Masterarbeit, 2017
145 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen von ADHS
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Krankheitsbild
2.3 Klassifikation
2.3.1 ICD-
2.3.2 DSM-5
2.4 Ursachen
2.4.1 Genetische Faktoren
2.4.2 Neurobiologische und neuropsychologische Faktoren
2.4.3 Psychosoziale Faktoren
2.4.4 Ökologische Faktoren
2.5 Diagnostik
2.6 Therapie
2.6.1 Psychoedukation
2.6.2 Psychotherapie
2.6.3 Medikamentöse Behandlung
3 ADHS in der schulischen Praxis
3.1 Grundlegendes
3.2 Kernsymptome und Unterrichtsverhalten im Grundschulalter
3.3 Vorgehensweise der Lehrkräfte bei Verdacht auf ADHS
3.4 Schulische Intervention
3.4.1 Lehrerzentrierte Maßnahmen
3.4.2 Schülerzentrierte Maßnahmen
3.4.3 Verhaltensmanagement
4 Empirische Untersuchung
4.1 Formulierung der Fragestellung
4.2 Begründung der Methodenwahl
4.2.1 Qualitative Forschungsmethode
4.2.2 Datenerhebung: Problemzentriertes Experteninterview
4.2.3 Konzeption des Leitfadens
4.3 Beschreibung der Fallauswahl und Durchführung
4.4 Datenaufbereitung und -auswertung
4.4.1 Datenaufbereitung: Transkription
4.4.2 Datenauswertung: Qualitative Inhaltsanalyse
4.5 Induktive Kategorienbildung
4.6 Darstellung der Ergebnisse
4.7 Interpretation der Ergebnisse
4.8 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 ADHS eine Chance geben
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erfahrungen, Entscheidungen und Handlungen von Lehrkräften im Umgang mit ADHS-Kindern im Grundschulalltag, um ein besseres Verständnis für die Herausforderungen und Fördermöglichkeiten zu entwickeln und Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
3.2 Kernsymptome und Unterrichtsverhalten im Grundschulalter
Mit dem Schuleintritt kommen meist die Symptome der von ADHS betroffenen Kinder zum Vorschein bzw. sie verschlimmern sich stark. Die Kinder sind den Anforderungen an Konzentration und Ausdauer nicht gewachsen und erfahren durch unterschiedliche Reize im Klassenzimmer eine Überstimulierung im Gehirn, was zu einer vermehrten Unruhe und Aktivität führen kann. Die Konsequenz sind Unkonzentriertheit und motorische Unruhe, die sich auf das Unterrichtsverhalten auswirken. Die Kinder stehen im Unterricht unerlaubt auf, reden dazwischen und haben durch ihre impulsive Art oft Konflikte mit Mitschülern. (Vgl. Ayres, 1998, S. 16)
Schülern mit Aufmerksamkeitsdefiziten bereitet die Informationsaufnahme und -verarbeitung große Schwierigkeiten, „da sie über basale Fähigkeiten der Aufmerksamkeitsherstellung- und Aufrechterhaltung nicht kontrolliert verfügen können" (Lang, 2003, S. 31). Aufmerksamkeitsgestörte Kinder wirken unorganisiert, faul und verträumt. Sie nehmen alle äußerlichen Störreize auf und reagieren darauf, wodurch sie ihre momentan zu erfüllende Arbeit nicht weiter ausführen und abbrechen. Der Unterricht fordert ihnen ein hohes Maß an Selbstorganisation, Konzentration und Ausdauer ab, welches sie nicht erfüllen können. (Vgl. ebd., S. 32)
Das ADHS-Kernsymptom Impulsivität verursacht bei Schülern u.a. ein vorschnelles Antworten, sowohl im mündlichen als auch im schriftlichen Bereich. Sie können sich nicht zurückhalten und reden ständig dazwischen oder stören anderweitig den Unterricht. In schriftlichen Aufgaben fallen sie durch vorschnelles und unüberlegtes Arbeiten auf, indem sie eine Aufgabe beginnen, wieder abbrechen, um sie dann doch wieder zu beginnen. (Vgl. ebd.)
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Bedeutung von ADHS als Herausforderung für das deutsche Schulsystem und definiert das Ziel der Arbeit, Erfahrungen von Lehrkräften empirisch zu erforschen.
2 Theoretische Grundlagen von ADHS: Dieses Kapitel liefert eine fundierte Übersicht über Begriffsdefinitionen, Kernsymptome, Ursachenmodelle, diagnostische Verfahren und therapeutische Interventionsmöglichkeiten bei ADHS.
3 ADHS in der schulischen Praxis: Der Fokus liegt hier auf den Herausforderungen für Lehrkräfte im Schulalltag, inklusive rechtlicher Aspekte wie dem Nachteilsausgleich sowie pädagogischer Strategien für den Unterricht.
4 Empirische Untersuchung: Dieser Hauptteil beschreibt das qualitative Forschungsdesign der Studie, die Methodik der Experteninterviews sowie die Datenauswertung mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring.
5 ADHS eine Chance geben: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Forschungsergebnisse und betont, dass ADHS kein unüberwindbares Hindernis darstellt, wenn durch Kooperation, Fachwissen und individuelle Förderung ein unterstützendes Lernumfeld geschaffen wird.
ADHS, Grundschule, Lehrkräfte, Experteninterview, qualitative Sozialforschung, Unterrichtsgestaltung, Inklusion, Diagnostik, Fördermaßnahmen, Verhaltensauffälligkeiten, Inhaltsanalyse, Schulpraxis, medikamentöse Behandlung, Lernverhalten, Pädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, die Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) für Lehrkräfte im Grundschulalltag darstellen, und untersucht dies durch eine empirische Studie.
Zentral sind der Umgang mit ADHS-Kindern im Unterricht, die Rolle der Lehrkraft bei der Diagnostik und Förderung sowie die Identifikation geeigneter pädagogischer Strategien.
Die leitende Fragestellung lautet: „Welche Erfahrungen haben Lehrkräfte bei der Diagnostik und Förderung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen und wie gestaltet sich der alltägliche Umgang mit diesen Kindern im Unterricht der Grundschule?“
Es handelt sich um eine qualitative Studie, die auf Experteninterviews mit drei Lehrkräften basiert, deren Aussagen mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil umfasst sowohl die theoretischen Grundlagen des Störungsbildes und der schulischen Praxis als auch die detaillierte Durchführung und Auswertung der empirischen Untersuchung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie ADHS, Grundschule, Lehrkräfte, Experteninterview, Unterrichtsgestaltung und Inklusion charakterisiert.
Die Lehrkräfte zeigen ein differenziertes Bild; sie erkennen zwar positive Effekte auf die Konzentration, äußern jedoch auch kritische Bedenken hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen und der Veränderung der Persönlichkeit des Kindes.
Die Kooperation wird als essenziell eingestuft, um Maßnahmen abzustimmen und eine ganzheitliche Förderung zu gewährleisten, da die elterliche Unterstützung zu Hause maßgeblich für den Erfolg schulischer Interventionen ist.
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