Bachelorarbeit, 2017
90 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Nachrichtenwerttheorie
2.1.1 Forschungstraditionen der Nachrichtenwerttheorie
2.1.1.1 Amerikanische Forschungstradition nach Lippmann
2.1.1.2 Europäische Forschungstradition nach Östgaard, Schulz, Galtung und Ruge
2.2 Nachrichtenfaktoren (nach Galtung & Ruge)
2.2.1 Kulturunabhängige Nachrichtenfaktoren
2.2.2 Kulturabhängige Nachrichtenfaktoren
2.3 Verwandte Modelle der Nachrichtenforschung
2.3.1 Gate-Keeper Forschung
2.3.2 News Bias
3. Methodik
3.1 Forschungsfragen und Hypothesen
3.1.1 Forschungsfrage 1
3.1.2 Forschungsfrage 2
3.1.3 Forschungsfrage 3
3.1.4 Forschungsfrage 4
3.2 Titelseite als Gegenstand der Analyse
3.3 Auswahl der Medien
3.3.1 Historische Medien
3.3.2 Zeitgenössische Medien
3.4 Einteilung der Medien in Boulevard- und Qualitätsmedium
3.4.1 Exkurs: Unterscheidung zwischen Boulevard- und Qualitätsjournalismus
3.4.1.1 Boulevardjournalismus
3.4.1.2 Qualitätsjournalismus
3.4.2 Einteilung
3.4.2.1 Illustrierte Kronenzeitung
3.4.2.2 Neue Kronenzeitung
3.4.2.3 Wiener Bilder Zeitung
3.4.2.4 Der Spiegel
3.4.2.5 Die Zeit
3.4.2.6 Vossische Zeitung
3.5 Kategorisierung & Ausprägung der zu behandelnden Nachrichtenfaktoren
3.5.1 „Negativität“
3.5.2 „Personalisierung“
3.5.3 „Bezug zu Elite Personen“
3.5.4 „Bezug zu Elite Nationen“
3.5.4.1 Elite Nationen 1920-22
3.5.4.2 Elite Nationen 2014-16
3.6 Ergebnisse
3.6.1 Forschungsfrage 1
3.6.2 Forschungsfrage 2
3.6.3 Forschungsfrage 3
3.6.4 Forschungsfrage 4
4. Fazit
Diese Arbeit untersucht mittels einer quantitativen Analyse die Veränderlichkeit von Nachrichtenfaktoren zwischen dem frühen 20. Jahrhundert und der heutigen Zeit sowie die Unterschiede in der Gewichtung dieser Faktoren zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien.
2.2.1 Kulturunabhängige Nachrichtenfaktoren
1) Die Frequenz eines Ereignisses ist die Zeitspanne, die das Geschehen braucht, um sich zu entwickeln und Bedeutung zu erlangen. Je mehr sie mit der Erscheinungsweise des Mediums übereinstimmt, umso eher wird das Ereignis publiziert, was bedeutet, dass kurzfristige Ereignisse bevorzugt werden. Über lang andauernde Ereignisse wird meist erst dann berichtet, wenn sie einen gewissen Höhepunkt, „a dramatic climax“ 36, erreicht haben.
2) Bevor ein Ereignis zur Nachricht wird, muss es eine Aufmerksamkeitsschwelle überwinden (Schwellenfaktor). Je größer Ausmaß und Intensität des Ereignisses sind und je mehr die Intensität noch wächst, umso eher wird darüber berichtet. Die Intensität wird dabei durch mehrere der nachfolgenden Nachrichtenfaktoren bestimmt.
3) Je eindeutiger und überschaubarer ein Ereignis ist (Eindeutigkeit), desto höher sind die Publikationschancen. Mehrdimensionales Geschehen, dass mehrere sich widersprechende Folgerungen zulässt, wird weniger häufig zur Nachricht.
4) Dem Publikum kulturell Vertrautes erhöht den Nachrichtenwert. Auch die Relevanz für das Publikum (z.B. Betroffenheit) ist ein wichtiger Faktor für den Nachrichtenwert (Bedeutsamkeit).
5) Je mehr ein Ereignis mit den Erwartungen des Publikums übereinstimmt, entweder mit Vorhergesagtem oder mit Erwünschtem, umso eher wird es zur Nachricht (Konsonanz).
1. Einleitung: Beschreibt die tägliche Informationsflut für Journalisten und die Notwendigkeit von Selektionskriterien, wodurch die Relevanz der Nachrichtenwerttheorie eingeführt wird.
2. Theorie: Detaillierte Darlegung der wissenschaftlichen Grundlagen, von der amerikanischen Tradition durch Lippmann bis zur europäischen Systematisierung durch Schulz sowie Galtung und Ruge.
3. Methodik: Erläutert das quantitative Forschungsdesign, definiert die untersuchten Medien, die Nachrichtenfaktoren sowie die aufgestellten Hypothesen und stellt die empirischen Analysedaten gegenüber.
4. Fazit: Reflektiert die Ergebnisse der Analyse, wonach die Gattungsunterscheidung zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien ergiebiger ist als der zeitliche Vergleich und gibt Impulse für weitere Forschung.
Nachrichtenfaktoren, Nachrichtenwerttheorie, Boulevardjournalismus, Qualitätsjournalismus, Medienanalyse, Selektionskriterien, Negativität, Personalisierung, Elite Personen, Elite Nationen, Gatekeeping, News Bias, ANNO, historische Medien, Zeitungsanalyse.
Die Arbeit analysiert, wie sich die Auswahlkriterien für Nachrichten (Nachrichtenfaktoren) über die Zeit verändert haben und ob es Unterschiede zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien gibt.
Die zentralen Themenfelder sind die Nachrichtenforschung, die Anwendung der Nachrichtenwerttheorie auf historische und moderne Zeitungen sowie die Differenzierung verschiedener journalistischer Gattungen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Nachrichtenfaktoren zeitlose Gültigkeit besitzen oder einem Wandel unterliegen und ob Boulevardmedien andere Nachrichtenfaktoren priorisieren als Qualitätsmedien.
Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse von Titelseiten verschiedener historischer und aktueller Zeitungen durchgeführt, um die Präsenz spezifischer Nachrichtenfaktoren zu messen.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Modelle der Nachrichtenforschung, die Methodik der Datenerhebung anhand ausgewählter Zeitungsarchive sowie die detaillierte Ergebnispräsentation der Hypothesenprüfungen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nachrichtenfaktoren, Nachrichtenwerttheorie, Boulevardjournalismus, Qualitätsjournalismus sowie die spezifischen Faktoren wie Negativität und Personalisierung.
Dieser Zeitraum wurde gewählt, um eine aussagekräftige historische Basis zu schaffen, die durch die Verfügbarkeit digitaler Archive (ANNO) eine fundierte Analyse ermöglichte.
Die Studie zeigt, dass Boulevardmedien deutlich stärker auf die Nachrichtenfaktoren „Negativität“ und „Personalisierung“ setzen, während Qualitätsmedien einen stärkeren Bezug zu „Elite Nationen“ aufweisen.
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