Bachelorarbeit, 2017
90 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen und Hypothesenableitung
2.1 Definition des Rechtspopulismus
2.1.1 Populismus-Konzept
2.1.2 Rechtspopulismus
2.1.3 Rechtsradikalismus und Rechtsextremismus
2.2 Modernisierungsverlierer-Theorie
2.2.1 Modernisierungsverlierer-Theorie im Kontext der Globalisierung
2.2.2 Modernisierungsverlierertheorie nach Spier
2.2.3 Ableitung der Hypothesen
3 Methodik
3.1 Untersuchungsdesign
3.1.1 Fallauswahl
3.2 Vorstellung der Analyseverfahren
3.2.1 Regressionsanalyse
3.2.2 Faktorenanalyse
4 Analyse
4.1 Deskriptive Statistik
4.1.1 Operationalisierung
4.2 Regressionsanalysen
4.2.1 Einfluss der Modernisierungsverliererindikatoren auf das Wahlverhalten
4.2.2 Einfluss der rechtsaffinen Einstellungen auf das Wahlverhalten
4.2.3 Brückenhypothese
5 Fazit
Diese Arbeit untersucht, ob die Modernisierungsverlierer-Theorie nach Tim Spier geeignet ist, den Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa auf Basis von Daten aus dem Jahr 2014 zu erklären. Dabei wird der Einfluss von Indikatoren der sozialen Lage und psychischen Disposition auf die individuelle Wahlentscheidung analysiert.
2.1.1 Populismus-Konzept
Bevor man sich der Frage widmet, ob die Verbindung mit radikal rechten Inhalten im Falle rechtspopulistischer Parteien das Kriterium einer eigenen Ideologie erfüllt, macht es zunächst Sinn sich mit dem generellen Phänomen des Populismus zu beschäftigen.
In der Populismus-Forschung wird das Konzept des Populismus primär als Politikstil aufgefasst, der dazu genutzt wird, um einen politischen Führer, eine Partei oder Bewegung, mit dem „Volk in Verbindung zu setzen“ (Betz: 2003 15). Populismus wird demnach als rein formales Merkmal verstanden, das in Verbindung zu höchst unterschiedlichen Ideologien stehen kann, so schreibt beispielsweise der Sozialwissenschaftler Nikolaus Wertz: „Den Populismus gibt es nicht, sondern nur dessen vielgestaltige Erscheinungsformen (Werz 2003: 14). Oftmals wird das Phänomen mit einem Chamäleon verglichen, das sich permanent neuen Bezugssystemen anpasst und sich zu ihnen in eine Anti-Beziehung setzt (vgl. Priester 2012b: 3). Für die Populismusforscherin Karin Priester ist Populismus ein „bloßes Bündel von Vorstellungen ohne einen beharrenden Träger (Substanz) seiner Akzidenzien, die gleichwohl eine beharrliche Gleichförmigkeit aufweisen“. Er lasse sich daher nicht essentialistisch definieren und auf eine kohärente Doktrin festlegen.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Anwendbarkeit der Modernisierungsverlierer-Theorie auf das Jahr 2014.
2 Theoretischer Rahmen und Hypothesenableitung: In diesem Kapitel werden der Begriff des Rechtspopulismus sowie die theoretischen Grundlagen der Modernisierungsverlierer-Theorie nach Tim Spier erläutert und daraus Hypothesen für die empirische Analyse abgeleitet.
3 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das Untersuchungsdesign, die Auswahl der Länder sowie die statistischen Analyseverfahren, namentlich die Faktorenanalyse und die logistische Regression.
4 Analyse: Das Kernstück der Arbeit führt die deskriptive Statistik und die Regressionsanalysen durch, um den Einfluss von Modernisierungsverlierer-Indikatoren und rechtsaffinen Einstellungen auf das Wahlverhalten zu prüfen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der empirischen Untersuchung zusammen, vergleicht sie mit der Theorie und beantwortet die zentrale Forschungsfrage nach der Erklärungskraft des Modells.
Rechtspopulismus, Modernisierungsverlierer, Globalisierung, Wahlverhalten, European Social Survey, Politische Unzufriedenheit, Xenophobie, Autoritarismus, Misanthropie, Sozialer Wandel, Deprivation, Soziale Exklusion, Regressionsanalyse, Westeuropa, Politische Einstellungen.
Die Arbeit untersucht, ob die Modernisierungsverlierer-Theorie nach Tim Spier aus dem Jahr 2010 dazu geeignet ist, den Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Westeuropa für das Jahr 2014 statistisch zu erklären.
Zentrale Themen sind der Zusammenhang zwischen gesellschaftlichem Wandel, individueller Deprivation (soziale Lage) und psychologischen Dispositionen (Einstellungen) sowie deren Einfluss auf die Wahlentscheidung für rechtspopulistische Formationen.
Das primäre Ziel ist es, mittels aktueller Daten des European Social Survey von 2014 zu klären, inwieweit sich die Wahlentscheidung für eine rechtspopulistische Partei durch die Modernisierungsverlierer-Theorie und die daraus abgeleiteten Indikatoren erklären lässt.
Der Autor nutzt quantitative Methoden, konkret die binär logistische Regressionsanalyse zur Bestimmung von Einflussfaktoren auf das Wahlverhalten sowie die Faktorenanalyse zur Konstruktion von Skalen für die Einstellungsindikatoren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung (Begriffsdefinitionen, Modellvorstellung) und eine umfangreiche Analyse, in der verschiedene Indikatoren wie Klassenlage, subjektive Armut, soziale Exklusion und politische Einstellungen auf ihre statistische Signifikanz hin geprüft werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Konzepte Rechtspopulismus, Modernisierungsverlierer, Xenophobie, Autoritarismus, politische Unzufriedenheit und die empirische Wahlforschung geprägt.
Soziale Exklusion wird als immaterieller Indikator für Deprivation herangezogen, um zu untersuchen, ob Menschen, die sich von gesellschaftlichen Kontakten ausgeschlossen fühlen, eine höhere Affinität zu rechtspopulistischen Politikangeboten aufweisen.
Die Auswahl basiert auf der Verfügbarkeit von Daten im European Social Survey 2014 sowie einer Mindestfallzahl von 30 Wählern rechtspopulistischer Parteien pro Land, um statistisch valide Aussagen treffen zu können.
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