Masterarbeit, 2017
49 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Value Investing
2.1 Was ist Value Investing?
2.1.1 Value Investing nach Benjamin Graham
2.1.2 Erweiterungen durch Warren Buffett
2.1.3 Überblick über einfache Value Strategien
2.2 Führen Value Investing Strategien zu Überrenditen?
2.2.1 Berkshire Hathaway vs. S&P 500
2.2.2 Die Superinvestoren von Graham-und-Doddsville
2.2.3 Empirische Studien zu Value Investing
3 Theorie und Implikationen für Value Investing
3.1 Die Markteffizienzhypothese
3.2 Das Modell von Grossman und Stiglitz (1980)
3.2.1 Annahmen und Modellmodifikationen
3.2.2 Das Modell
3.2.3 Unmöglichkeit informationseffizienter Kapitalmärkte
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Begründung für den Erfolg von Value Investing Strategien und hinterfragt die Gültigkeit der Markteffizienzhypothese. Das zentrale Ziel ist es, den Nachweis zu erbringen, dass Kapitalmärkte unter der Annahme von Informationsbeschaffungskosten nicht vollkommen informationseffizient sein können, wodurch der langfristige Erfolg aktiver Value-Strategien theoretisch untermauert wird.
2.1.1 Value Investing nach Benjamin Graham
„Eine Kapitalanlage liegt dann vor, wenn sie nach gründlicher Analyse die Sicherheit des eingesetzten Kapitals und einen angemessenen Gewinn verspricht. Anlagen, die diesen Kriterien nicht entsprechen, sind spekulativ.“
Diese Definition von Kapitalanlage bzw. Investition von Benjamin Graham liefert einen der Grundpfeiler für das Konzept des Value Investings.
Unter Value Investing versteht man eine Anlagestrategie, die auf Benjamin Graham zurückgeht. Graham gilt mit seinen Büchern „Die Geheimnisse der Wertpapieranalyse“ und „Intelligent investieren“ als der Vater der Finanzanalyse. Dies bestätigt unter anderem Adam Smith indem er erklärt, dass es vor Graham den Beruf des Finanzanalysten nicht gab und man diesen Beruf erst seit Graham so nennt. Auch Warren Buffett, CEO der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway und ehemaliger Student von Benjamin Graham, bekundet seine Wertschätzung gegenüber den Leistungen von Graham auf dem Gebiet der Finanzanalyse im Vorwort zu dessen Buch „Intelligent investieren“ mit den Worten:
„Die erste Auflage dieses Buches las ich Anfang 1950, als ich 19 Jahre alt war. Damals hielt ich dieses Buch mit Abstand für das Beste, das jemals über Kapitalanlage geschrieben wurde. An dieser Meinung hat sich bis heute nichts geändert.“
Um das Konzept Value Investing zu verstehen, liefert Graham zunächst, wie bereits erwähnt, eine klare Definition für den Begriff Investition. Dabei stellt Benjamin Graham fest, dass eine Investition nur vorliegen kann, wenn zuvor eine gründliche Analyse des Investitionsobjekts, z.B. einer Aktie, betrieben wurde. Konkret fordert Graham „das gewissenhafte Studium aller verfügbaren Fakten mit dem Anspruch aus diesen und auf Grundlage akzeptierter Prinzipien und schlüssiger Logik Rückschlüsse ableiten zu können.“
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Markteffizienz ein und definiert das Ziel der Arbeit, den Erfolg von Value Investing sowohl empirisch als auch theoretisch zu begründen.
2 Value Investing: Dieses Kapitel erläutert die Grundkonzepte des Value Investings nach Graham und Buffett, stellt einfache Anlagestrategien vor und belegt den Erfolg dieser Ansätze anhand historischer Performance-Daten und empirischer Studien.
3 Theorie und Implikationen für Value Investing: Hier erfolgt die theoretische Auseinandersetzung mit der Markteffizienzhypothese und die Herleitung des Grossman-Stiglitz-Modells, das die theoretische Grundlage für die Existenz von Fehlbewertungen an Kapitalmärkten liefert.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Markteffizienzhypothese in Anwesenheit von Informationskosten nicht uneingeschränkt gilt, was den Erfolg von Value Investing theoretisch plausibel macht.
Value Investing, Markteffizienzhypothese, Grossman-Stiglitz-Modell, Überrendite, Benjamin Graham, Warren Buffett, Informationskosten, Kapitalmarktgleichgewicht, Noise Trader, fundamentale Analyse, innerer Wert, Sicherheitsmarge, Informationsasymmetrie, Kapitalmarkttheorie, Finanzanalyse.
Die Arbeit untersucht, ob und warum Value Investing Strategien dauerhaft Überrenditen am Aktienmarkt erzielen können, indem sie den theoretischen Konflikt zwischen der Markteffizienzhypothese und der Marktrealität analysiert.
Die Arbeit verknüpft die Anlagestrategien des Value Investings mit der ökonomischen Theorie effizienter Kapitalmärkte und nutzt das Grossman-Stiglitz-Modell zur Erklärung von Marktanomalien.
Das primäre Ziel ist es, zu belegen, dass die Markteffizienzhypothese unter der Bedingung realer Informationskosten nicht vollkommen zutrifft und somit theoretischen Raum für den langfristigen Erfolg von Value-Strategien lässt.
Der Autor kombiniert die historische Analyse von Anlagestrategien prominenter Value-Investoren und Meta-Analysen empirischer Studien mit einer mathematisch-theoretischen Modellierung nach Grossman und Stiglitz.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Value Investing Konzepts, eine empirische Überprüfung mittels historischer Daten sowie eine theoretische Fundierung, die das "Informationsparadoxon" des Kapitalmarktes aufdeckt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Value Investing, Markteffizienz, Informationskosten, Überrendite, Sicherheitsmarge und das Grossman-Stiglitz-Modell.
Sie dienen im Modell als Rauschquelle, die verhindert, dass der Preis alle verfügbaren Informationen perfekt widerspiegelt, wodurch ein Gleichgewicht entsteht, in dem sich Informationsbeschaffung für Value-Investoren lohnt.
Da Informationsbeschaffung in der Realität immer Kosten verursacht, ist die Annahme der Kostenlosigkeit nicht nur hinreichend, sondern notwendig für die vollkommene Markteffizienz nach Fama – bei deren Verletzung entstehen Fehlbewertungen.
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