Bachelorarbeit, 2015
50 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Kinder als Teil der Gesellschaft
2.1. Die Rechte der Kinder nach der UN-Kinderrechtskonvention
2.2. Zur inhaltlichen Fassung der Komponente „politische Bildung“
2.3. Demokratie lernen als Ziel politischer Bildung
3. Früh übt sich – Das Kinderparlament
3.1. Geschichte, Entstehung und Verbreitung von Kinderparlamenten
3.2. Konzeption und Aufbau
3.3. Bedingungsfeld, Handlungsbedarf und Machtbefugnisse
3.4. Ziele
3.5. Dokumentation der Sitzung vom 13.02.2015
4. Bedeutung des Projekts
4.1. Herausforderungen, Grenzen und Möglichkeiten
4.2. Ausblick für die Haupt- und Realschule XY
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Arbeitsmodell Kinderparlament hinsichtlich seiner Bedeutung für die politische Bildung und das Demokratie-Lernen von Kindern und Jugendlichen, wobei der Fokus auf den Rahmenbedingungen, Möglichkeiten und Herausforderungen einer solchen Beteiligungsform in der schulischen Praxis liegt.
3.1. Geschichte, Entstehung und Verbreitung von Kinderparlamenten
Die moderne Methodik des Kinderparlaments findet seine Ursprünge bereits im 20. Jahrhundert. Damals benannte man diese Technik jedoch noch als Klassenrat. Obwohl Pädagogen heutzutage die beiden Arbeitsformen streng voneinander abgrenzen, bildet der Klassenrat die Grundlage zur Entstehung des Kinderparlaments. Als Begründer gilt der französische Reformpädagoge Célestin Freinet (1896-1966).
Ausgangspunkt für Freinets Entwicklung zur reformpädagogischen Bewegung waren die eigenen Schulerfahrungen. Als angehender Lehrer entschied Freinet sich zur kritischen Betrachtung des Frontalunterrichts. In seiner eigenen Schullaufbahn erlitt Freinet nicht nur körperliche Züchtigung, sondern auch lebensferne Unterrichtseinheiten. Die Inhalte des Unterrichts hatten jeglichen Bezug zum realen Leben gemieden. Die politische Haltung Freinets als Sozialist wirkte sich auf seine Wertvorstellungen aus. Da er sich auf der Seite der armen Bevölkerung positionierte, engagierte er sich auch außerhalb der Schule gegen soziale Missstände. Freinet stieß mit diesen Denkstrukturen auf viele ähnlich denkende Pädagogen und schloss sich daher mit ihnen zu einer aktiven Bewegung zusammen: die „Freinet-Lehrer/-innen“.
Die grundlegende Kritik Freinets am französischen Schulwesen veranlasste ihn dazu, bestimmte praktische Maßnahmen zu ergreifen. Während die Schüler bisher jegliche Inhalte rezeptiv hinnehmen mussten, sollen sie zukünftig an der aktiven Gestaltung des Unterrichts teilnehmen. Der Pädagoge verlangt Mitbestimmung und Selbstregierung im schulischen Alltag. Hierzu forderte er nicht nur die Demokratisierung von Institutionen, sondern vielmehr Demokratisierung auf Klassenebene. Diese Form der Selbstverwaltung einzelner Klassen bildete die Grundlage für den sogenannten Klassenrat.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Partizipation von Kindern ein, erläutert die Relevanz der politischen Bildung vor dem Hintergrund der Politikverdrossenheit und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Eignung des Kinderparlaments als Rahmen für demokratisches Verhalten.
2. Kinder als Teil der Gesellschaft: Dieses Kapitel behandelt die juristischen Grundlagen durch die UN-Kinderrechtskonvention, definiert den Begriff der politischen Bildung und erörtert die Bedeutung des Demokratie-Lernens als pädagogisches Ziel.
3. Früh übt sich – Das Kinderparlament: Hier werden die historischen Wurzeln im Klassenrat nach Freinet beleuchtet sowie das konkrete Konzept, der Aufbau, die Ziele und eine beispielhafte Sitzungsdokumentation eines schulischen Kinderparlaments analysiert.
4. Bedeutung des Projekts: Dieses Kapitel reflektiert kritisch die Herausforderungen, Grenzen und Möglichkeiten der Beteiligungsform sowie die Nachhaltigkeit und Perspektiven für die untersuchte Haupt- und Realschule.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Stärken und Schwächen des Kinderparlaments als Partizipationsinstrument zusammen und diskutiert die Notwendigkeit der rechtlichen Verankerung von Kinderrechten.
Kinderparlament, politische Bildung, Partizipation, Demokratie-Lernen, Schule, Mitbestimmung, Schülervertretung, Kinderrechte, UN-Kinderrechtskonvention, politische Handlungsfähigkeit, Schülermitbeteiligung, Politische Urteilsfähigkeit, Demokratisierung, Klassenrat, Pädagogische Begleitung
Die Arbeit untersucht das Kinderparlament als ein Instrument der politischen Partizipation und Bildung an Schulen, um die Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Teilhabe von Kindern zu analysieren.
Die zentralen Themen umfassen Kinderrechte, politische Bildung, die Geschichte der Klassenräte, das Konzept des Kinderparlaments sowie die reflektierte Rolle pädagogischer Begleitung und politischer Akteure.
Die Arbeit hinterfragt, inwieweit Kinder- und Jugendparlamente einen geeigneten Rahmen bieten, um demokratisches Verhalten bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und welche Bedeutung diese Arbeitsform für die politische Bildung hat.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf eine Fallstudie, die ein konkretes Kinderparlament an einer Haupt- und Realschule inklusive einer Sitzungsdokumentation untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die historische Genese sowie die detaillierte Analyse der Konzeption, Ziele und praktischen Durchführung eines Kinderparlaments im schulischen Alltag.
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Partizipation, Politische Bildung, Kinderparlament, Demokratie-Lernen und Schülermitbeteiligung.
Sie ist entscheidend, um Schüler zu motivieren, ihre Interessen zu formulieren, bei Misserfolgen zu unterstützen und die Bildung von inoffiziellen Hierarchien oder den Ausschluss einzelner Schüler zu verhindern.
Herausforderungen sind unter anderem der Zeitdruck im Schulalltag, begrenzte Machtbefugnisse, die mögliche Alibifunktion des Projekts und die Abhängigkeit von der Motivation der beteiligten Erwachsenen.
Die Arbeit plädiert für die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz, um die Subjektstellung von Kindern zu stärken und ihnen rechtlich abgesicherte Mitbestimmungsrechte zu garantieren.
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