Bachelorarbeit, 2017
64 Seiten, Note: 1,3
1. Depressionen
1.1 Definitionen
1.2 Symptomatik
1.3 Verlaufsformen
1.4 Ätiologie
2. Alkoholkonsum und Alkoholproblematik
2.1 Klassifikation der Konsumformen
2.2 Die Entwicklung pathologischer Trinkmotive
2.3 Formen des Trinkverhaltens nach Jellinek
3. Komorbidität psychischer Störungen und Störungen durch Substanzkonsum
3.1 Klassifikation nach ICD-10 und DSM-5
3.2 Ätiologiemodelle bei Doppeldiagnosen und komorbiden Störungen
3.3 Epidemiologie
4. Grundlagen und Konzept der Motivierenden Gesprächsführung
4.1 Ziele der Motivierenden Gesprächsführung
4.2 Theoretische Grundlagen der Motivierenden Gesprächsführung
4.3 Prinzipien der Motivierenden Gesprächsführung
4.4 Strategien der Motivierenden Gesprächsführung
5. Modifikation der Motivierenden Gesprächsführung
5.1 Bei Klienten/Patienten mit Depressionen
5.2 Bei Klienten/Patienten mit Depressionen und komorbider Alkoholproblematik
5.3 Grenzen und ethische Aspekte der Motivierenden Gesprächsführung
6. Motivierende Gesprächsführung in der Psychosozialen Arbeit
6.1 Rahmenbedingungen Sozialpsychiatrischer Zentren
6.2 Die Anwendung der Motivierenden Gesprächsführung in SPZ
7. Fazit
Diese Bachelor-Thesis untersucht die Anwendbarkeit und notwendige Modifikation der Motivierenden Gesprächsführung (MG) für Klienten mit einer Doppeldiagnose aus Depression und Störung durch Substanzkonsum (SSK) im Rahmen sozialpsychiatrischer Zentren. Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Kausalbeziehungen dieser Komorbidität zu entwickeln und eine beratende Vorgehensweise aufzuzeigen, die trotz störungsspezifischer Einschränkungen einen konstruktiven, personenzentrierten Veränderungsprozess ermöglicht.
4.2 Theoretische Grundlagen der Motivierenden Gesprächsführung
Die MG basiert auf mehreren Therapieschulen und beinhaltet Grundsätze der Gesprächspsychotherapie, der kognitiv-behavioralen Verhaltenstherapie sowie der Kommunikationspsychologie. Sie ist jedoch keine neue Therapieform, sondern eine Methode, die flexibel oder therapiestützend eingesetzt werden kann, wenn der Berater auf eine geringe Motivation, Widerstand oder Stagnation im Beratungsprozess trifft (vgl. Kremer und Schulz 2012: 8). Der Grundgedanke der MG, dass der Mensch in seiner Lebensgestaltung und den damit verbundenen Entscheidungen für oder gegen eine Veränderung seiner Gewohnheiten selbst verantwortlich ist, verdeutlicht den hohen Stellenwert der persönlichen Entscheidungsfähigkeit im Rahmen der MG (vgl. ebd.: 9). Basierend auf diesem Grundverständnis ist das Konzept MG darauf ausgereichtet, Menschen dabei zu helfen sich zu verändern. Betont werden in diesem Kontext die von Rogers geprägten Leitgedanken der Selbstaktualisierung und das Streben des Menschen nach Selbstverwirklichung. Die subjektive Sichtweise des Klienten wird zum wichtigen Bezugspunkt für folgende Veränderungsprozesse. Nach Rogers können neue Erfahrungen im Sinne einer Verhaltensänderung nur dann integriert werden, wenn sie mit dem Selbst kongruent sind. Misslingt diese Anpassung, entstehen Spannungen, die Abwehr- und Verteidigungsmechanismen hervorrufen. Die Aufgabe des Beraters besteht hier weniger darin vermeintliche Defizite zu betonen, sondern vielmehr darin die Ressourcen des Klienten hervorzuheben. In diesem Sinne handelt es sich bei der MG um ein „autonomieförderndes“ und „emanzipatorisches“ Verfahren (Kremer und Schulz 2012: 9).
1. Depressionen: Dieses Kapitel erläutert die Symptomatik, Verlaufsformen und Ätiologiemodelle depressiver Störungen als Grundlage für das Verständnis von Komorbiditäten.
2. Alkoholkonsum und Alkoholproblematik: Hier werden Konsumformen, die Entwicklung pathologischer Trinkmotive sowie die Klassifikation nach Jellinek analysiert, um eine Basis zur Einschätzung von Alkoholproblemen zu schaffen.
3. Komorbidität psychischer Störungen und Störungen durch Substanzkonsum: Das Kapitel befasst sich mit dem Begriff der Doppeldiagnose, den komplexen Kausalbeziehungen zwischen Sucht und Depression sowie theoretischen Ätiologiemodellen.
4. Grundlagen und Konzept der Motivierenden Gesprächsführung: Hier werden die Kernelemente, Ziele, theoretischen Bezugspunkte und Prinzipien der MG als Beratungskonzept dargestellt.
5. Modifikation der Motivierenden Gesprächsführung: Dieses Kapitel diskutiert, wie die MG methodisch an die Bedürfnisse von Klienten mit Depressionen und komorbider Alkoholproblematik angepasst werden kann, unter Einbeziehung ethischer Grenzen.
6. Motivierende Gesprächsführung in der Psychosozialen Arbeit: Das Kapitel überträgt das Konzept der MG auf die konkreten Rahmenbedingungen und Arbeitsweisen von Sozialpsychiatrischen Zentren (SPZ).
7. Fazit: Die abschließende Betrachtung fasst das Potenzial der MG für die Arbeit mit komorbiden Klienten zusammen und reflektiert die Herausforderungen in der sozialarbeiterischen Praxis.
Motivierende Gesprächsführung, Doppeldiagnose, Komorbidität, Depression, Alkoholabhängigkeit, Sozialpsychiatrisches Zentrum, klinische Sozialarbeit, Suchtbehandlung, Ambivalenz, Veränderungsprozess, Beziehungsaufbau, Beratung, Selbstwirksamkeit, Krisenintervention, Störungsmodell
Die Arbeit untersucht den Einsatz und die notwendige Anpassung der Motivierenden Gesprächsführung (MG) bei Klienten, die gleichzeitig unter Depressionen und einer Alkoholproblematik leiden.
Zentral sind die Dynamiken von Doppeldiagnosen (DD), die theoretischen Grundlagen der MG und die praktische Anwendung dieses Beratungsansatzes im Umfeld sozialpsychiatrischer Zentren.
Es soll geklärt werden, ob die MG bei dieser speziellen Patientengruppe ohne Änderungen anwendbar ist oder in der Praxis modifiziert werden muss, um den klinischen Anforderungen gerecht zu werden.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse von Fachliteratur, Klassifikationssystemen (ICD-10/DSM-5) und psychologischen Erklärungsmodellen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Depressionen und Sucht, die Analyse ihrer Wechselwirkungen, eine Darstellung der MG sowie die Ableitung spezifischer Modifikationen für die Praxis in SPZ.
Neben der Motivierenden Gesprächsführung sind Doppeldiagnose, Komorbidität, psychosoziale Arbeit und der therapeutische Beziehungsaufbau zentrale Begriffe.
Die MG betrachtet Widerstand nicht als persönliches Defizit des Klienten, sondern als Ausdruck von Ambivalenz, der durch Empathie und gezielte Gesprächsführung in einen Veränderungsprozess umgeleitet wird.
Die Arbeit betont den Wechsel von Compliance (gehorsames Befolgen von Empfehlungen) hin zu Adherence (aktive, selbstbestimmte Mitwirkung), da dies die Autonomie des Klienten stärkt und die Basis für nachhaltige Veränderung bildet.
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