Doktorarbeit / Dissertation, 2017
213 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Bildpropaganda im chinesischen Kommunismus
2.1 Die Vorläufer der Propagandakunst im alten China
2.2 Propagandakunst im kommunistischen Staat
2.3 Propagandakunst im chinesischen Marxismus
2.4 Der Einsatz von Vorbildern durch die KPCh
2.5 Das Funktionsprinzip des kommunistischen Propagandasystems
2.6 Die Propagandaabteilung
3. Bildpropaganda in historischer Betrachtung
3.1 Vorläufer der chinesischen Bildpropaganda
3.1.1 Die chinesische Malerei
3.1.2 Die alte Holzschnittillustrationen
3.1.3 Die Neujahrsbilder
3.1.4 Die neue Holzschnittkunst
3.2 Die Funktion der Kunst bei Mao Zedong
3.2.1 Die „Yan'an-Reden“ Maos
3.2.2 Die Nachahmung des sowjetischen Sozialistischen Realismus
3.3 Das kommunistische Propagandaplakat bis zur Reform- und Öffnungspolitik
3.3.1 Machtkonsolidierung und Mobilisierung der Bevölkerung
3.3.2 Frühe Kampagnen
3.3.3 Der „Große Sprung nach vorne“
3.3.4 Die Propagandakunst während der „Kulturrevolution“ ( 1966-1976)
3.3.4.1 „ Kulturrevolution“
3.3.4.2 Propagandakunst während der „Kulturrevolution“
3.3.4.3 Konzept der bildenden Kunst
3.3.4.4 Inhalt der Propagandaplakate
3.3.4.5 Die Bauernmaler von Huxian
3.3.5 Das Ende der „Kulturrevolution“
3.3.6 Fazit
3.4 Die Bildpropaganda nach der Reform- und Öffnungspolitik
3.4.1 Politische Entwicklungen
3.4.2 Die Reform- und Öffnungspolitik
3.4.3 Propagandakunst während der „Vier Modernisierungen“
3.4.4 Folgen der Reform- und Öffnungspolitik
3.4.5 Bildpropaganda im Wandel
3.4.6 Fazit
4. Bildpropaganda in aktueller Betrachtung
4.1 Politische Entwicklungen
4.2 Die künstlerischen Entwicklungen nach dem "Tiananmen-Massaker“
4.3 Propagandakunst und Moderne
4.3.1 Digitale Medien
4.3.2 Das Erscheinen neuer Propaganda
4.3.3 Schwierigkeiten der Propagandakunst in der Gegenwart
5. Deutung und Analyse der Bildpropaganda unter Betrachtung der Entwicklung zwischen 1949 und 1989
5.1 Allgemeine Themen
5.1.1 Historische Themen
5.1.2 Politische Themen
5.1.3 Gesellschaftliche Themen
5.1.4 Wirtschaftliche Themen
5.2 Stilistische Entwicklungen
5.3 Besondere Zielgruppen
5.4 Die Aussagen der Bilder
5.4.1 Farbe
5.4.2 Klassifizierung der Bildelemente
5.4.3 Symbole und Attribute
5.5 Der Künstler als Spiegel der Gesellschaft
5.6 Fazit
6. Schluss
Diese Arbeit analysiert die Rolle der Bildpropaganda als politisches Instrument in der Volksrepublik China im Zeitraum von 1949 bis 1989. Ziel ist es zu untersuchen, wie die KPCh visuelle Medien nutzte, um ideologische Rahmenrichtlinien zu vermitteln, Verhaltensweisen zu steuern und gesellschaftlichen Wandel zu beeinflussen.
2.4 Der Einsatz von Vorbildern durch die KPCh
Mao Zedong und die anderen KPCh-Führer benutzten die Vorbilder als Mittel der Propaganda, da sie glaubten, das chinesische Volk einfach durch Vorbilder zum erwünschten Verhalten hinsteuern zu können. Die Vorbilder in der Kunst und Literatur spiegelten einerseits die Einschätzung der Staatsführung über die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage wieder und betonten andererseits ihren Standpunkt vom erforderlichen Verhalten des Volkes, um die beabsichtigten Veränderungen hervorzubringen. Deshalb verknüpfte die KPCh dieser Vorbilder in erster Linie mit der Ideologie Lenins und setzte sie vom Propagandaapparat in den passenden Stil und Bilder um.
Nach Stefan Landsberger sollte ein Vorbild allgemeine „Anerkennung verdienen, und jeder sollte Elemente oder Erfahrungen aus dem eigenen Leben darin wiederentdecken können, und zwar überlebensgroß. Es wurde von der Öffentlichkeit erwartet, dass sie auf die Bekanntgabe des erwünschten Verhaltens positiv reagiert. Die Präsentation eines Vorbildes wurde oft als Lösung von Verhaltensproblemen angesehen, es gab aber keinen erkennbaren Versuch, die Auswirkungen des propagierten Musterverhaltens vorher einzuschätzen. Im Idealfall funktioniert ein Vorbild als positives moralisches Beispiel. Es repräsentierte die Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen, denen die Massen nacheifern sollten. Das Vorbild konnte eine Person, eine Kommune, ein Ölfeld oder eine Fabrik sein... Ein Vorbild sollte offizielle Beschlüsse an die Massen weiterleiten wie ein Fließband.“
Mao brachte die Vorbilder als Kommunikation zwischen Massen und Führung zur Institutionalisierung. Er erklärte: „Nimm die Gedanken der Massen (verstreute und unsystematische Ideen) und bündele sie (forme sie durch eingehendes Studium in gebündelte und systematische Ideen um), gehe dann zu den Massen, verbreite und erkläre diese Ideen, bis die Massen sie als ihre eigenen annehmen, behalte sie bei, gestalte diese in Handlungen um und überprüfe dann die Richtigkeit der Ideen anhand der Handlungen. Bündele anschließend die Ideen der Massen erneut, gehe wieder zu ihnen und sorge dafür, dass die Ideen aufrechterhalten und umgesetzt werden. Fahre so fort, immer wieder, in einer endlosen Spirale, so dass die Ideen jedes mal an Richtigkeit, Kraft und Fülle zunehmen“.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der chinesischen Bildpropaganda als machtpolitisches Instrument der KPCh ein und umreißt den historischen Rahmen von 1949 bis 1989.
2. Bildpropaganda im chinesischen Kommunismus: Dieses Kapitel erläutert die theoretische Verknüpfung von Kunst und Politik unter Mao Zedong, wobei insbesondere die Bedeutung von Vorbildern und die Rolle der Propagandaabteilung untersucht werden.
3. Bildpropaganda in historischer Betrachtung: Hier erfolgt eine chronologische Untersuchung der Bildpropaganda, gegliedert in die Zeit vor 1949, die Phase nach der Staatsgründung, die Ära der „Vier Modernisierungen“ und die Zeit der Kulturrevolution.
4. Bildpropaganda in aktueller Betrachtung: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der Propagandakunst im Kontext moderner digitaler Medien und die damit verbundenen Herausforderungen für die chinesische Regierung.
5. Deutung und Analyse der Bildpropaganda unter Betrachtung der Entwicklung zwischen 1949 und 1989: Die abschließende Analyse untersucht übergreifende Themen, stilistische Entwicklungen, die Bedeutung von Symbolen und die Funktion des Künstlers als Spiegel der Gesellschaft.
6. Schluss: Das Schlusskapitel resümiert, dass die Bedeutung der Bildpropaganda im Wandel der Zeit abgenommen hat, sie aber dennoch ein zentrales Zeugnis der chinesischen Geschichte und politischen Entwicklung bleibt.
Bildpropaganda, China, KPCh, Mao Zedong, Kommunismus, Kulturrevolution, Reform- und Öffnungspolitik, Vier Modernisierungen, Sozialistischer Realismus, Massenmobilisierung, Personenkult, Vorbilder, Propagandaabteilung, Visuelle Kultur, Moderne.
Die Dissertation untersucht die Entwicklung und Funktion von Bildpropaganda in der Volksrepublik China zwischen 1949 und 1989, insbesondere deren Rolle als politisches Steuerungsinstrument der KPCh.
Zentral sind der Zusammenhang zwischen traditionellen konfuzianischen Werten und maoistischer Ideologie, der Einsatz von visuellen Vorbildern, die Rolle von Künstlern sowie der Wandel der Bildsprache durch politische Reformen.
Die Untersuchung zielt darauf ab, die Wirksamkeit der Bildpropaganda als Kommunikationsmittel zur Erziehung und Mobilisierung der Bevölkerung in den verschiedenen Phasen der chinesischen Geschichte unter der KPCh zu analysieren.
Die Autorin kombiniert historische Analysen mit einer inhaltlichen Bildanalyse, um die propagandistische Struktur der Kunstwerke und deren Bezug zu sozio-politischen Entwicklungen (z.B. Kulturrevolution, Reformpolitik) aufzuzeigen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Untersuchung der verschiedenen Epochen, eine Analyse aktueller digitaler Einflüsse auf die Propaganda sowie eine inhaltliche Deutung der Bildmotive, Stile und Symbole.
Die zentralen Charakteristika sind Bildpropaganda, Mao-Kult, Massenmobilisierung, Kulturrevolution, Sozialistischer Realismus und die Transformation von Kunst in der Reformära.
Nach der Kulturrevolution verlor die politische, heroische Bildpropaganda zugunsten von Themen wie wirtschaftlicher Aufbau und modernem Konsum an Bedeutung, während neue technologische Symbole in den Vordergrund rückten.
Das kleine Rote Buch fungierte als visuelles Standardattribut, das Maos Allgegenwärtigkeit und die absolute Loyalität gegenüber der Partei symbolisierte und als einheitliches Richtmaß für das tägliche Verhalten diente.
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