Masterarbeit, 2017
82 Seiten, Note: 1,3
1 Fragestellung
2 Die Darstellung Mariens im Lukasevangelium
3 Die Darstellung Mariens im Qurʼan
4 Analogien und Differenzen
5 Die Frage nach Freiheit im Spiegel der Soteriologie
6 Auswertung und Fazit
7 Literaturverzeichnis
Diese wissenschaftliche Hausarbeit untersucht vergleichend die Darstellung Mariens im Lukasevangelium und im Qurʼan, um Gemeinsamkeiten und fundamentale Unterschiede in den Marienbildern herauszuarbeiten. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwiefern die unterschiedliche Qualifizierung Mariens als aktive bzw. passive Protagonistin auf divergierende Freiheitskonzepte und soteriologische Grundannahmen des Christentums und des Islam zurückzuführen ist.
Die Darstellung Mariens im Lukasevangelium
Für die Untersuchung der neutestamentlichen Darstellung Mariens wurde das Lukasevangelium ausgewählt, da der dritte Evangelist eine stärkere Konzentration auf die Mutter Jesu bündelt. Hier werden besonders die ersten beiden Kapitel untersucht, weil sie sich erheblich von den Evangelien nach Markus und Matthäus unterscheiden und berichten wollen wer Johannes der Täufer und Jesus sind. Dazu beschreiben die ersten zwei Kapitel die Geschehnisse rund um die Geburten jener, wodurch auch ein Schlaglicht auf die Mutter Jesu geworfen wird, wobei auffällt, dass Maria – und nicht Josef die »aktive, führende Rolle« spielt. Ab dem dritten Kapitel – der Darstellung des öffentlichen Lebens Jesu – tritt Maria (wie auch bei Mt) in den Hintergrund. Allerdings finden sich auch dort zwei für diese Arbeit entscheidenden Perikopen: Die von Markus übernommene Perikope über die wahren Verwandten Jesu (V. 8,19ff.) und die (wahrscheinlich) aus dem lukanischen Sondergut stammende Perikope über die Seligpreisung der Mutter Jesu durch eine unbekannte Frau (V. 11,27f.). Sachlogisch ergibt sich die Struktur dieser Arbeit, indem die zwei Textgruppen bei Lukas erörtert werden.
Anhand dieser Erarbeitung kann das Bild der Maria durch die Hände der lukanischen Erzählung mit verschiedenen Nuancen gezeichnet werden: »Maria in der lukanischen Vorgeschichte« und »Maria in der lukanischen Darstellung des öffentlichen Lebens Jesu«. Diese Arbeit erhebt nicht den Anspruch einer ausführlich exegetischen Arbeit, da zu viele Textstellen in den Blick genommen werden, als dass der Rahmen der Arbeit eine ausführliche Exegese erlauben könnte. Exegetische Arbeiten erfolgen immer dann, wenn sie das lukanische Marienbild erhellen können. Auch die Untersuchung, ob einzelne Verse traditionell oder lukanisch sind, wird nur am Rande erwähnt, da die Erkenntnisse aus solchen Untersuchungen keine große Bedeutung für das Verständnis des lukanischen Marienbildes haben. Falls die gesetzten Akzente in Bezug auf Maria in der Tradition enthalten sind, zeigt dies, dass die Person Maria sehr früh das Interesse erweckt und Sympathie hervorgerufen hat. Falls es sich um lukanische Zusätze handelt, unterstreicht dies die Tatsache, dass Lukas ein großes Interesse an Maria hatte.
1 Fragestellung: Das Kapitel führt in die Thematik ein, hinterfragt die Marienbilder in Bibel und Qurʼan und formuliert die Forschungsfrage nach den Wesenszügen Mariens sowie der Bedeutung von Freiheit und Handlungsspielraum in beiden Religionen.
2 Die Darstellung Mariens im Lukasevangelium: Hier wird Maria als aktive, eigenständige Glaubensgestalt analysiert, deren Handeln durch Freiheit und eine bewusste Einwilligung in die göttliche Verheißung geprägt ist.
3 Die Darstellung Mariens im Qurʼan: Das Kapitel untersucht Maria im Qurʼan als eine von Gott auserwählte, gereinigte und absolut gehorsame Frau, deren Rolle stark passiv durch das göttliche Handeln und die Vorbestimmung definiert ist.
4 Analogien und Differenzen: Dieser Teil fasst die Gemeinsamkeiten, wie die besondere Auszeichnung Mariens, und die gravierenden Unterschiede in der Dynamik – Aktivität bei Lukas versus Passivität im Qurʼan – zusammen.
5 Die Frage nach Freiheit im Spiegel der Soteriologie: Es wird erörtert, wie Freiheit und Erlösung christlich und islamisch konzeptualisiert werden und welche Auswirkungen das Marienbild auf das Verständnis von Sünde und menschlicher Unfreiheit hat.
6 Auswertung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Zusammenfassung, die die Unvereinbarkeit der untersuchten Freiheitskonzepte hervorhebt und die lukanische Maria als ein Modell für handlungsorientierten Glauben interpretiert.
7 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Maria, Lukasevangelium, Qurʼan, Soteriologie, Freiheit, Gehorsam, Glaube, Erlösung, Erbsünde, Passivität, Aktivität, Islam, Christentum, Marienbild, Komparative Theologie.
Die Arbeit untersucht vergleichend die Darstellung der Mutter Jesu, Maria, im Lukasevangelium und im Qurʼan, wobei der Fokus auf den theologischen Konzepten von Freiheit und Handlungsspielraum liegt.
Zentrale Themen sind die biblische und koranische Exegese, der Vergleich der Marienbiografien, das Verständnis von menschlicher Freiheit sowie die Bedeutung der Soteriologie (Erlösungslehre) in beiden Religionen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Maria in beiden Traditionen gezeichnet wird und ob die unterschiedliche Darstellung als aktive oder passive Akteurin auf tiefere soteriologische Differenzen hindeutet.
Die Arbeit nutzt eine komparative, interreligiöse Methode, um Texte aus dem Neuen Testament und dem Qurʼan gegenüberzustellen und kritisch zu hinterfragen.
Im Hauptteil werden zunächst die lukanische und die koranische Darstellung analysiert, anschließend die Analogien und Unterschiede herausgearbeitet und schließlich die Relevanz der Freiheit im Spiegel christlicher und islamischer soteriologischer Entwürfe diskutiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Maria, Soteriologie, Freiheit, Glaubensgehorsam, Komparative Theologie und christlich-islamischer Dialog beschreiben.
Die im Qurʼan betonte Reinigung wird als göttliche Handlung interpretiert, die Maria von Eigenwillen und Unreinheiten befreit, was in der Arbeit als Zeichen ihrer Passivität gegenüber der göttlichen Bestimmung analysiert wird.
Sie gilt als Vorbild, weil sie aktiv und frei in die göttliche Verheißung einwilligt, Gott vertraut und das Wort Gottes in ihrem Herzen bewahrt, was als Modell für christliche Jüngerschaft dient.
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