Bachelorarbeit, 2004
43 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Aufbau
1.2. Forschungsstand
1.3. Quellen
2. Das Ministerium für Staatssicherheit bis 1953
2.1. Die Entstehungsgeschichte des MfS
2.2. Der personelle Aufbau des MfS
2.3. Die Arbeitsweise des MfS
2.4. Das Verhältnis von MfS und SED
2.5. Die Justiz und das MfS
3. Das MfS und der 17. Juni 1953
3.1. Der 17. Juni im Bezirk Rostock - Vorgeschichte und Verlauf
3.2. Konnte das MfS den Aufstand voraussehen?
3.3. Wie verhielt sich das MfS während des Aufstandes?
3.4. Die unmittelbaren Reaktionen das MfS auf den Aufstand
3.5. Das MfS in der Krise und der Sturz Zaissers
4. Zusammenfassung
5. Quellen und Literatur
5.1. Quellen
5.2. Literatur
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die Reaktionen des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) während und im Nachgang des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953, wobei insbesondere die Ereignisse im Bezirk Rostock als Fallbeispiel dienen, um Rückschlüsse auf die gängige Praxis des Geheimdienstes in der gesamten DDR zu ziehen.
3.3. Wie verhielt sich das MfS während des Aufstandes?
Als am 16. Juni 1953 der Demonstrationszug der Arbeiter durch die Straßen Berlins zog, befand sich der Minister für Staatssicherheit Wilhelm Zaisser seit zehn Uhr morgens auf der wöchentlich stattfindenden Donnerstagssitzung des Politbüros. Die Runde tagte diesmal in Anwesenheit des sowjetischen Hochkommissars Semjonow bis in den späten Nachmittag hinein und ließ sich auch nicht von den Ereignissen in der Ost-Berliner Innenstadt abhalten. Als der Zug der Demonstranten gegen Mittag vor dem Haus der Ministerien angelangt war, wurde eine Telefonverbindung hergestellt, die die Politbürokraten dazu nutzten, sich über den Stand der Dinge informieren zu lassen. Den Ernst der Lage begriffen sie jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dennoch standen die Genossen an diesem Tag unter Druck, denn die Anwesenheit Semjonows war kein Zufall. Vor allem auf Drängen des Vertreters der sowjetischen Freunde fasste das Politbüro den Beschluss, die Erhöhung der Arbeitsnormen um zehn Prozent zurückzunehmen.
Erst in den Abendstunden des 16. Juni, als Grotewohl und Ulbricht vor dem Ost Berliner Parteiaktiv im Friedrichstadtpalast standhaft den "Neuen Kurs" propagiert hatten und die Unruhen in der Stadt noch immer andauerten, begriffen die Politkader schließlich die Ernsthaftigkeit der Situation. Noch am späten Abend wurde in der Normannenstraße ein Einsatzstab unter der Leitung Zaissers eingerichtet, dem auch der Chef der KVP Heinz Hoffmann unterstellt wurde. Über Nacht erreichten den Stab immer öfter Nachrichten von den Krisenherden außerhalb Berlins. Die Planungen des Einsatzstabes hatten sich bis dahin nur an einem lokalen Bedrohungsszenario orientiert.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die politische Ausgangslage der DDR im Jahr 1953 und definiert das Ziel, die Rolle des MfS während des Volksaufstandes zu untersuchen.
2. Das Ministerium für Staatssicherheit bis 1953: Dieses Kapitel erläutert die ideologischen Wurzeln, den personellen Aufbau, die Arbeitsweise sowie die Verstrickung des MfS mit der SED und der Justiz.
3. Das MfS und der 17. Juni 1953: Hier werden der Verlauf des Aufstands, die Überforderung des MfS, dessen unmittelbare Reaktionen sowie die daraus resultierende Krise und der Sturz von Wilhelm Zaisser analysiert.
4. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Verflechtung von MfS, Partei und der gescheiterten Legende vom Putschversuch zusammen.
5. Quellen und Literatur: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Akten aus dem BStU-Archiv sowie die wissenschaftliche Fachliteratur auf.
17. Juni 1953, Ministerium für Staatssicherheit, MfS, DDR, Volksaufstand, SED, Wilhelm Zaisser, Geheimdienst, Arbeitsnormen, Streik, Justiz, Repression, Bezirk Rostock, Arbeiteraufstand, politische Krise.
Die Arbeit analysiert die Rolle und das Verhalten des DDR-Staatssicherheitsdienstes im Kontext des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953.
Zu den Schwerpunkten gehören der Aufbau und die Arbeitsweise des MfS in seinen Anfangsjahren, seine enge Bindung an die SED und die sowjetische Besatzungsmacht sowie die Ereignisse im Bezirk Rostock.
Ziel ist es zu untersuchen, wie das MfS auf den Aufstand reagierte, inwieweit es diesen voraussehen konnte und welche Konsequenzen das Versagen der Staatssicherheit für die politische Führung hatte.
Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf der Auswertung von internen MfS-Akten aus der Außenstelle Rostock sowie einschlägiger fachwissenschaftlicher Literatur.
Im Hauptteil werden neben den organisatorischen Grundlagen des MfS der Ablauf der Unruhen im Bezirk Rostock, die interne Analyse der "spontanen Erhebung" durch das MfS und die darauffolgenden politischen Säuberungen im Machtapparat detailliert dargestellt.
Wichtige Begriffe sind 17. Juni 1953, MfS, Volksaufstand, Wilhelm Zaisser, SED, Repression und staatliche Sicherheitsorgane.
Nein, laut den Aussagen der damaligen Führung, etwa durch Wilhelm Zaisser, gab es zwar Signale von Unmut, aber keine konkrete Kenntnis über eine organisierte Planung oder einen bevorstehenden Aufstand, was die Geheimdienstführung in eine massive Krise stürzte.
Zaisser wurde nach dem Aufstand zum Sündenbock für das "Versagen" des Geheimdienstes gemacht, was Walter Ulbricht dazu nutzte, um sich selbst zu entlasten und einen politischen Widersacher im Politbüro auszuschalten.
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