Examensarbeit, 2017
81 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
1.1. Hintergründe und Fragestellung
1.2. Vorgehensweise
2. Muslimische Einwanderungsgeschichte und ihre empirische Situation in Bezug auf Herkunftsregionen und Konfessionen im Nachkriegsdeutschland
2.1. Muslimische Migrationsgeschichte im Nachkriegsdeutschland
2.2. Herkunftsregionen der muslimischen Migranten in Deutschland
2.3. Muslimische Konfessionen in Deutschland
3. Analyse der Integrationssituation von muslimischen Migranten anhand ausgewählter Indikatoren
3.1. Indikatoren für eine gelungene Integration
3.2. Deutschkenntnisse
3.3. Bildungsbeteiligung
3.4. Mischehen
3.5. Verbundenheit
4. Analyse und Ursachenforschung zu gängigen Problemfeldern, die mit dem Islam verknüpft werden
4.1. Festsetzung der Fallbeispiele und weitere Zielsetzung
4.2. Muslimische Parallelgesellschaften
4.2.1. Der Islam als alleinige Ursache von Parallelgesellschaften
4.2.2. Keine Belege für türkische Parallelgesellschaften
4.2.3. Mögliche Abschottung durch generalisierte Islamkritik und Islamophobie
4.3. Islamismus
4.3.1. Verbreitete fundamentalistische Haltungen bei muslimischen Migranten
4.3.2. Islamismus und Salafismus
4.3.3. Islamistische Vorstellungen im Widerspruch zur islamischen Theologie
4.3.4. Ursachen von Islamismus und Salafismus: Zwischen Modernisierungs- und Identitätskrise
4.4. Flüchtlingskriminalität als Beispiel für verzerrte Wahrnehmungen
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die kontroverse Fragestellung, ob der Islam als Hemmnis für die Integration muslimischer Migranten in Deutschland fungiert. Dabei wird analysiert, inwieweit die häufig in der Öffentlichkeit und Politik geäußerten Vorwürfe einer mangelnden Integrationsbereitschaft durch empirische Daten gestützt werden können, oder ob Integrationsprobleme primär auf historische, sozioökonomische und strukturelle Faktoren zurückzuführen sind.
1.1. Hintergründe und Fragestellung
Zunehmend werden Muslime in Deutschland als Bedrohung wahrgenommen. In repräsen tativen Befragungen hat der Anteil der Deutschen, die Muslime als bedrohlich empfinden, im Zeitraum 2012 bis 2014 von 53 Prozent auf über 57 Prozent zugenommen (vgl. Bertels mann-Stiftung 2015, S.9). Und auch wissenschaftliche Untersuchungen, wie von der Un iversität Bielefeld zeigen:
„im Rahmen des von 2002 bis 2012 dauernden Langzeitprojekt „Gruppenbezogene Menschen feindlichkeit […] eine signifikante Ablehnung von Muslimen in breiten Teilen der nichtmuslimi schen Bevölkerung. Fast drei Viertel lehnten die Aussage ab, die islamische Kultur passe in die westliche Welt und ein Viertel war sogar der Ansicht, dass Muslime die Zuwanderung nach Deutschland untersagt werden sollte.“ (Schröter 2016, S. 25)
Eine „Verschiebung vom „Ausländer-“ bzw. Migrantendiskurs zur religiösen Kategorisie rung […] (ist) zu beobachten“ (Wagner 2011, S.105), statt der „Ausländer“ wird vermehrt das Etikett „der Muslim“ als Sinnbild für Andersartigkeit verwendet (vgl. Spielhaus 2013 S.175). Oftmals mit dem Verweis auf Kriminalitätsraten, der Bildungsverweigerung, ab nehmender Deutschkenntnisse und mangelnder Loyalität auf Seiten der Muslime, welche bei Defiziten als Generalverdacht, vor allem die Integrationsverweigerung vorgeworfen wird (vgl. Grabau 2013, S.198).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Bedrohungswahrnehmung von Muslimen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Islam als Integrationshemmnis.
2. Muslimische Einwanderungsgeschichte und ihre empirische Situation in Bezug auf Herkunftsregionen und Konfessionen im Nachkriegsdeutschland: Dieses Kapitel zeichnet die Migrationsphasen nach und verdeutlicht die ethnische sowie konfessionelle Heterogenität innerhalb der muslimischen Bevölkerung.
3. Analyse der Integrationssituation von muslimischen Migranten anhand ausgewählter Indikatoren: Hier werden zentrale Integrationsindikatoren wie Deutschkenntnisse, Bildungsbeteiligung und soziale Anbindung untersucht, um empirische Belege für den Vorwurf mangelnder Integration zu prüfen.
4. Analyse und Ursachenforschung zu gängigen Problemfeldern, die mit dem Islam verknüpft werden: Dieses Kapitel hinterfragt kritisch die Themenkomplexe Parallelgesellschaften, Islamismus und Kriminalität und ordnet diese in soziale und gesellschaftliche Kontextfaktoren ein.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Islam nicht die Ursache für Integrationsprobleme ist, sondern eher eine Folge sozioökonomischer und struktureller Missstände.
Integration, Muslimische Migranten, Islam, Parallelgesellschaften, Islamismus, Salafismus, Bildungsbeteiligung, Kriminalität, Diskriminierung, Sozioökonomische Faktoren, Identitätskrise, Deutschland, Religionsmonitor, Arbeitsmigration, Verbundenheit
Die Arbeit untersucht, ob der Islam tatsächlich ein Hindernis für die Integration muslimischer Migranten in Deutschland darstellt, oder ob soziale und strukturelle Faktoren hierbei eine entscheidende Rolle spielen.
Die zentralen Felder umfassen die Einwanderungsgeschichte, die Bildungsbeteiligung, den Spracherwerb, die soziale Integration durch Mischehen sowie die kritische Analyse öffentlicher Vorwürfe wie Parallelgesellschaften und Islamismus.
Das primäre Ziel ist es, den pauschalen Vorwurf der Integrationsverweigerung wissenschaftlich zu entkräften und aufzuzeigen, dass Integrationsdefizite meist ein wechselseitiges Problem zwischen Mehrheitsgesellschaft und Migranten sind.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Auswertung bestehender sozialwissenschaftlicher Studien und Daten (wie z.B. dem Religionsmonitor oder Studien des BAMF), um Indikatoren für Integration empirisch zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Integrationslage anhand objektiver Kriterien sowie eine detaillierte Analyse spezifischer, kontroverser Problemfelder, bei denen der Islam oft fälschlicherweise als alleiniger Ursachenfaktor instrumentalisiert wird.
Wesentliche Begriffe sind Integration, Bildungsferne, sozioökonomische Segregation, strukturelle Benachteiligung und das kritische Hinterfragen medialer oder politischer Narrative über den Islam.
Die Arbeit sieht im deutschen Bildungssystem ein selektives System, das Kinder aus sozial schwachen Familien und mit Migrationshintergrund strukturell benachteiligt, anstatt den Islam selbst als Hemmnis zu sehen.
Auf Basis wissenschaftlicher Untersuchungen kommt die Arbeit zu dem Schluss, dass es keine Belege für systematische Parallelgesellschaften im Sinne einer willentlichen Abschottung gibt, sondern dass Segregation oft die Folge von Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt und sozioökonomischer Ungleichheit ist.
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