Masterarbeit, 2017
104 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Hinführung zum Thema
1.2 Gegenstand, Problemstellung und Ziele der Arbeit
1.3 Gang der Untersuchung
1.4 Aufbau der Arbeit
2 Der Geschäftsmodellansatz
2.1 Der Begriff „Geschäftsmodell“
2.2 Geschäftsmodell und Strategie
3 Die Geschäftsmodellentwicklung
3.1 Ansätze zur Geschäftsmodellentwicklung
3.1.1 Ansatz von Bieger und Reinhold
3.1.2 Ansatz von Chesbrough et al.
3.1.3 Ansatz von Gassmann et al.
3.1.4 Ansatz von Hamel
3.1.5 Ansatz von Osterwalder und Pigneur
3.1.6 Ansatz von Teece
3.1.7 Ansatz von Wirtz
3.1.8 Ansatz von Zott und Amit
3.1.9 Sonstige Ansätze
3.2 Vergleich der Ansätze
3.3 Hemmnisse & Widerstände im Rahmen der Geschäftsmodellentwicklung
4 Geschäftsmodellentwicklung in der Lebensversicherungsbranche
4.1 Die Lebensversicherungsbranche
4.2 Besonderheiten und Herausforderungen der Lebensversicherungsbranche
4.3 Auswirkungen auf die Geschäftsmodellentwicklung
5 Konzeption und Durchführung der empirischen Analyse
5.1 Untersuchungsdesign
5.2 Stichprobenziehung
5.3 Erhebung der Daten
5.4 Aufbereitung und Analyse der Daten
6 Diskussion der Analyseergebnisse
6.1 Allgemeine Erkenntnisse zur Anwendung von modernen Ansätzen zur Geschäftsmodellentwicklung in der Lebensversicherungsbranche
6.2 Negative Critical Incidents im Rahmen der Geschäftsmodellentwicklung
6.3 Positive Critical Incidents im Rahmen der Geschäftsmodellentwicklung
6.4 Einschätzung des Nutzens von modernen Ansätzen zur Geschäftsmodellentwicklung
6.5 Kenntnisstand aktueller Ansätze zur Geschäftsmodellentwicklung
7 Schlussbetrachtung
Die Arbeit identifiziert die Grenzen und Möglichkeiten aktueller Ansätze zur Geschäftsmodellentwicklung im Kontext der deutschen Lebensversicherungsbranche. Dabei wird untersucht, inwieweit diese generischen Ansätze auf die spezifischen regulatorischen und wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche anwendbar sind, um zukunftsfähige Geschäftsmodelle zu etablieren.
1.1 Hinführung zum Thema
Seit jeher sind Unternehmen gezwungen, aufgrund technologischer Neuerungen, neuer Wettbewerber oder veränderter Kundenanforderungen, eine Anpassung ihrer Wertschöpfungsarchitekturen vorzunehmen. Oft reichen reine Produkt und Dienstleistungsinnovationen nicht mehr aus, um eine nachhaltige Position im Wettbewerb zu sichern (Vgl. Jansen & Mast, 2014, S. 25). Es ist vielmehr eine holistischere Betrachtung der Gesamtsituation von Nöten, die in der Praxis und in der Theorie in den letzten Jahren verstärkt unter den Begriffen Geschäftsmodell [Synonym: Business Model] und Geschäftsmodellentwicklung [Synonym: Business Model Innovation] diskutiert wird. Der Anstieg der wissenschaftlichen Artikeln in den letzten 10 Jahren, mit dem Terminus Business Model im Titel, verdeutlicht den Sachverhalt.
Ursprünglich aus der Wirtschaftsinformatik kommend, in dessen Kontext man unter Geschäftsmodellen die Darstellung der Geschäftsprozesse in Form einer grafischen Spezifikationssprache verstand (Vgl. Zollenkop, 2006, S. 27; Schmidt, 2014, S. 35), diffundierte der Begriff Ende der Neunziger mit dem Internet-Boom und dessen Crash in 2000 und 2001 in den betriebswirtschaftlichen Wissenschaftsbereich und gewann dort zunehmend an Relevanz (Vgl. Veit, Clemons, & Benlian, 2014, S. 56/S. 60; Bieger & Reinhold, 2011, S. 11; Eckert, 2014, S. 49). In den IT-getriebenen und digitalen Unternehmen der New Economy wurde unter dem Begriff Geschäftsmodell die Abbildung, Innovation und Evaluation der Geschäftslogik behandelt (Vgl. Veit, Clemons, & Benlian, 2014, S. 56). Im Lauf der letzten Jahre hat sich der Begriff des Geschäftsmodells als Abbildung der Geschäftslogik über alle Branchen hinweg verbreitet.
1. Einleitung: Diese Kapitel führt in die Relevanz der Geschäftsmodellentwicklung ein, definiert die Problemstellung der Lebensversicherungsbranche und erläutert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2 Der Geschäftsmodellansatz: Hier wird der Begriff des Geschäftsmodells theoretisch hergeleitet und von verwandten Konzepten wie der Strategie und den Geschäftsprozessen abgegrenzt.
3 Die Geschäftsmodellentwicklung: Dieses Kapitel liefert einen systematischen Überblick über acht ausgewählte Ansätze zur Geschäftsmodellentwicklung, vergleicht diese und beleuchtet Hemmnisse bei deren Anwendung.
4 Geschäftsmodellentwicklung in der Lebensversicherungsbranche: Es werden die Besonderheiten der Branche sowie aktuelle Herausforderungen (z.B. Niedrigzinsphase, Regulatorik) dargelegt und deren Einfluss auf die Geschäftsmodellentwicklung analysiert.
5 Konzeption und Durchführung der empirischen Analyse: Dieses Kapitel beschreibt das wissenschaftliche Vorgehen, das Untersuchungsdesign und die methodische Umsetzung der Experteninterviews.
6 Diskussion der Analyseergebnisse: Die empirischen Erkenntnisse werden ausgewertet, insbesondere hinsichtlich der Anwendbarkeit von Ansätzen und aufgetretener Critical Incidents.
7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Würdigung der Methodik und gibt Ausblicke auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Geschäftsmodell, Geschäftsmodellentwicklung, Lebensversicherungsbranche, Business Model Innovation, Strategie, Regulatorik, Niedrigzinsphase, Experteninterviews, Critical Incident Technique, Wertschöpfung, Innovation, Digitalisierung, Versicherungsmanagement, Business Model Canvas, Branchenspezifika.
Die Arbeit untersucht, wie moderne Ansätze zur Geschäftsmodellentwicklung auf die spezifischen Rahmenbedingungen der deutschen Lebensversicherungsbranche angewendet werden können.
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung von Geschäftsmodellen, die Identifikation von Hemmnissen in der Entwicklung sowie der Einfluss regulatorischer und makroökonomischer Faktoren auf die Versicherungsbranche.
Das Ziel ist die Identifikation der Grenzen und Möglichkeiten aktueller Ansätze zur Geschäftsmodellentwicklung im speziellen Kontext der Lebensversicherungsbranche.
Die Arbeit nutzt einen theoretischen Teil zur Literaturrecherche und einen empirischen Teil, der auf einer qualitativen Interviewreihe mit 15 Experten und der Anwendung der Critical Incident Technique basiert.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Analyse von acht gängigen Geschäftsmodellansätzen, die Untersuchung der branchenspezifischen Herausforderungen der Lebensversicherer und die Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Geschäftsmodellentwicklung, Lebensversicherungsbranche, Innovationsmanagement und regulatorische Rahmenbedingungen definieren.
Aufgrund der langanhaltenden globalen Niedrigzinsphase sind die einst versprochenen hohen Verzinsungsgarantien für die Unternehmen kaum noch ökonomisch tragfähig.
Die befragten Experten sehen diese neuen Akteure zwar als Konkurrenz bei einfachen Produkten und in der Kundenschnittstelle, halten den persönlichen Vertrieb komplexer Vorsorgeprodukte jedoch für langfristig gesichert.
Die Ansätze bieten oft nützliche Strukturen und Gedankenstützen, scheitern aber häufig an der vollständigen Lösung spezifischer, komplexer Critical Incidents, die aus menschlichem Versagen oder unternehmerischem Risiko resultieren.
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