Bachelorarbeit, 2017
46 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Welt in der wir leben und arbeiten
2.1 Was ist der Kapitalismus?
2.2 Die Entwicklung der Arbeiter*innenbewegung
2.3 Das okkulte Wesen des Kapitalismus
2.4 Die Entstehung der “doppelt freien“ Lohnarbeit
2.5 Wie bekommt mensch die Arbeitskraftgeber*innen dazu mehr zu leisten als sie müssen?
3 Der rechtliche Einfluss auf die Arbeitswelt
3.1 Bedeutung des Arbeitsrecht
3.2 Was will das Arbeitsrecht?
3.3 Was sind die Rechtsquellen?
3.3.1 Völkerrecht
3.3.2 Gesetze
3.3.3 Richterrecht und die “herrschende Meinung“
3.3.4 Tarifverträge
3.3.5 Betriebsvereinbarungen
4 Was ist mit der Entgrenzung der Arbeit gemeint?
4.1 Grundlegendes
4.1.1 Wo kommen wir her?
4.1.2 Wo fängt es an?
4.2 Wovon wird die Arbeit entgrenzt?
4.2.1 Gesetze i.V.m. Arbeitsverträge
4.2.2 Kollektivvereinbarungen
4.3 Woher kommen die Geräte vs. Arbeitskraftgeber*innenhaftung
4.3.1 Bring Your Own Device (BYOD)
4.3.2 Arbeitskraftgeber*innenhaftung
5 Der Betriebsrat bringt einen Stein ins Rollen!
5.1 Einführung der Digitalisierung
5.1.1 Unterrichtungsgegenstände nach §§ 90 und 91 BetrVG
5.1.2 Personalplanung sowie Sicherung und Förderung der Beschäftigten nach §§ 92 Abs. 1 und 2 sowie 92a BetrVG
5.1.3 Wirtschaftsausschuss nach §§ 106 ff. BetrVG
5.1.4 Betriebsorganisatorische Maßnahmen nach § 111 Satz 3 Nr. 4 BetrVG
5.1.5 Technische Maßnahmen nach § 111 Satz 3 Nr. 5 BetrVG
5.2 Umsetzung der Digitalisierung
5.2.1 Arbeitszeitregelungen nach § 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG
5.2.2 Überwachung nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG
5.2.3 Arbeitsschutz nach §§ 87 Abs. 1 Nr. 7, 91 BetrVG
5.2.4 Sonstige Mitbestimmungsmöglichkeiten
6 Ausblick
7 Fazit
Die Bachelorarbeit untersucht die Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeitswelt auf die Arbeitsbedingungen und analysiert, welche rechtlichen Handlungsspielräume Betriebsräte besitzen, um die Interessen der Arbeitnehmenden zu wahren. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Gestaltungsmacht der Mitbestimmungsorgane innerhalb des Spannungsfeldes von technologischem Rationalisierungsdruck und dem Schutz der Beschäftigten.
2.5 Wie bekommt mensch die Arbeitskraftgeber*innen dazu mehr zu leisten als sie müssen?
Damit die Arbeitskraftgeber*innen untereinander zusammenarbeiten ist Koordination nötig. Diese Funktion übernehmen meistens die Kapitalist*innen. Bei der großen Zahl an Arbeitskraftgeber*innen sei die kapitalistische Leitung auf Hilfe angewiesen, ähnlich wie beim Militär, benötigt sie Ober- und Unteroffiziere, die im Namen des Kapitals kommandieren.
Die Form des betrieblichen Herrschaftszusammenhangs hat sich im 20. Jahrhundert einschneidend verändert. Einschränkungen gab es durch gesetzliche Regelungen und durch gewerkschaftliche Verhandlungsprozesse. Dadurch gab es Tendenzen, dass von der Kapitalseite aus die Autonomie der Arbeitskraftgeber*innen über den Arbeitsprozess zu stärken. Allerdings wurde hierdurch der Zweck der kapitalistischen Produktion nicht in Frage gestellt. Es ging hauptsächlich darum, wie dieser Zweck besser durchgesetzt werden kann. Dabei zeigte sich gerade bei qualifizierten Tätigkeiten, den Arbeitskraftgeber*innnen einen höheren Grad der Autonomie zu geben. Dadurch werden diese motiviert und bringen ihre Erfahrungen und Leistungspotentiale freiwillig ein.
“Die für die Arbeitskraft zerstörerischen Tendenzen kapitalistischer Produktivkraftsteigerung zeigt sich unmittelbar in der Tendenz zur Ausdehnung und neuerdings zur “Flexibilisierung“ der Arbeitszeit. Produktivkraftsteigerung bedeutet zwar, dass dieselbe Menge an Produkten in kürzerer Zeit hergestellt werden kann. Unter kapitalistischen Bedingungen führt Produktivkraftsteigerung aber nicht zu einer Verkürzung der Arbeitszeit. Insbesondere wenn die Produktivkraftsteigerung durch den Einsatz von Maschinen erreicht wurde, ist das Ergebnis eher eine Verlängerung der Arbeitszeit sowie Schicht- und Nachtarbeit, um möglichst lange Maschinenlaufzeiten zu erreichen.“
Dies zeigt sich auch in der Beschäftigtenbefragung der IG Metall von 2017. Hier zeigt sich, dass die vertragliche Arbeitszeit in flächentarifgebundenen Unternehmen bei 64,4 % der Befragten bei 35 Stunden pro Woche liegt, tatsächlich arbeiten vier von fünf Befragten mehr als 35 Stunden pro Woche und fast jede*r zweite Befragte wünscht sich die 35 Stundenwoche.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Hype um die Digitalisierung und stellt die Problematik der Arbeitssituation sowie die Forschungsziele der Arbeit vor.
2 Die Welt in der wir leben und arbeiten: Dieses Kapitel definiert den Kapitalismus und analysiert die ökonomischen Grundlagen sowie die Entstehung der Lohnarbeit.
3 Der rechtliche Einfluss auf die Arbeitswelt: Es wird die Bedeutung des Arbeitsrechts sowie die verschiedenen Rechtsquellen und deren Funktion innerhalb des Arbeitslebens erläutert.
4 Was ist mit der Entgrenzung der Arbeit gemeint?: Das Kapitel untersucht Ursachen und Ausprägungen der Entgrenzung von Arbeit, einschließlich BYOD und rechtlicher Rahmenbedingungen.
5 Der Betriebsrat bringt einen Stein ins Rollen!: Hier werden die Mitbestimmungs- und Informationsrechte des Betriebsrats bei der Einführung und Umsetzung von Digitalisierungsprozessen analysiert.
6 Ausblick: Der Ausblick diskutiert mögliche zukünftige gesellschaftliche und tarifliche Veränderungen im Umgang mit Arbeit und Arbeitszeit.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Handlungsmöglichkeiten der Betriebsräte zusammen und plädiert für eine aktive Gestaltung der Arbeitswelt im Digitalisierungsprozess.
Digitalisierung, Arbeitswelt, Kapitalismus, Betriebsrat, Arbeitsrecht, Mitbestimmung, Rationalisierung, Arbeitszeit, Entgrenzung, IG Metall, Beschäftigtendatenschutz, Industrie 4.0, Arbeitskraft, Lohnarbeit, Tarifvertrag
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt und bewertet die rechtlichen Mitbestimmungsmöglichkeiten von Betriebsräten in diesem Kontext.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Kapitalismus als Rahmen, dem Arbeitsrecht, dem Phänomen der Arbeitsentgrenzung und den spezifischen Rechten des Betriebsrats bei Rationalisierungsmaßnahmen.
Ziel ist es, die Handlungsmöglichkeiten der Mitbestimmungsorgane im Spannungsfeld zwischen technologischer Rationalisierung und dem Schutz der Beschäftigten aufzuzeigen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse arbeitsrechtlicher und ökonomischer Konzepte, die durch aktuelle empirische Befragungsdaten der IG Metall und Arbeitgeberverbände ergänzt wird.
Der Hauptteil befasst sich mit den rechtlichen Grundlagen, den verschiedenen Formen der Arbeitsentgrenzung sowie detaillierten Mitbestimmungsrechten nach dem Betriebsverfassungsgesetz.
Die wichtigsten Begriffe sind Digitalisierung, Mitbestimmung, Betriebsrat, Arbeitsrecht und Rationalisierung.
Die Umfragen dienen dazu, die theoretischen Ausführungen zu untermauern und die praktische Realität in der M+E Industrie bezüglich Arbeitszeit und Digitalisierung abzubilden.
Der Autor schlussfolgert, dass Betriebsräte trotz begrenzter wirtschaftlicher Mitbestimmungsrechte über signifikante Handlungspotenziale verfügen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.
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