Bachelorarbeit, 2010
61 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Gesellschaftliche Orientierung und Relevanz
2.1 Postmoderne
2.1.1 Charakteristik der Postmoderne
2.1.2 Das Subjekt der postmodernen Gesellschaft
2.2 Herausforderung und Risiko
2.2.1 Suchtstrukturen als Fehlstabilisierung
2.2.2 Der humanistische Ansatz von Erich Fromm
2.2.3 Eingeschliffene Bewältigungsstrategien
2.3 Folgen der Überforderung des Individuums
2.3.1 Psychische Erkrankungen: Fehlzeiten, Diagnosen, Kosten
2.3.2 Gegenwärtige Ansätze im Umgang mit den Folgen
3 Differenz und Vielfalt als Chance
3.1 Persönlichkeitsentwicklung: Ansätze und Modelle
3.1.1 Entwicklung der Persönlichkeit nach Rogers
3.1.2 Gestalttherapie, Achtsamkeit und Akzeptanz
3.1.3 Spiritualität
3.1.4 Watzlawick und die 'Wirklichkeit'
3.1.5 Kommunikationsmodelle nach Schulz von Thun
3.1.6 Gruppe und Gemeinschaft
3.2 Wegweiser in die Zukunft der Persönlichkeitsentwicklung
4. Fazit: Persönlichkeitsentwicklung - Risiko oder Chance?
Die vorliegende Arbeit untersucht aus der Perspektive der Sozialen Arbeit, ob die Gesellschaft ein fundamentales Interesse an einer institutionalisierten Sorge für ihre Individuen haben kann, deren Ziel die freie Entfaltung der Persönlichkeit anstelle von funktioneller Anpassung ist.
3.1.1 Entwicklung der Persönlichkeit nach Rogers
Carl Ransom Rogers entwickelte in seiner therapeutischen Tätigkeit den 'nicht-direktiven' Ansatz, der in seiner Weiterentwicklung zur 'klientenzentrierten Beratung' bzw. als 'Gesprächspsychotherapie' große Beachtung und Anerkennung fand. Mit der Bezeichnung 'klientenzentriert' wird der wesentlichen und grundlegenden Annahme in Rogers Therapieansatz Rechnung getragen, „... daß der Klient derjenige ist, der weiß, wo der Schuh drückt, welche Richtungen einzuschlagen, welche Probleme entscheidend, welche Erfahrungen tief begraben gewesen sind“. (Rogers 2006: 27 f.)
In seinem Buch 'Entwicklung der Persönlichkeit', das erstmals 1961 erschien, setzt er sich intensiv mit der therapeutischen Beziehung und dem Prozess der Persönlichkeitsentwicklung auseinander. Seiner eigenen Einschätzung nach handelt das Buch „vom Leben und davon, wie sich das Leben im therapeutischen Prozeß anschaulich enthüllt - mit seiner blinden Kraft und seiner enormen Zerstörungskapazität, aber auch mit seinem unglaublich starken Drang zur Entfaltung, wenn die Gelegenheit zur Entfaltung gegeben wird.“ (ebd.: 20 f.) Seine interessierte philanthrope Haltung und sein positives humanistisches Menschenbild wird in diesem Werk deutlich spürbar. „Eine der revolutionärsten Einsichten, die sich aus unserer klinischen Erfahrung entwickelt hat, ist die wachsende Erkenntnis: der innerste Kern der menschlichen Natur, die am tiefsten liegenden Schichten seiner Persönlichkeit, die Grundlage seiner tierischen Natur ist von Natur aus positiv - von Grund auf sozial, vorwärtsgerichtet, rational und realistisch.“ (ebd.: 99 f.)
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der menschlichen Suche nach Identität und die Fragestellung nach einer gesellschaftlichen Verantwortung für die freie Persönlichkeitsentwicklung.
2 Gesellschaftliche Orientierung und Relevanz: Untersuchung der postmodernen Gesellschaft, ihrer Anforderungen an das Individuum und die daraus resultierenden psychischen Belastungen und Bewältigungsstrategien.
3 Differenz und Vielfalt als Chance: Vorstellung verschiedener psychologischer Ansätze und Modelle zur Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung sowie deren Potenzial für eine zukunftsorientierte Soziale Arbeit.
4. Fazit: Persönlichkeitsentwicklung - Risiko oder Chance?: Synthese der Ergebnisse und Plädoyer für eine institutionalisierte Begleitung der Persönlichkeitsentwicklung abseits reiner Anpassungskonzepte.
Postmoderne, Persönlichkeitsentwicklung, Soziale Arbeit, Prävention, Humanistische Psychologie, Klientenzentrierte Beratung, Kommunikationspsychologie, Identität, Selbstverwirklichung, psychische Gesundheit, Burnout-Syndrom, Systemkritik, Resilienz, Konstruktivismus, institutionelle Begleitung.
Die Arbeit untersucht, ob die Gesellschaft die Aufgabe übernehmen sollte, Individuen professionell in ihrer freien Persönlichkeitsentwicklung zu begleiten, anstatt sie lediglich an bestehende gesellschaftliche Systeme anzupassen.
Die Themen umfassen die soziologischen Anforderungen der Postmoderne, psychologische Modelle der Persönlichkeitsentwicklung, die Analyse von Sucht- und Bewältigungsstrategien sowie die Bedeutung von Kommunikation und Gemeinschaft.
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung des aktuellen gesellschaftlichen Fokus auf funktionelle Anpassung und die Aufarbeitung, wie eine Förderung der freien Entfaltung des Individuums als Präventionsauftrag etabliert werden könnte.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die Konzepte der humanistischen Psychologie, der Gestalttherapie, des Konstruktivismus und der Kommunikationspsychologie einbezieht und mit aktuellen Daten aus dem Gesundheitswesen und der Arbeitswelt verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der postmodernen Lebensumstände, die Darstellung psychologischer Modelle (z.B. Rogers, Watzlawick, Schulz von Thun) und deren Anwendung sowie die Diskussion über Gruppen und Gemeinschaft als unterstützende Rahmenbedingungen.
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Postmoderne, Persönlichkeitsentwicklung, institutionelle Begleitung, humanistische Psychologie und systemkritische Perspektiven auf Gesundheit und Anpassung charakterisiert.
Während klassische Ansätze oft die Funktionstüchtigkeit und Anpassung an das gesellschaftliche System als Maßstab für Normalität nutzen, betrachtet die Autorin Gesundheit und Persönlichkeitsentfaltung als individuelles Optimum an Glück und Gedeihen.
Das Modell dient dazu, die im Menschen vorhandene innere Pluralität abzubilden und dient als praktisches Instrument, um durch Selbsterkenntnis und interne Dialogführung eine authentischere Lebensgestaltung und Kommunikation zu fördern.
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