders schwierig, für sie ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Hervorzuheben ist hierbei, dass viele Vorurteile gegenüber des Islam herrschen; oftmals wird mit dem Wort Islam per se Negatives assoziiert und den Glaubensanhängern zugeschrieben.
Auch Nökel beschäftigt sich mit diesem Problem der Identitätsfindung junger Musliminnen der zweiten Generation in Deutschland. In ihrer Studie interviewte sie junge Musliminnen, die Deutschland als ihre Heimat ansehen und bewusst den Islam als wichtigen Aspekt ihres Lebens verwirklichen. Die „Neo-Muslimas“, wie sie Sigrid Nökel bezeichnet, sind junge muslimische Frauen, die in Deutschland aufgewachsen sind und durch ihre Eltern die Religion und die Kultur der elterlichen Herkunftsländer kennengelernt haben.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Repräsentation des Islam in der deutschen Gesellschaft und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich der religiösen Sozialisation und des Islamunterrichts.
2. Islam in Deutschland: Detaillierte Darstellung der Heterogenität muslimischen Lebens in Deutschland sowie Vorstellung verschiedener Moscheegemeinden und ihrer Organisationsweisen.
3. Musliminnen in Deutschland: Untersuchung des weiblichen Anteils der muslimischen Gemeinschaft, der Diskrepanz zwischen traditionellen Rollenbildern und modernen Lebensentwürfen sowie der Bedeutung des Kopftuchs.
4. Religiöse Sozialisation junger Muslime mit Migrationshintergrund: Analyse der Instanzen religiöser Erziehung, insbesondere Familie und Moscheegemeinden, und deren Auswirkungen auf das Selbstverständnis junger Menschen.
5. Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht: Erörterung der Hintergründe, Notwendigkeiten, Chancen und Grenzen dieses Schulfachs sowie Analyse der hessischen Lehrpläne.
6. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der wichtigsten Erkenntnisse über die Diversität des Islam und das Potenzial des bekenntnisorientierten Religionsunterrichts zur Stärkung eines reflektierten muslimischen Identitätsbewusstseins.
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Die Arbeit befasst sich mit der religiösen Sozialisation junger Muslime in Deutschland und untersucht, wie der staatlich institutionalisierte, bekenntnisorientierte Islamische Religionsunterricht hierbei eine unterstützende Rolle spielen kann.
Die zentralen Themen umfassen die Heterogenität muslimischen Lebens, das konservative versus moderne Frauenbild im Islam, die Rolle von Familie und Moscheen in der Erziehung sowie die fachdidaktischen und rechtlichen Aspekte des Religionsunterrichts.
Ziel ist es, die Handlungsspielräume des Islamunterrichts aufzuzeigen, um jungen Muslimen einen individuellen, zeitgemäßen Zugang zur Religion zu ermöglichen und ihre Identitätsfindung in einer pluralistischen Gesellschaft zu stärken.
Es handelt sich um eine wissenschaftliche Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Lehrplänen sowie einschlägigen Studien zur religiösen Sozialisation basiert.
Der Hauptteil analysiert die Diversität der islamischen Organisationen, die Situation muslimischer Frauen, die Instanzen religiöser Sozialisation (Familie/Moschee) und die Einführung sowie Ausgestaltung des bekenntnisorientierten Islamunterrichts, insbesondere in Hessen.
Die wichtigsten Begriffe sind religiöse Sozialisation, Identitätsfindung, bekenntnisorientierter Islamunterricht, Diversität und muslimisches Frauenbild.
Während in Moscheegemeinden oft traditionelle, mitunter autoritäre Lehrmethoden dominieren, bietet die staatliche Schule einen neutraleren Raum, der kritische Reflexion und einen interkulturellen Austausch ermöglichen soll.
Die Ahmadiyya dient als ein wichtiges Fallbeispiel für eine organisierte Religionsgemeinschaft, die den Körperschaftsstatus genießt und durch ihre Unterorganisationen eine gezielte religiöse Sozialisation für Frauen und Mädchen betreibt.
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