Magisterarbeit, 2002
127 Seiten
1. Gegenstandsbereich und Problemstellung
1.1 Zielsetzung
1.2 Stand der Forschung
1.3 Vorgehensweise
1.4 Begriffsbestimmungen
2. Von einer Mehrheit zur Minderheit im eigenen Land
2.1 Die traumatische Konfrontation mit dem Zionismus und der britischen Kolonialpolitik
2.2 Die Transfer – Ideologien im Zionismus und ihre Durchsetzung bis 1956
2.3 Der UNO-Teilungsplan Palästinas von 1947
2.4 Die palästinensische Nationalbewegung bis 1948
3. Die Entwicklung der politischen Orientierung und das politischen Bewußtsein der palästinensischen Minderheit
3.1 Resignation und Militäradministration bis 1966
3.2 Das Erwachen aus dem Schock bis 1982
3.2.1 Der „Wiedervereinigungseffekt“
3.2.2 Tag des Bodens März 1976, Wendepunkt im politischen Bewußtsein
3.3 Zurück zu den Wurzeln, Palästinensierung Kontra Israelisierung
3.3.1 Die Intifada ein Meilenstein in der Palästinensierung des politischen Bewußtsein
4. Die palästinensische Minderheit im jüdischen ethnischen Staat
4.1 Der rechtliche Status der Palästinenser in Israel
4.2 Wirtschaftliche Desintegration, von einer Agragesellschaft zu einer Arbeiter-Reservearmee
4.3 Das Bildungssystem und sein Einfluß auf das politischen Bewußtsein
5. Das politische Leben und die politische Teilnahme der palästinensischen Minderheit in Israel
5.1 Die politischen Parteien und ihren politischen Programme
5.2 Massen- und Berufsorganisationen
5.3 Nicht Regierungsorganisationen (NRO) als eine Substitution
5.4 Das Kommunalverwaltungssystem
6. Die palästinensische Minderheit in Israel und der Friedensprozeß
6.1 Das Oslo-Abkommen und das Gefühl der Einsamkeit
6.2 Die Wahlen von 1996
6.3 Ausbruch der zweiten Intifada „Unabhängigkeitsintifada“ der politische Kreuzung für die palästinensischen Minderheit
6.4 Die Ministerpräsidentenwahlen von Februar 2001 und ihre Folgen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die politische Partizipation der palästinensischen Minderheit innerhalb des jüdisch-ethnischen Staates Israel, mit dem Ziel, die Transformation ihres politischen Bewusstseins von der Resignation hin zum nationalen Erwachen und zur Forderung nach Anerkennung als nationale Minderheit nachzuzeichnen.
1.1 Zielsetzung
Der Staat Israel steht seit der Gründung am 14.Mai 1948 vor einem schweren Widerspruch, der sich auch in seiner Unabhängigkeitserklärung deutlich an zwei markanten Stellen zeigt: „...Demzufolge haben wir, die Mitglieder des Nationalrates, als Vertreter der jüdischen Bevölkerung und der zionistischen Organisation, heute, am letzten Tag des britischen Mandats über Palästina, uns hier eingefunden und verkünden hiermit Kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes und aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel – des Staates Israel“. An anderer Stelle steht „... Der Staat Israel wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten.... wir wenden uns – selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind – an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen."1
Der Widerspruch liegt in der Kennzeichnung des Staates Israel als die nationale Heimat für alle Juden auf dieser Welt und dem Recht jedes Menschen jüdischen Glaubens dorthin zu immigrieren und zudem in der Tatsache, dass eine palästinensische Minderheit mittendrin lebt. Israel nach der Definition ihrer Gründer ist ein national ethnischer Staat und die einzige Heimat aller Juden auf der Welt. Eine plausible Erklärung für den Verbleib einer palästinensischen Minderheit innerhalb seiner Grenzen blieb der Staat Israel der Welt bis heute schuldig!
1. Gegenstandsbereich und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den zentralen Widerspruch Israels als jüdisch-ethnischer Staat mit palästinensischer Minderheit ein und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Von einer Mehrheit zur Minderheit im eigenen Land: Hier wird der historische Kontext der Konfrontation zwischen zionistischer Bewegung und palästinensischer Bevölkerung bis 1948 beleuchtet, einschließlich der Folgen des UNO-Teilungsplans.
3. Die Entwicklung der politischen Orientierung und das politischen Bewußtsein der palästinensischen Minderheit: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Phasen der politischen Entwicklung von der Resignation unter Militärverwaltung bis hin zur wachsenden Identifikation mit der PLO und dem nationalen Erwachen.
4. Die palästinensische Minderheit im jüdischen ethnischen Staat: Die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Lage der Palästinenser in Israel wird hier detailliert als strukturelle Ausgrenzung dargestellt.
5. Das politische Leben und die politische Teilnahme der palästinensischen Minderheit in Israel: Dieses Kapitel behandelt die politischen Parteien, Organisationsstrukturen und die Partizipation der Minderheit am politischen System Israels.
6. Die palästinensische Minderheit in Israel und der Friedensprozeß: Das Fazit zieht eine Bilanz der politischen Auswirkungen des Friedensprozesses seit Oslo auf das Identitätsverständnis und die politische Krise der Minderheit.
Palästinensische Minderheit, Israel, Zionismus, Politisches Bewusstsein, Nationalbewegung, Staatsbürgerschaft, Integration, Diskriminierung, Friedensprozess, Identitätskrise, PLO, Minderheitenrechte, Politische Partizipation, Landfrage, Intifada
Die Arbeit befasst sich mit der Situation der palästinensischen Minderheit in Israel, ihrer politischen Emanzipation und der Herausforderung, Identität in einem Staat zu bewahren, der sich primär als jüdische nationale Heimat definiert.
Die zentralen Themen sind die historische Genese der palästinensischen Minderheit, die Auswirkungen staatlicher Kontrollmechanismen, die Rolle des Zionismus sowie der Einfluss regionaler Konflikte und Friedensprozesse auf das palästinensische Selbstverständnis.
Ziel ist es, die Entwicklung der politischen Orientierung der Palästinenser in Israel nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sie sich aus einer Phase der Resignation zu einer politisch aktiven und national bewussten Minderheit entwickelt haben.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, stützt sich auf umfangreiche Literatur zur Nahostproblematik sowie auf zeitgenössische Quellen, Pressemeldungen und soziologische Analysen der politischen Landschaft.
Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die sozioökonomischen Benachteiligungen (insbesondere die Landfrage), die Rolle der politischen Parteien und die tiefgreifenden Auswirkungen des Friedensprozesses von Oslo.
Wichtige Begriffe sind Palästinensische Minderheit, Israel, Zionismus, Identitätskrise, Politische Partizipation, Palästinensierung und Landenteignung.
Der Autor bewertet den Friedensprozess kritisch; er sieht darin eine Ursache für eine tiefe politische Krise und Identitätsverunsicherung, da die Hoffnung auf Gleichberechtigung in Israel durch die politische Realität enttäuscht wurde.
Dieses Konzept ist ein zentrales politisches Programm der palästinensischen Elite, das darauf abzielt, Israel von einem exklusiven jüdischen Staat in einen demokratischen Staat für alle Bürger umzuwandeln, um so echte Gleichberechtigung zu erreichen.
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