Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 POLITOLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN
2.1 Sprachverwendung in der Politik
2.2 Methodik der Politolinguistik
2.2.1 Begrifflichkeit von Begriffen
2.2.2 Schlagwörter
2.2.3 Subkategorien von Schlagwörtern
3 KORPUSLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN
3.1 Die Zusammenstellung des Korpus
3.2 Korpuslinguistische Operatoren
4 ARGUMENTATIONSMUSTER
5 ANALYSETEIL
5.1 Die Legitimationsphase
5.1.1 Der Bündnis-Topos
5.1.2 Der Sicherheits-Topos
5.1.3 Der Humanitäts-Topos
5.2 Die Realitätsphase und der Realitäts-Topos
6 SCHLUSS
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Legitimierung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan im Zeitraum von 2001 bis 2014 anhand von Plenardebatten des Deutschen Bundestages. Ziel ist es, durch eine semantische Analyse auf Basis korpuslinguistischer Methoden aufzuzeigen, wie Politiker mithilfe spezifischer Schlüsselbegriffe und Argumentationsmuster (Topoi) den Einsatz rechtfertigen oder kritisch hinterfragen.
Die Semantik des Krieges
„Willkommen in der Wirklichkeit! Natürlich handelt es sich nicht um Krieg. Wir haben noch nicht die richtige Begrifflichkeit dafür.“
Eben diese Begriffsproblematik ist charakteristisch für den Afghanistandiskurs von 2001-2014, denn an Worte sind Handlungen und Entscheidungen geknüpft. Dabei ist eine linguistische Betrachtung der verwendeten Beschreibungen für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan aufgrund der Aktualität und Brisanz hochinteressant. Im Rahmen dieser Arbeit werden fünf Plenardebatten des Bundestages untersucht, um festzustellen welche Schlüsselbegriffe für das Finden der richtigen Begrifflichkeit relevant sind. Zudem soll eine Einteilung in Argumentationsmuster (Topoi) dem Analyseteil eine übersichtliche Struktur verleihen. Es wird stets die Frage gestellt, wie die Politiker mithilfe von Sprache einen möglichen Einsatz rechtfertigen bzw. kritisch betrachten. Die Analyse ist in zwei Zeitabschnitte unterteilt, wobei anfangs der Beginn des Diskurses und zuletzt das sich abzeichnende Ende des Unterfangens untersucht werden.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Begriffsproblematik des Afghanistandiskurses und Erläuterung des methodischen Vorgehens anhand von Plenarprotokollen.
2 POLITOLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN: Theoretische Herleitung der Politolinguistik und Definition relevanter sprachlicher Konzepte wie Schlagwörter und Begrifflichkeiten.
3 KORPUSLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN: Vorstellung der korpuslinguistischen Methoden und der Kriterien für die Auswahl des untersuchten Textkorpus.
4 ARGUMENTATIONSMUSTER: Einführung in das Konzept der Topoi als Grundlage für die Argumentationsanalyse im politischen Kontext.
5 ANALYSETEIL: Detaillierte Untersuchung der Legitimations- und Realitätsphase anhand konkreter Topoi und Schlüsselbegriffe.
6 SCHLUSS: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der Wortwahl in politischen Entscheidungsprozessen.
Politolinguistik, Afghanistankonflikt, Diskursanalyse, Korpuslinguistik, Legitimationsdiskurs, Topos, Schlüsselbegriffe, Politische Sprache, Rhetorik, Kriegsähnliche Zustände, Sprachliche Legitimation, Argumentationsmuster, Neologismen, Ideologievokabular.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Untersuchung, wie der Bundeswehreinsatz in Afghanistan im Deutschen Bundestag über einen Zeitraum von 13 Jahren sprachlich begründet und legitimiert wurde.
Im Fokus stehen die Begriffe, die Politiker zur Rechtfertigung des Einsatzes verwendet haben, die Rolle von Bündnissolidarität, Sicherheitsversprechen und humanitären Zielen sowie der Wandel der Begrifflichkeiten im Zeitverlauf.
Das Ziel ist die enge Verknüpfung von politischen Denkmustern und den dazugehörigen Schlüsselbegriffen aufzuzeigen, um die Macht von Wörtern in Legitimationsdiskursen offenzulegen.
Die Arbeit nutzt korpuslinguistische Methoden (Kookkurrenz- und KWIC-Analyse) sowie die politikwissenschaftliche Diskursanalyse, insbesondere die Identifikation von Argumentationsmustern (Topoi) nach dem Toulmin-Schema.
Der Analyseteil ist in eine Legitimationsphase (2001) und eine Realitätsphase (2009-2011) unterteilt, in denen unterschiedliche Topoi wie der Bündnis-, Sicherheits- und Humanitäts-Topos sowie der Realitäts-Topos untersucht werden.
Zentrale Begriffe sind neben „Afghanistan“ vor allem „Terrorismus“, „Bündnisfähigkeit“, „Freiheit“, „Humanität“ und „Kriegsähnliche Zustände“.
Er fungiert in der frühen Legitimationsphase als Hochwertwort, das Deutschland unter moralischen Handlungsdruck setzte, um an der Seite der USA zu stehen, unabhängig von einer tiefgreifenden inhaltlichen Debatte über den Sinn des Einsatzes.
Sie dokumentiert den sprachlichen Wandel, der durch die Eskalation und die Kunduz-Affäre ausgelöst wurde, wobei Begriffe wie „kriegsähnliche Zustände“ als linguistische Übergangslösungen dienten, um den umstrittenen Begriff „Krieg“ zu vermeiden.
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