Diplomarbeit, 2007
91 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Fragestellung der Diplomarbeit
1.3 Aufbau der Diplomarbeit
2. THEORIE
2.1 Begriff der Arbeit
2.1.1 Arbeit
2.1.2 Arbeitswelt
2.2 Die Normalarbeit
2.2.1 Der Normalarbeitsbegriff
2.2.2 Merkmale der Normalarbeit
2.3 Messbare Veränderung der Arbeit
2.4 Überblick zur Entwicklung der Arbeitswelt
2.4.1 Herangehensweisen in der Literatur
2.4.2 Verschiedene mögliche Perspektiven
2.5 Die Entgrenzung
2.5.1 Der Begriff Entgrenzung
2.5.2 Entgrenzung als Rationalisierungsstrategie
2.5.3 Entgrenzung als Verschränkung
2.5.4 Entgrenzung und der Arbeitskraftunternehmer
2.6 Merkmale der Entgrenzung
2.6.1 Die zeitliche Dimension
2.6.2 Die räumliche Dimension
2.6.3 Die (informations-)technische Dimension
2.6.4 Die fachlich-qualifikatorische Dimension
2.6.5 Die soziale Dimension
2.6.6 Die berufsstrukturelle Dimension
2.6.7 Überblick Entgrenzung
2.7 Die Subjektivierung
2.7.1 Der Begriff Subjektivierung
2.7.2 Subjektivierung als Rationalisierungslogik
2.7.3 Subjektivierung als Machtmittel
2.7.4 Subjektivierung und Leistungsbegründung
2.8 Ambivalenzen in der Entwicklung
2.8.1 Veränderung der Kommunikationsstrukturen
2.8.2 Bedeutungswandel der Subjektivität
2.8.3 Perspektivwechsel in der Kapitalismuskritik
2.9 Die Geschlechterperspektive auf die Entwicklung von Arbeit
2.9.1 Einleitung
2.9.2 Beobachtbare Unterschiede
2.9.3 Entgrenzung verringert Unterschiede
2.9.4 Weibliche Arbeitskraftunternehmer
3. GRUNDLAGEN DER EMPIRIE
3.1 Einleitung
3.2 George A. Kellys Psychologie der persönlichen Konstrukte
3.3 Das Repertory Grid Verfahren
3.3.1 Die Basis des Verfahrens
3.3.2 Die Anwendung der Testgütekriterien auf das Verfahren
3.4 Der nextexpertizer
3.5 Studiendesign
4. AUSWERTUNG
4.1 Einleitung
4.2 Die Themen
4.3 Die Positionierungen
4.3.1 Positionierungen zur Entwicklung der Arbeit
4.3.2 Sonstige Positionierungen
4.4 Die Gruppen
4.5 Geschlechterperspektive
5. FAZIT
5.1 Diskussion der Ergebnisse
5.2 Ausblick
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es, mittels empirischer Daten zu ermitteln, wie die befragten Studierenden die Arbeitswelt subjektiv wahrnehmen und welche Einschätzung sie hinsichtlich deren zukünftiger Entwicklung vornehmen. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die subjektive Bewertung von Wandelprozessen und die Identifikation von Mustern in dieser Wahrnehmung.
2.5.1 Der Begriff Entgrenzung
Bis zum Freiburger Kongress für Soziologie im Jahre 1998 wurde der Begriff Entgrenzung "fast ausschließlich auf die zunehmende Fragilität nationalstaatlicher Grenzen [...] bezogen" (Gottschall & Voß, 2005, S. 11) verwendet. Heute ist der Begriff in verschiedenen soziologischen Teilgebieten stark vertreten und besonders in Bezug auf Arbeit und Organisation sehr beliebt. Er stellt eine Art Metakonzept dar, in das verschiedene Formen der Entwicklung von Arbeit eingepasst werden können. Grundgedanke ist dabei immer, dass Grenzen, die in der Normalarbeit unumstößlich die Arbeitswelt bestimmt haben, an Bedeutung verlieren und dass die Arbeitswelt dadurch immer weniger strukturelle Begrenzungen aufweist.
Im Grunde genommen handelt es sich bei der Betrachtung von Begrenzung und Entgrenzung um eine Grundfrage der Sozialwissenschaften, die "von fast allen Klassikern [...] als zentral für die Entwicklung von Gesellschaft erkannt und konzeptualisiert" (Gottschall & Voß, 2005, S. 12) wird. Dabei wird in der klassischen Literatur von Autoren wie Smith, Marx und Durkheim vor allem die negative Bedeutung starker Begrenzung thematisiert (siehe Gottschall & Voß, 2005, S. 13). Mit einer Umkehrung der Entwicklung weg von starken Grenzziehungen hin zu Entgrenzung, nicht aber auch von Arbeit, war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Werke dieser Autoren nicht zu rechnen.
Heute zeigt sich Entgrenzung von Arbeit deutlich "als multidimensionale und damit weitreichende und tiefgehende Erscheinung" (Gottschall & Voß, 2005, S. 16). Die Entgrenzung von Arbeit und Leben ist die fundamentale Grundlage der Debatte zur Entgrenzung von Arbeit. In einer genaueren Betrachtung können, wie in Kapitel 2.4.4 dargestellt, einzelne darunter liegende Ebenen wie die zeitliche oder die räumliche Entgrenzung ausgemacht werden.
Der Begriff der Entgrenzung kann relativ offen angewendet werden, was "erlaubt, sehr unterschiedliche Entwicklungstendenzen unter einem Begriff zu subsummieren" (Kratzer & Sauer, 2005, S. 87). Tatsächlich gibt es eine relativ große Zahl an Konzepten, die durchaus unterschiedliche Ansätze zum Begriff der Entgrenzung vorstellen. Über einige dieser unterschiedlichen Ansätze soll im Folgenden ein Überblick gegeben werden.
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel führt in die Relevanz des Themas Arbeit ein, definiert die Forschungsfrage der Diplomarbeit und gibt einen Überblick über den strukturellen Aufbau der Untersuchung.
2. THEORIE: Hier werden zentrale Begriffe wie Normalarbeit, Entgrenzung und Subjektivierung theoretisch fundiert und die Entwicklung der modernen Arbeitswelt in verschiedenen Dimensionen diskutiert.
3. GRUNDLAGEN DER EMPIRIE: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, insbesondere das Repertory Grid Verfahren nach George A. Kelly sowie die spezifische Anwendung des Nexpertizer-Tools zur Datenerhebung.
4. AUSWERTUNG: Die Ergebnisse der Interviews mit 50 Studierenden werden hier analysiert, indem Cluster und Resonanzfelder gebildet und die Positionierungen der Befragten detailliert ausgewertet werden.
5. FAZIT: Im Fazit werden die Forschungsergebnisse diskutiert, wobei die Ambivalenz in der Wahrnehmung der Arbeitswelt durch die Studierenden sowie Implikationen für die gesellschaftliche Debatte hervorgehoben werden.
Arbeitswelt, Normalarbeit, Entgrenzung, Subjektivierung, Arbeitskraftunternehmer, Repertory Grid, Nexpertizer, qualitative Sozialforschung, Identität, Geschlechterperspektive, Wettbewerb, Gemeinschaft, Arbeitsmarkt, Rationalisierung, Sinnhaftigkeit.
Die Arbeit untersucht, wie Studierende die gegenwärtige Arbeitswelt und deren Entwicklungstendenzen subjektiv wahrnehmen und bewerten.
Zu den Hauptthemen gehören die Konzepte der Normalarbeit, der Wandel hin zur Entgrenzung von Arbeit sowie die zunehmende Subjektivierung des Arbeitshandelns.
Ziel ist es, empirisch festzustellen, ob die Befragten die Veränderungen der Arbeitswelt eher als positiven Fortschritt oder als negative Herausforderung interpretieren und ob sich hierbei klare Meinungsmuster abzeichnen.
Die Arbeit nutzt das computergestützte Interviewverfahren "Nexpertizer", das auf der psychologischen "Repertory Grid"-Technik nach George A. Kelly basiert, um individuelle Konstruktsysteme der Befragten zu erfassen.
Was beinhaltet der empirische Hauptteil?
Der Hauptteil widmet sich der Auswertung von 50 Interviews, wobei Cluster und Resonanzfelder gebildet werden, um Positionierungen wie etwa "Arbeit heute" im Verhältnis zu "ideale Arbeit für mich" grafisch und inhaltlich zu analysieren.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Konzepte der Entgrenzung (zeitlich, räumlich, sozial, fachlich) sowie der Subjektivierung als Rationalisierungsstrategie und Machtmittel.
Die Studie identifiziert geschlechterspezifische Unterschiede; während Männer beispielsweise Aspekte wie Arbeitssicherheit und Entlohnung stärker betonen, zeigen Frauen teilweise abweichende Priorisierungen, was im Kontext der traditionellen Normalarbeit diskutiert wird.
Es zeigt sich eine Aufteilung in zwei Gruppen: sogenannte "Entwicklungsbefürworter", die Veränderungen als Herausforderung sehen, und "Entwicklungsverweigerer", die darin eher einen kampfbetonten Zwang erkennen.
Die Arbeit deutet an, dass die politische Grundhaltung (z.B. wirtschaftsliberal vs. arbeitnehmerfreundlich) einen Einfluss auf die Bewertung der Arbeitswelt haben könnte, wenngleich dies nicht der alleinige Erklärungsfaktor für die beobachteten Diskrepanzen ist.
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