Bachelorarbeit, 2017
53 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Leistungsbewertung in Mannschaftssportarten bei den Special Olympics
2.1 Divisionierungsprozess
2.2 Aufbau der Bewertungsbögen
2.3 Leistungseinschätzungstest des Einzelsportlers
2.4 Die Bewertung kognitiver Defizite für die Leistungsfähigkeit
3 Kognitive Expertise
3.1 Kognition
3.2 Kognitive Prozesse
3.2.1 Wahrnehmung
3.2.1.1 Bottom-up-Prozess
3.2.1.2 Top-down-Prozess
3.2.1.3 Wahrnehmungsebenen im Sport
3.2.2 Aufmerksamkeit
3.2.2.1 Internale versus externale Aufmerksamkeitsfokussierung
3.2.2.2 Subprozesse der Aufmerksamkeit
3.2.2.2.1 Aufmerksamkeitsorientierung
3.2.2.2.2 Selektive Aufmerksamkeit
3.2.2.2.3 Geteilte Aufmerksamkeit
3.2.2.2.4 Konzentration
3.2.3 Gedächtnis
3.2.3.1 Sensorisches Gedächtnis
3.2.3.2 Kurzzeitgedächtnis
3.2.3.3 Arbeitsgedächtnis
3.2.3.4 Langzeitgedächtnis
3.2.3.5 „Flaschenhals“ Arbeitsgedächtnis
3.2.4 Denken und Problemlösen
3.2.5 Intelligenz
3.2.6 Sprache
3.3 Expertise
4 Leistungsbewertung im Mannschaftssport
4.1 Objektive versus subjektive Leistungsbewertung
4.2 Leistungsbewertung in Mannschaftssportarten
4.3 Die Domänen sportlicher Expertise
4.4 Kognitive Strategien von Experten
4.4.1 Chunking
4.4.2 Visual pivot
4.5 Exekutive Funktionen und Leistungsfähigkeit
4.5.1 Zielsetzungs- und Problemlösungsstrategie
4.5.2 Handlungssteuerung, Fehlerüberwachung und Inhibition
4.6 Metakognition
5 Fazit
5.1 Die Bedeutung kognitiver Expertise für die Leistungsfähigkeit im Mannschaftssport
5.2 Handlungsempfehlung für die Bewertung von Leistungsfähigkeit im Mannschaftssport bei den Special Olympics
Die Arbeit untersucht die Bedeutung kognitiver Expertise für die sportliche Leistungsfähigkeit im Mannschaftssport, insbesondere im Kontext geistig behinderter Sportler bei den Special Olympics. Ziel ist es zu erörtern, ob die bisherige Leistungsbewertung, die primär auf technischen und konditionellen Faktoren basiert, um kognitive Kriterien erweitert werden sollte, da diese einen maßgeblichen Einfluss auf das taktische Verhalten und die Entscheidungsfindung haben.
3.2.1.2 Top-down-Prozess
Über den Top-down-Prozess beeinflussen aber auch Wissen, Erfahrungen oder Wünsche, die im Gedächtnis abgespeichert sind, das gesamte Wahrnehmungsempfinden und ergänzen ggfs. unvollständige oder fehlende Informationen. Ein Fußballer, der über jahrelange, intensive Erfahrung als Spieler eine große Wissensrepräsentation in seiner Sportart im Gedächtnis aufgebaut hat, wird eine aktuelle Spielsituation differenzierter, mit Blick auf das Wesentliche, wahrnehmen als ein Anfänger in der Sportart. Sein Wissen und seine Vorerfahrung beeinflussen seine Wahrnehmung dahingehend, dass er schnell mit einem Blick wahrnehmen kann, wie in der jeweiligen Situation gehandelt werden sollte. Ist ein Dribbling mit dem Ball am Fuß zielführend, wenn der Spieler drei Gegenspieler direkt vor sich hat? Welche Bewegungen führen die Gegenspieler aus, welche Eigenbewegungen sind notwendig, um sich in dieser Spielsituation gegen eine Überzahl durchzusetzen?
Während der erfahrene Spieler aus seinem Vorwissen heraus, eventuell einem häufigen Scheitern in einer ähnlichen Situation, mit einem Blick eine bedrohliche Spielsituation wahrnimmt, hat der Anfänger diese Vorerfahrung nicht. Der erfahrene Spieler wird daher eher das Dribbling gegen eine Überzahl von Gegenspielern vermeiden, während der Anfänger die Spielsituation erst einmal gar nicht als bedrohlich wahrnimmt und unbedarft ins Dribbling geht.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Fragestellung nach dem Einfluss kognitiver Faktoren auf die sportliche Leistungsfähigkeit, insbesondere bei geistig behinderten Menschen im Kontext der Special Olympics.
2 Leistungsbewertung in Mannschaftssportarten bei den Special Olympics: Dieses Kapitel analysiert das bestehende System der Divisionierung und Bewertung, zeigt dessen Fokus auf Technik und Kondition auf und hinterfragt das Fehlen kognitiver Kriterien.
3 Kognitive Expertise: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Kognition dargelegt, darunter Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Denken, Problemlösen, Intelligenz und Sprache als Basis für sportliche Expertise.
4 Leistungsbewertung im Mannschaftssport: Dieses Kapitel vertieft das Verständnis für Expertise, analysiert Herausforderungen der Leistungsbewertung in Teamsportarten und untersucht kognitive Strategien wie Chunking und Visual Pivot sowie exekutive Funktionen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und schlägt vor, die Aufmerksamkeitsfokussierung als Kriterium in die Bewertungsbögen der Special Olympics aufzunehmen.
Kognitive Expertise, Mannschaftssport, Special Olympics, Leistungsbewertung, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Arbeitsgedächtnis, Exekutive Funktionen, Chunking, Visual Pivot, Taktik, Entscheidungshandeln, Mentale Repräsentation, Problemlösen
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss kognitive Fähigkeiten (Expertise) auf die sportliche Leistungsfähigkeit in Mannschaftssportarten haben und ob diese Aspekte bei der Bewertung von Sportlern, speziell bei den Special Olympics, stärker berücksichtigt werden sollten.
Die zentralen Themen umfassen die kognitive Psychologie im Sport, die Mechanismen von Expertise, die Rolle von exekutiven Funktionen sowie die Praxis der Leistungsbewertung bei den Special Olympics.
Das Ziel ist es zu prüfen, ob ein direkter Zusammenhang zwischen kognitiver Expertise und sportlicher Leistungsfähigkeit besteht, und falls ja, wie dieser bei der Einordnung von Leistungsstärken im Mannschaftssport (Divisionierung) bei den Special Olympics berücksichtigt werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse und der Anwendung psychologischer Modelle (wie dem Mehr-Speicher-Modell des Gedächtnisses) auf sportpraktische Situationen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung kognitiver Prozesse (Wahrnehmung, Gedächtnis, Denken) und deren Anwendung auf sportliches Expertenhandeln, ergänzt durch eine kritische Analyse der aktuellen Bewertungsverfahren im Special Olympics Sport.
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind kognitive Expertise, Leistungsbewertung, Special Olympics, Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeit, Chunking und exekutive Funktionen.
Experten verfügen über eine effektivere Wissensorganisation (z.B. durch Chunking), was ihnen ermöglicht, Spielsituationen schneller zu antizipieren, relevante Informationen präziser zu filtern und taktisch überlegene Entscheidungen unter Zeitdruck zu treffen.
Der Autor empfiehlt die Einführung einer Kategorie "Aufmerksamkeitsfokus weit/eng" mit einer entsprechenden Bewertungsskala, um die kognitive Komponente der Leistungsfähigkeit besser abzubilden.
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