Masterarbeit, 2017
81 Seiten, Note: 1,0
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Einleitung
1 Zentrale Inhalte der MiFID I und II
1.1 Anforderungen und Ziele von MiFID I
1.1.1 Maßnahmen im Anlegerschutz
1.1.2 Marktbezogene Maßnahmen
1.2 Zentrale Neuerungen und Erweiterungen der MiFID II
1.2.1 Neuerungen und Erweiterungen im Anlegerschutz
1.2.2 Marktbezogene Neuerungen und Erweiterungen
1.2.3 MIFIR
1.2.4 ESMA
2 Transformation von MiFID II in deutsches Recht
2.1 Die europäische Richtlinie
2.1.1 Zweites Finanzmarktnovellierungsgesetz
2.1.2 Anderung der Richtlinie 2002/92/EG (Art. 91 MiFID II)
2.2 Delegierte Rechtsakte
3 Auswirkungen auf die deutsche Finanzbranche
3.1 Markt- und transaktionsbezogene Auswirkungen
3.1.1 Product Governance (Zielmarktidentifikation)
3.1.2 OTC-Handel
3.1.3 Transparenzvorschriften
3.2 Auswirkungen auf Anlageberatung, Finanzportfolio-verwaltung und Asset Management
3.2.1 Abhängige Anlageberatung (Geeignetheitserklärung)
3.2.2 Unabhängige Anlageberatung, Finanzportfolioverwaltung und Asset Management (Zuwendungen)
3.2.2.1 Monetäre Zuwendungen an unabhängige Anlageberater, Finanzportfolioverwalter und Asset Manager
3.2.2.2 Nichtmonetäre Zuwendungen an unabhängige Anlageberater, Finanzportfolioverwalter und Asset Manager
3.2.2.3 Zuwendungen: Research-Leistungen
3.2.3 Investmentfonds als Chance
3.3 Auswirkungen auf Finanzanlagevermittler und Versicherungsmakler
3.3.1 § 34f GewO Finanzanlagevermittler
3.3.2 Versicherungsmakler
4 Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen der durch die Europäische Union verabschiedeten Finanzmarktrichtlinie MiFID II sowie der begleitenden Verordnung MiFIR auf die Akteure des deutschen Finanzmarktes zu untersuchen und potenzielle Chancen für die Betroffenen zu identifizieren.
1.2.1 Neuerungen und Erweiterungen im Anlegerschutz
Ganz im Sinne einer unabhängigen Anlageberatung stand schon bei der Formulie rung von MiFID I die Vermeidung von Interessenskonflikten im Fokus des Gesetzge bers. Innerhalb der organisatorischen Anforderungen wurden dementsprechend einige Anpassungen z.B. im Bereich Product Governance vorgenommen: Eine Wert papierfirma, die Finanzinstrumente entwickelt und zum Verkauf bereitstellt, hat zukünftig anhand eines Produktgenehmigungsverfahrens sicherzustellen, dass je des Finanzinstrument83, bzw. jede bedeutsame Anpassung eines bereits vorhande nen Finanzinstrumentes, validiert wird, bevor es auf den Markt gelangt.84 Zudem müssen Wertpapierfirmen, die Handel in diesem Sinne betreiben, ihre Produkte regelmäßig überprüfen. Für jede Kundengruppe85 und jedes Finanzinstrument müssen Zielmärkte definiert, deren Risiken eingeschätzt und sichergestellt wer den, dass diese Zielmärkte mit der geplanten Vertriebsstrategie in Einklang ste hen.86 Dies bedeutet, dass das Risiko einer Anlage nicht mehr vollständig mit dem Erwerb auf den Käufer übergeht. Vielmehr stehen die Wertpapierfirmen in der Pflicht, auch nach dem Vertrieb regelmäßige Risikoanalysen durchzuführen und bei drastischen Veränderungen der Risikostruktur87 Maßnahmen88 zu ergreifen.89 Es soll dabei gewährleistet werden, dass jede Auftragsabwicklung im vollsten Inte resse des Kunden vollzogen wird.90
Einleitung: Dieses Kapitel liefert eine chronologische Einordnung der Finanzkrise 2007/2008 als Auslöser für die neue Regulierung sowie eine Hinführung zum Thema MiFID II und deren Umsetzung in deutsches Recht.
1 Zentrale Inhalte der MiFID I und II: Hier werden die Anforderungen und Ziele der ursprünglichen MiFID I erläutert und den grundlegenden Neuerungen sowie Erweiterungen durch MiFID II, MiFIR und die Arbeit der ESMA gegenübergestellt.
2 Transformation von MiFID II in deutsches Recht: Das Kapitel beschreibt den legislativen Prozess, insbesondere das zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz (2. FiMaNoG), und erläutert die Rolle der delegierten Rechtsakte bei der nationalen Umsetzung.
3 Auswirkungen auf die deutsche Finanzbranche: Der Kern der Arbeit untersucht detailliert die Folgen der Regulierung für den Markt, transaktionsbezogene Prozesse, Anlageberater, Asset Manager, Finanzanlagevermittler und Versicherungsmakler.
4 Ausblick: Abschließend werden zukünftige Entwicklungen skizziert, wie etwa die Veränderung der Vertriebsstrukturen, der Rückgang von Anlageberatern in Banken und die Rolle von Data Scientists als neue Gewinner.
MiFID II, MiFIR, Anlegerschutz, Finanzmarkt, Deutschland, Finanzmarktnovellierungsgesetz, Anlageberatung, Asset Management, Transparenzvorschriften, Interessenskonflikte, Product Governance, Research-Leistungen, Investmentfonds, Finanzanlagevermittler, Versicherungsmakler
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID II und der begleitenden Verordnung MiFIR auf den deutschen Finanzmarkt.
Die Arbeit behandelt Themen wie Anlegerschutz, Markttransparenz, die Regulierung von Finanzprodukten (Product Governance), den Umgang mit Zuwendungen und Research-Leistungen sowie die Rolle verschiedener Finanzakteure wie Banken, Anlageberater und Versicherungsmakler.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die strengeren europäischen Regularien auf die deutsche Finanzbranche auswirken und welche Herausforderungen sowie potenziellen Chancen sich für die Marktteilnehmer ergeben.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche und Analyse von etwa 100 Aufsätzen, Fachartikeln und Studien, um die signifikantesten Auswirkungen für die Branche herauszuarbeiten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Transformation der Richtlinie in deutsches Recht und die detaillierte Untersuchung der praktischen Auswirkungen auf verschiedene Bereiche, von Marktstrukturen bis hin zur konkreten Anlageberatung und den Auswirkungen für Vermittler.
Wichtige Begriffe sind insbesondere MiFID II, Anlegerschutz, Transparenzvorschriften, Provisionsverbote, Zielmarktidentifikation und die veränderten Anforderungen an die Aufzeichnungspflichten.
Weil MiFID II für die unabhängige Anlageberatung ein striktes Verbot von Zuwendungen (Provisionen) vorsieht, was die Vergütungsstruktur und die Geschäftsmodelle grundlegend verändert, während für abhängige Berater andere, wenn auch ebenfalls strengere, Regeln gelten.
Investmentfonds können laut Arbeit als Chance dienen, da sie es Verwaltern ermöglichen, administrative Prozesse wie die Dokumentation und Zielmarktprüfung effizienter zu gestalten, anstatt diese für jeden einzelnen Kunden individuell durchführen zu müssen.
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