Magisterarbeit, 2004
130 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Ornament und Zierat in Rembrandts Werk- ausgesuchte Gemälde
2.1 Geschirrbeschreibung von „Der Prophet Jeremias“
2.2 Der Zierat bei „Daniel und Cyrus vor dem Götzenbild des Bel“
2.3 Der Nautiliusbecher in „Artemisia empfängt die Asche ihres Mannes“
2.4 Das Tafelgeschirr in „Belsazar erblickt die Schrift an der Wand“
2.5 Zieratbeschreibung des Gemäldes „Danaë“
2.6 Die Goldkanne in „Die Blendung Simsons“
2.7 „Susanna, von den beiden Alten überrascht“
2.8 Ausschmückung „Simson gibt den Hochzeitsgästen ein Rätsel auf“
2.9 Das Geschirr in „Bathseba im Bade“
3 Resümee der Zierat- und Ornamentbetrachtung
3.1 Malweise des Zierats
3.2 Spezielle Ornamentik
3.3 Positionierung des Zierats
4 Die Morphologie des Kwabornaments
4.1 Das Kwabornament im Vergleich zu Rembrandts Malstil
4.2 Rembrandts Aufgabe des Kwabornaments
5 Das Kwabornament in Malerei und Feinschmiedekunst
5.1 Entwicklung und Verbreitung des Kwabornaments
5.2 Rembrandt und Jan Lutma – Das Verhältnis zwischen Maler und Goldschmied
5.2.1 Kwabornamentik in Gemälden vor Rembrandt – van Vianens Silberkanne
5.2.1.1 Pieter Lastmann
5.2.1.2 Jan Tengnagel
5.2.1.3 Jacob Pynas
5.2.2 Rezeption der Kwabornamentik durch Rembrandts Nachfolger
5.3 Ausführung der Kwabornamentik vor und nach Rembrandt
5.4 Hat Rembrandt Kwabornamentik entworfen?
6 Einbindung des Zierats in den Bildaufbau
6.1 Das niederländische Stilleben
6.2 Gestaltungsprinzipien
6.3 Das Prunkstilleben
6.3.1 Das Kwabornament im Prunkstilleben
6.3.2 Willem Kalf und Willem van Aelst
6.4 Die Gestaltungsprinzipien des Stillebens in der Historie
6.5 Die Einbindung des Zierats - der Vergleich zu Rembrandt
7 Schlussbetrachtung
8 Bibliographie
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Ornamenten und Zieraten in Rembrandts malerischem Schaffen. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern der Künstler die zeitgenössische Kwabornamentik in seine Kompositionen integrierte, welche Funktion diese Objekte jenseits der rein dekorativen Gestaltung erfüllten und wie sich Rembrandts Vorgehensweise von der seiner Zeitgenossen unterschied.
1 Einleitung
Rembrandt Harmensz. van Rijn gilt als einer der herausragendsten Maler der Niederlande und hat Künstler, Kunstkenner und -liebhaber aller Zeiten beeinflusst und deren Interesse geweckt. Er hat nicht nur als Künstler auf die Nachwelt gewirkt, sondern als ‚pictor economicus‘ neue Maßstäbe gesetzt. Seine Werkstatt und seine Schüler überschwemmten den Kunstmarkt mit einer Fülle an Bildern. Aus diesem Grund steht bis heute die Zuweisungsfrage im Vordergrund der Rembrandt- Forschung. Von den ursprünglich über 700 Bildern werden derzeit kaum mehr 300 dem Meister selbst zugeschrieben.
Eines der Hauptinteressen der Forschung bei der Untersuchung von Rembrandts umfangreichen Wirken liegt unter anderem auf den Gemälden und deren künstlerischer Ausführung. Diese sind bis heute ausführlich unter vielen Aspekten seiner Malweise - hinsichtlich Farbgebung, Lichtführung, Bildaufbau - analysiert und bearbeitet worden. Die individuelle Themengestaltung, der bildnerische Ausdruck und die Erzeugung von Atmosphäre werden dabei in die Untersuchung mit einbezogen. Über die Betrachtung des Stils hinaus sind auch Ausstattung, Ausschmückung und Kostüme, als ein Teil der Bildgestaltung, ebenfalls Gegenstand der Werkbetrachtung.
Bei den Analysen der Bildgestaltung wird jedoch dem dargestellten „Ornament und Zierat in Rembrandts malerischem Œuvre“ eine nur geringe Beachtung zuteil, und eine umfassendere Deutung und Untersuchung der Stellung im Werk wurde bis jetzt nicht vorgenommen. Oftmals wird dieser Bereich in Rembrandts Schaffen nur skizzenhaft umrissen. Dies geschieht etwa im Rahmen einer allgemeinen Werkbetrachtung oder im Zusammenhang mit einer generellen Darlegung der Entwicklung der niederländischen Ornamentik des 17. Jahrhunderts, welche verschiedentlich Gegenstand der damaligen Malerei war.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung Rembrandts als Künstler ein und benennt das Forschungsdesiderat hinsichtlich der Rolle von Zieraten und Ornamentik in seinem malerischen Werk.
2 Ornament und Zierat in Rembrandts Werk- ausgesuchte Gemälde: In diesem Kapitel werden neun ausgewählte Gemälde im Hinblick auf ihre Ornamentik und die Integration von Zierat untersucht und chronologisch analysiert.
3 Resümee der Zierat- und Ornamentbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, wobei insbesondere die Malweise, die spezifische Ornamentik und die Positionierung des Zierats im Vordergrund stehen.
4 Die Morphologie des Kwabornaments: Hier wird die spezielle Formensprache des Kwabornaments definiert und in Bezug zu Rembrandts Malstil sowie seiner Entscheidung, dieses Ornament einzusetzen, gesetzt.
5 Das Kwabornament in Malerei und Feinschmiedekunst: Dieses umfangreiche Kapitel beleuchtet die Entwicklung des Kwabornaments, die Kontakte Rembrandts zu Goldschmieden wie Jan Lutma sowie die Rezeption dieses Ornaments bei seinen Schülern und Nachfolgern.
6 Einbindung des Zierats in den Bildaufbau: Das Kapitel analysiert, wie Rembrandt den Zierat im Vergleich zur zeitgenössischen Stillebenmalerei und anderen Historiendarstellungen in den kompositorischen Bildaufbau integriert.
7 Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Beantwortung der Forschungsfragen und bewertet Rembrandts innovative Verwendung der Ornamentik innerhalb seines Oeuvres.
8 Bibliographie: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Rembrandt, Kwabornament, Ornamentik, Zierat, Historienmalerei, Jan Lutma, Silberkanne, Feinschmiedekunst, Bildaufbau, Stilleben, Prunkstilleben, Kunstgeschichte, 17. Jahrhundert, niederländische Malerei, Barock
Die Arbeit widmet sich der bisher wenig erforschten Rolle von Ornamenten und Zieraten in den Gemälden Rembrandts, wobei der Schwerpunkt auf der sogenannten Kwabornamentik liegt.
Die Untersuchung umfasst die formale Analyse von Zierobjekten, die Beziehungen Rembrandts zu zeitgenössischen Goldschmieden und die kompositorische Integration dieser Objekte in seine Historienbilder.
Das Ziel ist die Klärung, wie Rembrandt das Kwabornament in seinen Werken verwendete, ob dies eine bewusste malerische Entscheidung war und worin sich seine Auffassung von der seiner Zeitgenossen unterschied.
Die Autorin kombiniert die deskriptive Bildanalyse ausgewählter Werke mit kunsthistorischen Vergleichen zur zeitgenössischen Stillebenmalerei und der Untersuchung von Quellen zur niederländischen Goldschmiedekunst.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelbildanalyse, die morphologische Untersuchung des Kwabornaments sowie eine umfassende Betrachtung der Verbindung zwischen Malerei und Handwerk.
Die wichtigsten Schlagworte sind Rembrandt, Kwabornament, Historienmalerei, Feinschmiedekunst, Jan Lutma, Bildaufbau und das 17. Jahrhundert.
Im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen, die Zierat als rein schmückendes Beiwerk am Bildrand platzierten, bindet Rembrandt diese Objekte oft aktiv in die Handlung und das Bildzentrum ein, wodurch sie eine attributive oder symbolische Funktion erhalten.
Jan Lutma dient als zentrales Beispiel für die Verbindung zwischen Rembrandt und dem zeitgenössischen Kunsthandwerk, da persönliche Kontakte und der Austausch über ornamentale Formen maßgeblich Rembrandts Interesse am Kwabornament beeinflussten.
Die Autorin argumentiert, dass dieser Verzicht im Kontext eines allgemeinen Stilwandels zu einer reduzierten, monumentaleren Bildsprache steht, in der detaillierte Ausstattungsstudien zugunsten psychologischer Tiefe an Bedeutung verloren.
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