Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Warum Musik?
2.1 Ein Blick in die ferne Vergangenheit
2.2 Bedeutung und Funktion von Musik in der Neuzeit
2.2.1 Missbrauch von Musik
2.2.2 Werbung
2.3 Der Kernlehrplan an den Schulen
2.3.1 Kernlehrplan und Transfer
2.4 Expertise bei (Musik-)Lehrern
2.4.1 Musikunterricht: Lehrkraft und Legitimation
2.5 Zusammenfassung
3 Transfer - Macht Musik schlau?
3.1 Die Bastian-Studie
3.1.1 Kritik an der Bastian-Studie
3.2 Mozart-Effekt
3.2.1 Kritische Worte zum Mozart-Effekt
3.3 Musik und Sprache
3.4 Musik und das Gehirn
3.5 Musik und Persönlichkeit
4 Aktueller Forschungsstand und Ausblick
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Legitimation des Musikunterrichts an Schulen durch vermeintliche Transfereffekte. Dabei wird hinterfragt, inwiefern die weitverbreitete Annahme, dass Musik Kinder „schlau“ oder „leistungsstärker“ mache, empirisch haltbar ist und welche Rolle dieser Legitimationsdruck im Schulalltag und für das Selbstverständnis von Musiklehrkräften spielt.
3.1 Die Bastian-Studie
Die in der Musikpädagogik allgemein bekannte Langzeitstudie von Hans Günther Bastian mit dem Titel „Musik(erziehung) und ihre Wirkung“ wurde vom Schuljahresbeginn 1992 bis zum Schuljahresende 1998 an Grundschulen in Berlin durchgeführt. Die Studie gilt als weltweit erstes Forschungsprojekt dieser Art und umfasst insgesamt 170 Kinder von sieben verschiedenen Grundschulen Berlins. Nach der Gesamtlaufzeit von sechs Jahren, wurden die Ergebnisse Anfang 2000 in einer Abschlusspublikation veröffentlicht. Bei der Studie wurde der Frage nachgegangen, „ob und wie sich Musizieren und erweiterte Musikerziehung auf die kognitive, soziale, emotionale, kreative, ästhetische und psychomotorischen Entwicklung von Kindern auswirken“ (Bastian 2002, 38). Der Fokus lag auf Kindern, deren Grundschulzeit wöchentlich zwei Stunden Musikunterricht entsprach. Der Musikunterricht konnte einzeln oder im Gruppenunterricht stattfinden, Ensembleunterricht war auch gegeben. Diese Modellschul-Kinder (vgl. ebd., 38) wie Bastian sie nennt, sollten mit Kindern aus Grundschulklassen verglichen werden (Kontrollschulen), die kein erweitertes Musikangebot wahrgenommen haben. Und weiter heißt es: „[...] im Verlauf von sechs Jahren steht der Anspruch der Evaluation so genannter Transfereffekte von Musikerziehung, Instrumentlernen und Musizieren“ (Bastian 2002, 39) und konstatiert, „dass der Nachweis von Transfers keine neue Legitimation von Musikunterricht im Fächerkanon der allgemein bildenden Schulen auslösen wird […] Zu keinem Zeitpunkt gab es die Absicht, eine neue Magna Charta der Musikerziehung zu schreiben“ (ebd., 25). Er betont also gleich zu Beginn seiner Publikation, dass die Frage der Legitimation des Musikunterrichts durch die durchgeführte Studie nicht aufgeworfen werden soll, da das Risiko zu hoch ist, „unser Fach in den allgemein bildenden Schulen politisch aufs Spiel zu setzen“ (ebd.; vgl. Krämer 2001, 19). Indirekt bezieht Bastian Stellung und offenbart, dass alle beteiligten Personen des Fachs Musik zur Zeit der Veröffentlichung seiner Studie, mit der Legitimation zu kämpfen hätten und wirft dabei direkt den Gedanken der Legitimation über Bord, um ja nicht eine Angriffsfläche für das Fach Musik zu bieten.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Musik oft mit Leistungssteigerung gleichgesetzt wird, und beleuchtet den Legitimationsdruck des Faches.
2 Warum Musik?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische und gesellschaftliche Bedeutung von Musik und untersucht kritisch den Kernlehrplan sowie die Belastungssituation von Musiklehrkräften.
3 Transfer - Macht Musik schlau?: Das Hauptkapitel analysiert wissenschaftliche Studien zur Transferwirkung von Musik, darunter die Bastian-Studie und den Mozart-Effekt, und setzt diese in Bezug zu Sprache, Gehirn und Persönlichkeit.
4 Aktueller Forschungsstand und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst, die die allgemeine Intelligenzsteigerung durch passives Musikhören entkräften, und zukünftige Forschungsrichtungen aufgezeigt.
5 Fazit: Das Fazit resümiert die ambivalente Sichtweise auf Transfereffekte und betont die Faszination für Musik jenseits einer rein funktionalen Nutzenorientierung.
Musikpädagogik, Transfereffekte, Mozart-Effekt, Bastian-Studie, Musikunterricht, Kernlehrplan, Schulleistung, Musik und Sprache, Neuroplastizität, Legitimationsdruck, Musiklehrer, Persönlichkeitsentwicklung, Musik und Gehirn, empirische Forschung, Bildungsauftrag.
Die Arbeit untersucht kritisch, ob und inwiefern Musikunterricht an Schulen Transfereffekte erzielt und ob diese als legitime Begründung für das Fach Musik dienen können.
Die Arbeit behandelt die Transfertheorie, die Analyse bekannter Studien (Bastian-Studie, Mozart-Effekt), die Rolle des Musikunterrichts im Lehrplan und die psychische Belastung von Lehrkräften.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der gesellschaftlichen Erwartung, Musik mache "schlau", und den tatsächlich empirisch belegbaren Ergebnissen aufzuzeigen sowie den Legitimationsdruck des Faches zu analysieren.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Forschungsstand anhand existierender Studien und Literatur gegenüberstellt und kritisch diskutiert.
Der Hauptteil widmet sich der Definition von Transfer, der detaillierten Betrachtung und Kritik an Bastian-Studie und Mozart-Effekt sowie den Zusammenhängen zwischen Musik, Sprache, Gehirnentwicklung und Persönlichkeit.
Wichtige Begriffe sind Transfereffekte, Musikpädagogik, Legitimationsdruck, empirische Forschung, Bastian-Studie und Mozart-Effekt.
Er wird kritisch gesehen, weil die ursprünglichen Ergebnisse der Studie in den Medien unzulässig verallgemeinert wurden und spätere Nachfolgeuntersuchungen den Effekt nicht replizieren konnten.
Der Kernlehrplan wird untersucht, um festzustellen, dass dieser selbst keine expliziten "Transfergedanken" enthält, was dem in der Gesellschaft verbreiteten Bild der Transfereffekte widerspricht.
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