Bachelorarbeit, 2012
52 Seiten, Note: 2,0
1. Das Kind
1.1 Der Begriff Kind
1.2 Der Begriff kindgerecht
2. Die historische Entstehung der Kindheit
2.1 Vom Mittelalter in die Gegenwart
2.1.1 Der kleine Erwachsene
2.1.2 Die Trennung des Kindes vom Erwachsenen
2.1.3 Das unschuldige Kind
2.1.4 Die Idee von der Menschlichkeit des Menschen
2.1.5 Die Theorie der Kindheit
2.1.6 Die Autonomie des Kindes
2.1.7 Das Jahrhundert der Kindheit
2.2 Kindheit in der Moderne
2.2.1 Industrialisierung und Fortschritt
2.2.2 Kindheit und Nationalsozialismus
2.2.3 Wirtschaftswunder und Modernisierungsschub
2.2.4 Von der Verhäuslichung zur Verinselung
2.2.5 Wandel der Kindheit
3. Von der Verinselung zur Verplanung
3.1 Die Pädagogisierung der Kindheit
3.2 Die Entstehung der Terminkindheit
3.2.1 Kindheit als natürliche Entwicklungsphase
3.2.2 Kindheit als Konstrukt
4. Merkmale „neuer“ Kindheit
4.1 Der Einfluss der Postmoderne
4.2 Der Verlust des Schonraumes
4.3 Sozialisationswirkungen der Terminkindheit
4.4 Das „Spiel“ der Kindheit mit der Zeit
4.5 Kindheit fremdbestimmt selbstbestimmt
5. Chancen und Risiken einer veränderten Konstruktion von Kindheit
5.1 Das dressierte Kind?
5.2 „Generation Maybe“ – Das Resultat eines terminierten Kindes?
5.3 Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag
Die Arbeit untersucht den Wandel der Lebensphase Kindheit hin zur sogenannten „Terminkindheit“, die durch gesellschaftliche Leistungsanforderungen, Zeitdruck und eine fragmentierte Alltagsstruktur geprägt ist. Ziel ist es, die historischen Entwicklungen und die soziokulturellen Ursachen für diesen Wandel aufzuzeigen sowie mögliche Risiken für die kindliche Entwicklung und die Identitätsbildung zu analysieren.
2.1.1 Der kleine Erwachsene
Bis zum Ende des Mittelalters verdeutlichte die Bezeichnung Kind ein reines Abstammungsverhältnis, sprich einen Nachkommen im Sinne des Sohnes oder der Tochter. Kind war, wer sich in der Phase der physischen Abhängigkeit und Unselbstständigkeit befand – somit war Kind gleichbedeutend mit Säugling. Sobald ersichtlich wurde, dass aus dem rein „[…]physischen Überlebens willen auf fremde Hilfe und Versorgung“ (Brinkmann 1987, S. 16) verzichtet wurde, wechselte das ‚Kind‘ in den Status des (kleinen) Erwachsenen. Eine Erwachsenen- und eine Kinderwelt wurden nicht voneinander getrennt und gleiche Lebensbereiche wurden miteinander geteilt. Dies umfasste alle Aspekte des damaligen Lebens.
Kinder trugen die gleiche Kleidung wie Erwachsene, sie führten die gleichen Tätigkeiten aus, unterlagen dem gleichen Tagesablauf, spielten die Spiele der Erwachsenen und hörten und sahen die gleichen Dinge. Unter den damaligen Lebensbedingungen war es zudem rein räumlich nicht möglich, Privatheit zu wahren. Egal ob nun auf die familiäre Privatheit bezogen oder auf die Intimität des Einzelnen, eine Abgrenzung durch Alleinsein oder auch Einsamkeit war im Alltäglichen nicht möglich. Durch die geregelten und ‚erwachsenen‘ Tagesabläufe waren Kinder durchgehend mit den selben Sozialkontakten der Erwachsenen konfrontiert und verrichteten die selben Arbeiten. Das Zusammenleben in der Familie diente dem Erhalt dieser durch Zusammenarbeit und die Eigendynamik des Gemeinschaftslebens erzeugte eine höchst kollektive Lebensform (vgl. Köster 2005, S. 8 – 9).
Das Kind war somit zum Ende des Mittelalters eine Miniaturausgabe des Erwachsenen. Es lernte die Dinge die es zum Leben und Überleben brauchte durch das Mitwirken in der Familie und der Verrichtung der gemeinsamen Arbeit. Somit erfüllte die Familie „[…] keine affektive, sondern eine lediglich praktische Funktion, die im Fortgang des Lebens, der Besitztümer, des Namens usw. bestand“ (Köster 2005, S.9). Kinder waren damals kein Ergebnis einer Sinnerfüllung der Eltern, sie waren auch nicht gewollt oder ungewollt. Ein Kind war damals schlicht unvermeidlich.
1. Das Kind: Definition des Kindheitsbegriffs und der rechtlichen sowie biologischen Einordnung des Kindes als Lebensphase.
2. Die historische Entstehung der Kindheit: Darstellung der Entwicklung vom „kleinen Erwachsenen“ des Mittelalters bis zur modernen, geschützten Kindheitsphase durch pädagogische und gesellschaftliche Veränderungen.
3. Von der Verinselung zur Verplanung: Analyse der zunehmenden Strukturierung des kindlichen Alltags durch Institutionen und die pädagogische Durchdringung der Kindheit.
4. Merkmale „neuer“ Kindheit: Untersuchung des Einflusses der Postmoderne, der Fragmentierung von Zeit und der veränderten Sozialisationsbedingungen.
5. Chancen und Risiken einer veränderten Konstruktion von Kindheit: Diskussion der Konsequenzen der Terminkindheit, wie Leistungsdruck und Identitätskrisen, und das Fazit für ein kindgerechtes Aufwachsen.
Kindheit, Terminkindheit, Sozialisation, Pädagogisierung, Konstruktion, Postmoderne, Zeitfragmentierung, Generation Maybe, Leistungsdruck, Schonraum, Identitätsbildung, Fremdbestimmung, Erziehung, Kindheitsforschung, Institutionen.
Die Arbeit analysiert den historischen und gesellschaftlichen Wandel von Kindheit in Deutschland, mit Fokus auf die Entstehung der sogenannten „Terminkindheit“ durch eine zunehmende Verplanung und Institutionalisierung.
Zentral sind die historische Entwicklung des Bildes vom Kind, der Einfluss von Postmoderne und Arbeitswelt auf die kindliche Freizeit sowie die Folgen dieser veränderten Konstruktion für die Identitätsentwicklung.
Die Arbeit untersucht, welchen Druck Kinder durch eine „durchgeplante“ Kindheit erfahren, welche Rolle elterliche Sorge und gesellschaftliche Erwartungen spielen und ob das Ziel der Kindheit als geschützter Schonraum verloren gegangen ist.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung auf Basis soziologischer und pädagogischer Fachliteratur sowie eine Kontextualisierung durch aktuelle Zeitschriftenartikel, um die Phänomene der Terminkindheit und deren Konsequenzen darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Herleitung der Kindheit, eine Analyse der Verinselung und Verplanung von Lebenswelten sowie eine Untersuchung der Auswirkungen auf Sozialisation und kindliches Wohlbefinden.
Die wichtigsten Begriffe sind Terminkindheit, Sozialisation, Zeitfragmentierung, Postmoderne und die Institutionalisierung der kindlichen Lebenswelt.
Dieser Begriff beschreibt eine Generation junger Erwachsener, die als Kinder der 80er und 90er Jahre selbst einer „Terminkindheit“ unterlagen und nun mit Entscheidungsangst, Leistungsdruck und einer Sinnkrise in einer Welt unendlicher Möglichkeiten kämpfen.
Spontaneität und freies Spiel schwinden, da Freizeit zunehmend durch Institutionen, organisierte Termine und Leistungsanforderungen vorstrukturiert ist, was laut der Autorin die Kreativitäts- und Phantasieentwicklung hemmen kann.
Sie vermutet, dass der Lebensstil der Terminkindheit zur gesellschaftlichen Norm wurde und somit einer stillschweigenden Akzeptanz unterlag, da gesellschaftliche Umbrüche (wie die Wiedervereinigung) andere Themen in den Vordergrund rückten.
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