Bachelorarbeit, 2016
73 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Kriegsfotografie
2.2 Ästhetik
2.3 Ethik
3. Theoretische Grundlage
3.1 „Über Fotografie“ (‚On Photography‘ – Susan Sontag 1977)
3.1.1 Zeitliche Einordnung von „Über Fotografie“ in Sontags Leben
3.1.2 Die ästhetische Doppelmoral
3.1.3 Abstumpfungsthese
3.2 „Das Leiden anderer betrachten“ (‚Regarding the Pain of Others‘ – Susan Sontag 2003)
3.2.1 Zeitliche Einordnung von „Das Leiden anderer betrachten“ in Sontags Leben
3.2.2 Wirkungen von Kriegsfotografien
3.2.3 Ästhetische Kriegsfotografien
4. Kriegsfotografen
4.1. Robert Capa
4.1.1. Capas Mission
4.1.2. Capas moralisches Verständnis
4.1.3. Capas Fließästhetik
4.1.4. Ein ‚Fotograf des Friedens‘
4.2. James Nachtwey
4.2.1. Nachtweys Mission
4.2.2. Nachtweys moralisches Verständnis
4.2.3. Nachtweys ästhetische Vorstellungen
4.2.4. Ein ‚Anti-Kriegsfotograf‘
4.3. Anja Niedringhaus
4.3.1 Niedringhaus‘ Mission
4.3.2 Niedringhaus‘ moralisches Verständnis
4.3.3 Niedringhaus‘ Ästhetik
4.3.4 Eine Fotografin des Krieges
5. Massenmedien
5.1. Die Moral der Massenmedien
5.2. Verwendung von Fotografien
5.3. Nicht der richtige Rahmen?
6. Ein friedenspädagogisches Ausstellungsprojekt
6.1. Friedenspädagogik
6.2. Ausstellungsbeispiel ‚The Family of Man‘
6.3. Konzeptionsentwurf einer friedenspädagogischen Kriegsfotografie-Ausstellung
7. Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Ästhetik und Ethik in der Kriegsfotografie und geht der Forschungsfrage nach, ob ästhetische Inszenierungen von Gewalt das ethische Gewissen des Betrachters abtöten oder ob sie eine positive Wirkung entfalten können. Dabei wird analysiert, wie Fotografen, Medien und museale Kontexte das Leiden anderer instrumentalisieren oder für friedenspädagogische Zwecke nutzbar machen.
3.1.2 Die ästhetische Doppelmoral
In ihrer Essay-Sammlung werden zwei konträre Punkte unter der Überschrift „ästhetische Doppelmoral“ aufgeführt: zum einen argumentiert Sontag, dass die Fotografie das Gewissen des Betrachters abtöte, zum anderen, dass das Gewissen aufgerüttelt werden würde. Die Argumente, mithilfe derer sie die beiden gegensätzlichen Thesen unterstützt, werden im Folgenden betrachtet, um so zu beurteilen, welche ethischen Konsequenzen sich gemäß ihrer anfänglichen Sicht durch die Kriegsfotografie ergäben.
Die Fotografie würde Gewissen abtöten, also ethisch-moralisch negativ beeinflussen, durch die allgegenwärtige Vermittlung eines Machtgefühls auf Seiten des Betrachters. „Fotografieren heißt sich das fotografierte Objekt aneignen.“ (Sontag 2004, Vorwort) – man kann das Foto behalten, überall hin mitnehmen, verschenken oder zerstören. Gleichzeitig sind die Bildkonsumenten der Macht der Fotos unterworfen (ebd., vgl. S. 83), es herrschte schon 1977 eine Konsumsucht, welche durch die Bilderflut der heutigen Zeit noch stärker bedient (und erzeugt) wird.
Grade durch das Übermaß an Bildern kommt es zu einer Einebnung aller Bedeutung - jedes Foto ist so gut wie das andere, welches man geschossen hat – die Rezipienten befinden sich in einer „chronisch voyeuristische Beziehung zur Welt“ (ebd., S. 17). Nicht mehr die Welt, sondern die Fotografie gilt nun als Maßstab des Schönen (ebd., vgl. S.84), und nur was fotografierenswert ist, sei auch ein wirkliches Ereignis (ebd., vgl. S. 24).
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die ethische Problematik ästhetischer Kriegsfotografien vor und formuliert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen ästhetischer Wirkung und ethischer Verantwortung zu ergründen.
2. Definitionen: Das Kapitel definiert die zentralen Begriffe Kriegsfotografie, Ästhetik und Ethik anhand ihrer historischen Entwicklung und philosophischer Positionen.
3. Theoretische Grundlage: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Fototheorien von Susan Sontag, insbesondere ihrer Ansichten zu ästhetischer Doppelmoral und der Abstumpfungsthese.
4. Kriegsfotografen: Die Arbeit beleuchtet die Mission, das moralische Verständnis und die ästhetischen Vorstellungen von Robert Capa, James Nachtwey und Anja Niedringhaus.
5. Massenmedien: Dieses Kapitel kritisiert die kommerzielle Nutzung und manipulative Inszenierung von Kriegsfotografien durch die Presse zur Auflage- und Aufmerksamkeitssteigerung.
6. Ein friedenspädagogisches Ausstellungsprojekt: Der Entwurf einer friedenspädagogischen Ausstellung dient als Gegenmodell zur massenmedialen Nutzung, um eine nachhaltige moralische Auseinandersetzung zu ermöglichen.
7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ästhetische Darstellungen von Leid den Rezipienten aktivieren können, sofern der Rahmen – wie in einer Ausstellung – eine tiefergehende Reflexion fördert.
Kriegsfotografie, Ästhetik, Ethik, Susan Sontag, Fotojournalismus, moralische Verantwortung, Abstumpfungsthese, Massenmedien, Friedenspädagogik, Krieg, Gewalt, Bildmanipulation, Kontextualisierung, Robert Capa, James Nachtwey
Die Arbeit analysiert das ethische Spannungsfeld in der Kriegsfotografie, insbesondere die Frage, ob ästhetische Bilder des Leids das Gewissen der Betrachter eher abstumpfen oder zur aktiven Auseinandersetzung anregen.
Die Arbeit umfasst die philosophischen Grundlagen von Ästhetik und Ethik, die Fototheorie von Susan Sontag, die Praxis des modernen Fotojournalismus sowie das Potenzial friedenspädagogischer Vermittlung im musealen Kontext.
Ziel ist es zu ergründen, ob sich Ästhetik und ethische Verantwortung in der Kriegsfotografie ausschließen oder ob sie sich positiv bedingen können, um ein Handeln gegen das Grauen des Krieges zu initiieren.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche, die Analyse theoretischer Essays (insb. Sontag) sowie die Untersuchung von Biografien und Arbeitsweisen bedeutender Kriegsfotografen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Susan Sontag, eine beispielhafte Untersuchung von drei Fotografen-Biografien und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Massenmedien.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Kriegsfotografie, Ästhetik, Ethik, Abstumpfungsthese, Fotojournalismus und Friedenspädagogik gekennzeichnet.
Die Massenmedien werden als oft ungeeigneter Ort für eine moralisch tiefgehende Wahrnehmung kritisiert, da sie dazu neigen, Bilder für wirtschaftliche Interessen zu manipulieren oder den Kontext zu verzerren.
Das Projekt dient als Antwort auf die massenmediale Oberflächlichkeit. Ein musealer Rahmen soll Raum für eine reflektierte Auseinandersetzung schaffen und die Botschaft der Bilder moralisch positiv im Gedächtnis verankern.
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