Bachelorarbeit, 2017
54 Seiten, Note: 1,3
1. Hinführung zum Thema
2. Begriffsexplikation
3. Historischer Rückblick
3.1 Die bürgerliche Familie
3.2 Familie seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
3.3 Zwischenfazit
4. Die Individualisierungsthese von Ulrich Beck als Erklärungsansatz innerfamilialer Arbeitsteilung
5. Familienpolitische Rahmenbedingungen
6. Die gegenwärtige Situation von Männern und Frauen im Spannungsfeld von Familie und Beruf
5.1 Einstellungen im Wandel
5.2 Innerfamiliale Arbeitsteilung
6. Fazit – Traditionell oder egalitär?
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der innerfamilialen Arbeitsteilung in Deutschland, um zu klären, wie Männer und Frauen heutzutage Familie und Beruf vereinbaren und inwieweit sich traditionelle Rollenbilder trotz gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse in der Realität fortsetzen.
3.1 Die bürgerliche Familie
Mit dem Aufstieg des Bürgertums im späten 18. und 19. Jahrhundert entstand allmählich das Leitbild der bürgerlichen Familie, welches sich in der westlichen, modernen Kultur als geltendes Ideal durchgesetzt hat (vgl. BURKART 2008: 121f). Für die Entstehung des bürgerlichen Familienmodells als Leitbild sind vor allem zwei Entwicklungen zu nennen: Zum einen die Genese des wohlhabenden sowie gebildeten Bürgertums seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, zum anderen tiefgreifende gesellschaftliche Verlagerungen aufgrund der Industrialisierung (vgl. GEIßLER/ MEYER 2014: 415). Stellt man das bürgerliche Familienmodell seinem „Vorläufer“ – dem Ganzen Haus - gegenüber, sind weitreichende Veränderungen festzustellen. War das Ganze Haus neben der Wohnstätte auch zugleich Produktions- und Arbeitsstätte, zeichnete sich das Familienmodell des Bürgertums dadurch aus, dass eine räumliche Trennung dieser beiden Bereiche erfolgte sowie familienfremde Personen ausgeschlossen wurden und dadurch ein Privatraum entstand (vgl. BURKART 2008: 122). Es wurde somit eine klare Grenze zur Außenwelt gezogen und die Familie wurde zu einer gesonderten, intimen sozialen Einheit, da erst mit der räumlichen Absonderung sowie durch Ausschluss familienexterner Personen eine Isolierung der eigentlichen Familie möglich war. Mit der Auslagerung der Produktion aus dem Familienbereich veränderten sich zugleich auch die Zuständigkeiten der Familienmitglieder.
Waren im Ganzen Haus alle Haushaltsmitglieder – ergo auch Frauen beziehungsweise Mütter - gleichwertig in die Produktion mit eingebunden, erfolgte nach der Trennung eine Polarisierung der Geschlechterrollen (vgl. PEUCKERT 2012: 14). Das heißt, dass die verschiedenen Zuständigkeiten der beiden Lebensbereiche Wohnstätte und Arbeitsplatz je einem Geschlecht übertragen wurden. Der Mann als Familienoberhaupt und Ernährer war zuständig für die Berufsarbeit und somit für die finanzielle Sicherheit, die Frau hingegen widmete sich voll und ganz dem familialen Binnenraum (vgl. RERRICH 1990: 40). Die Erwerbstätigkeit der Frau wurde nur noch im Notfall akzeptiert; allenfalls ein Zuverdienst durch voreheliche Erwerbsarbeit war ihnen zugestanden (vgl. HAUSEN 2012: 203). Diese Tatsache führte zu veränderten Geschlechterverhältnissen.
1. Hinführung zum Thema: Einleitung in den Wandel der Familienstrukturen und Problemstellung bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
2. Begriffsexplikation: Definition der zentralen Begriffe „Familie“ und „Innerfamiliale Arbeitsteilung“ zur Vermeidung von Interpretationsschwierigkeiten.
3. Historischer Rückblick: Untersuchung der Entwicklung des bürgerlichen Familienmodells seit dem 18. Jahrhundert und der daraus resultierenden Geschlechterrollen.
4. Die Individualisierungsthese von Ulrich Beck als Erklärungsansatz innerfamilialer Arbeitsteilung: Analyse, wie Modernisierungsprozesse die traditionellen Bindungen und die Aufteilung der Arbeit innerhalb von Familien beeinflussen.
5. Familienpolitische Rahmenbedingungen: Darstellung politischer Maßnahmen und deren Einfluss auf die partnerschaftliche Verteilung von Familien- und Erwerbsarbeit.
6. Die gegenwärtige Situation von Männern und Frauen im Spannungsfeld von Familie und Beruf: Empirische Untersuchung aktueller Einstellungen und des tatsächlichen Verhaltens bei der Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit.
6. Fazit – Traditionell oder egalitär?: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Realität partnerschaftlicher Arbeitsteilung.
Familiensoziologie, innerfamiliale Arbeitsteilung, Geschlechterrollen, bürgerliches Familienmodell, Individualisierung, Ulrich Beck, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbsbeteiligung, Genderdebatte, Sorgearbeit, Rollenverteilung, Haushaltsführung, Elternzeit, Modernisierungsprozesse, Retraditionalisierung.
Die Arbeit untersucht, wie Männer und Frauen in modernen deutschen Familien Erwerbs- und Familienarbeit aufteilen und inwieweit das Ziel einer partnerschaftlichen bzw. egalitären Arbeitsteilung tatsächlich erreicht wurde.
Die Schwerpunkte liegen auf dem historischen Wandel der Familie, den Auswirkungen der Individualisierungstheorie, familienpolitischen Rahmenbedingungen sowie der Diskrepanz zwischen modernen Einstellungen und tatsächlicher Praxis.
Die Arbeit fragt, wie Männer und Frauen heute Familie und Beruf vereinbaren und ob sich aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen die Beteiligung an Haus- und Erwerbsarbeit tatsächlich egalitär verändert hat.
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf umfangreicher Fachliteratur sowie der Auswertung empirischer Studien und Daten (z.B. Allbus, OECD-Berichte, DJI-Untersuchungen) basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Rückblick, die theoretische Fundierung durch Ulrich Beck, die Analyse familienpolitischer Maßnahmen sowie eine umfassende Betrachtung der gegenwärtigen Situation anhand aktueller Einstellungs- und Zeitverwendungsdaten.
Wesentliche Begriffe sind „Innerfamiliale Arbeitsteilung“, „Individualisierung“, „Retraditionalisierung“, „Vereinbarkeit“ und „Geschlechterrollen“.
Ulrich Becks Theorie dient als Erklärungsansatz dafür, warum trotz gesellschaftlicher Freisetzung und gestiegener Handlungsspielräume für Frauen keine automatische Gleichstellung in der Arbeitsteilung erfolgte, sondern neue Spannungsfelder entstanden.
Die Daten zeigen, dass nach der Familiengründung oft eine „Retraditionalisierung“ einsetzt, bei der Frauen ihre Erwerbstätigkeit reduzieren, während Männer meist in Vollzeit verbleiben, wodurch die ungleiche Arbeitsteilung manifestiert wird.
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