Bachelorarbeit, 2013
56 Seiten, Note: 1,5
A. Einleitung
B. Grundsätze der Rückstellungen
I. Rückstellungsbegriff und wirtschaftliche Bedeutung
II. Rückstellungsarten
1. Rückstellungen mit Schuldcharakter
2. Rückstellungen mit Aufwandscharakter
III. Rückstellungen nach Handelsrecht
1. Ansatz/Grunde nach
2. Bewertung /Höhe nach
3. Ausweis
IV. Rückstellungen nach Steuerrecht
1. Maßgeblichkeitsprinzip
2. Ansatz/Grunde nach
3. Bewertung /Höhe nach
C. Rückstellungen für passive latente Steuern
I. Abweichungen zwischen handels- und steuerrechtlicher Bilanzierung von Rückstellungen
1. Latente Steuern als Folge der Abweichungen
II. Latente Steuern als Rückstellung
D. Divergenz zwischen der BStBK und des IDW um die Bildung von Rückstellungen für passive latente Steuern
I. Problemstellung
II. Persönlicher Anwendungsbereich
III. Sachlicher Anwendungsbereich
1. Verlautbarung der BStBK vom 12.10.2012
a) Einbeziehungsfähige Sachverhalte
b) Ausgeschlossene Sachverhalte
c) Voraussetzungen für den Ansatz von Rückstellungen für passive latente Steuern
aa) Wahrscheinlichkeit des künftigen Entstehens und der Inanspruchnahme
bb) Wirtschaftliche Verursachung vor dem Bilanzstichtag
d) Bewertung und Ausweis
2. Verlautbarung des IDW vom 15.10.2012
a) Einbeziehungsfähige Sachverhalte
b) Voraussetzungen für den Ansatz von Rückstellungen für passive latente Steuern
aa) Wahrscheinlichkeit des künftigen Entstehens und der Inanspruchnahme
bb) Wirtschaftliche Verursachung vor dem Bilanzstichtag
c) Bewertung und Ausweis
IV. Vergleichende Analyse
1. Prüfung des Rückstellungscharakters von passiven latenten Steuern
a) Wahrscheinlichkeit des künftigen Entstehens und der Inanspruchnahme
aa) Ständige Rechtsprechung
bb) Im Fall von passiven latenten Steuern
b) Wirtschaftliche Verursachung vor dem Bilanzstichtag
aa) Ständige Rechtsprechung
bb) Im Fall von passiven latenten Steuern
2. Auswirkungen
V. Anwendungsfall zur Darstellung der Verlautbarungen
1. Sachverhalt
2. Lösungsansatz nach IDW
3. Lösungsansatz nach BStBK
4. Berechnung der Rückstellungen für passive latente Steuern
5. Bewertung/Abzinsung von Rückstellungen für passive latente Steuern
a) Handelsrechtliche Lösung
b) Steuerrechtliche Lösung
6. Buchungssätze
E. Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die kontroversen Auffassungen der Bundessteuerberaterkammer (BStBK) und des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) zur Bilanzierung passiver latenter Steuern als Rückstellungen in der Handelsbilanz kritisch zu vergleichen und anhand der handelsrechtlichen Grundlagen sowie der aktuellen Rechtsprechung zu bewerten.
D. Divergenz zwischen der BStBK und des IDW um die Bildung von Rückstellungen für passive latente Steuern
Die im Gesetzesentwurf zum BilMoG vorgenommene Auslegung des § 274a Nr.5 HGB für kleine Kapitalgesellschaften löst eine große Unsicherheit in der Praxis aus. Es herrscht eine energische Diskussion darüber, ob bilanzierende Unternehmer, die § 274 HGB nicht anwenden, eine Rückstellung für passive latente Steuern außerhalb des § 274 HGB bilden müssen, wenn sie die Voraussetzungen gem. § 249 Abs. 1 S. 1 HGB erfüllen. Dafür ursächlich ist die Divergenz zwischen der Verlautbarung der BStBK vom 12.10.2012, welches auf die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung IDW RS HFA 7 n. F. vom 06.02.2012 Stellung nimmt, und die darauf beruhende Verlautbarung des IDW vom 15.10.2012. Gegenstand der Debatte ist der sachliche Anwendungsbereich von „Rückstellungen für passive latente Steuern“.
Über den persönlichen Anwendungsbereich sind sich die BStBK und der IDW infolge der ergänzenden Stellungnahme des IDW vom 15.10.2012 einig geworden. Das IDW erklärt eine umfassende Verpflichtung zur Bildung von Steuerrückstellungen für passive latente Steuern außerhalb des § 274 HGB. Die BStBK lässt diese Verpflichtung jedoch nur unter starken Einschränkungen zu.
A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den hohen Stellenwert von Rückstellungen im Jahresabschluss und die durch das BilMoG ausgelöste Debatte um die Bildung von Rückstellungen für passive latente Steuern bei kleinen Kapitalgesellschaften.
B. Grundsätze der Rückstellungen: Dieses Kapitel erläutert die dogmatischen Grundlagen der Rückstellungsbildung nach Handels- und Steuerrecht, inklusive der Kriterien für Ansatz, Bewertung und Ausweis.
C. Rückstellungen für passive latente Steuern: Hier werden die Ursachen für die Entstehung latenter Steuern durch Abweichungen zwischen Handels- und Steuerbilanz sowie deren Einordnung als latente Steuern nach § 274 HGB untersucht.
D. Divergenz zwischen der BStBK und des IDW um die Bildung von Rückstellungen für passive latente Steuern: Der Hauptteil analysiert die konträren Positionen von BStBK und IDW, führt eine vergleichende Analyse der Rückstellungsvoraussetzungen durch und veranschaulicht die Konsequenzen an einem Praxisbeispiel.
E. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass nach der aktuellen Rechtsprechung die Bildung von Rückstellungen für passive latente Steuern außerhalb des § 274 HGB dogmatisch problematisch ist.
Rückstellungen, Passive latente Steuern, BilMoG, Handelsbilanz, Steuerbilanz, BStBK, IDW, § 249 HGB, § 274 HGB, Maßgeblichkeitsprinzip, Temporäre Differenzen, Wirtschaftliche Verursachung, Steuerstundung, Kapitalgesellschaften, Rechnungslegung.
Die Arbeit befasst sich mit der kontroversen Frage, ob und unter welchen Voraussetzungen kleine Kapitalgesellschaften, die von der Anwendung des § 274 HGB befreit sind, dennoch Rückstellungen für passive latente Steuern bilden müssen.
Die Arbeit umfasst die Dogmatik der handelsrechtlichen Rückstellungsbildung, die steuerliche Maßgeblichkeit, die Konzepte der latenten Steuern nach dem BilMoG und die speziellen Verlautbarungen von BStBK und IDW.
Das Ziel ist die kritische Analyse der Divergenz zwischen den Auffassungen von BStBK und IDW zur Bildung von Rückstellungen für passive latente Steuern und die Beantwortung der Frage, ob eine solche Rückstellung nach heutiger Rechtslage zulässig ist.
Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische Analyse, die Auslegung von Gesetzesnormen (insb. § 249 HGB) sowie eine vergleichende Untersuchung der Verlautbarungen der Fachverbände unter Einbeziehung der aktuellen BFH-Rechtsprechung.
Der Hauptteil analysiert den persönlichen und sachlichen Anwendungsbereich der Verlautbarungen, prüft den Rückstellungscharakter der passiven latenten Steuern und illustriert die Auswirkungen der divergierenden Lösungsansätze anhand eines konkreten Anwendungsfalls.
Die zentralen Schlagworte sind Rückstellungen, latente Steuern, BilMoG, Handelsbilanzierung, BStBK, IDW sowie die rechtliche Zulässigkeit der Rückstellungsbildung nach § 249 HGB.
Das BilMoG hat die umgekehrte Maßgeblichkeit aufgehoben und die Bilanzierungsvorschriften für kleine Kapitalgesellschaften vereinfacht, was zu der Befreiungsoption vom Ausweis latenter Steuern führte und die Frage nach dem "Ob" einer Rückstellung außerhalb des § 274 HGB erst aufwarf.
Die Autorin hinterfragt kritisch, ob das Vorsichtsprinzip als Begründung für eine Rückstellungsbildung ausreicht, wenn gleichzeitig die Tatbestandsvoraussetzungen für eine ungewisse Verbindlichkeit nach § 249 HGB, insbesondere die wirtschaftliche Verursachung, nicht zweifelsfrei erfüllt sind.
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