Bachelorarbeit, 2017
36 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begründung für Themenauswahl
3. Überblick: Frauen in der Wissenschaft
3.1 Gelehrsamkeit der muslimischen Frauen
3.2 Einführung: Frauen in der Ḥadīṯwissenschaft
3.3 Frauen in biographischen Werken
4. Frauen und Ḥadīṯ in der mamlukischen Periode
4.1 Wiederbelebung der Ḥadīṯwissenschaft
4.2 Soziale Strukturen in der mamlukischen Periode
4.3 Bildung der Frauen
4.4 Rolle der Frauen in der Tradierung von Wissen
4.5 Methoden der Überlieferung
5. Zaynab bint al-Kamāl
5.1 Biographie von Zaynab bint al-Kamāl
5.2 Zaynab’s Karriere
5.3 Überlieferte Werke von Zaynab
5.4 Zaynab’s Studenten
5.5 Zaynab in der Rolle als Gelehrtin
5.6 Tod von Zaynab
6. Fazit
Diese Arbeit untersucht den signifikanten Beitrag muslimischer Frauen zum Tradierungswesen der Ḥadīṯwissenschaft während der mamlukischen Periode. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Frauen trotz gesellschaftlicher Barrieren eine religiöse Ausbildung erhielten, als Gelehrtinnen agierten und als Bindeglied zwischen den Generationen fungierten, wobei die Karriere der Zaynab bint al-Kamāl als exemplarisches Fallbeispiel dient.
3.2. Einführung: Frauen in der Ḥadīṯwissenschaft
„Ein Viertel unserer Religion hängt von den Überlieferungen der Frauen ab. Würde es sie nicht geben, würden wir eine Viertel unserer Religion verlieren“. Diese Aussage des bekannten Gelehrten al- Ḥākim al-Nisābūrī (933/1014) macht auf die enormen Leistungen der Frauen im Bereich der Ḥadīṯwissenschaft aufmerksam. Neben al-Nisābūrī haben zahlreiche andere Gelehrte die Frauen in der Rolle als muḥaddiṯāt gelobt. Die Gelehrten sind sich darüber einig, dass es kein Unterschied zwischen der Überlieferung eines Mannes und der Überlieferung einer Frau besteht und dass beide Geschlechter dieselben Rechte in der Ḥadīṯwissenschaft besitzen.
Der Beweis für die Rechtmäßigkeit des Empfangens und des Übertragens eines Ḥadīṯ beruht unter anderem auf die Pflicht aller Muslime, ihre Religion zu kennen und sie in die Tat umzusetzen: weder Männer noch Frauen sind von dieser Pflicht befreit bzw. ausgeschlossen. Auch, dass Frauen unter den früheren Gläubigen an der Sammlung des Korans aktiv teilgenommen haben stellt ein Indiz dafür dar, dass Frauen das Recht besitzen ʾAḥadīṯ zu erwerben und zu übermitteln. War ein Ḥadīṯ von einer Frau überliefert wurden, so stellte dies keinesfalls einen Grund zur Ablehnung dar. Ibn aṣ-Ṣalāḥ (643/1245), ein Experte in den Ḥadīṯwisseschaften, schreibt in seinem Werk, worin er die Eigenschaften jener beschreibt, wessen Überlieferungen akzeptiert werden und wessen nicht, unterscheidet keineswegs zwischen der Ḥadīṯüberlieferung einer Frau und der Ḥadīṯüberlieferung eines Mannes.
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Frauen in der Ḥadīṯwissenschaft dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die verwendeten Quellen.
2. Begründung für Themenauswahl: Hier wird die persönliche Motivation der Autorin dargelegt, die sich aus der Beobachtung der bisher wenig beachteten Rolle von Gelehrtinnen in späteren Generationen ergibt.
3. Überblick: Frauen in der Wissenschaft: Dieses Kapitel liefert einen allgemeinen Rahmen über die historische Gelehrsamkeit muslimischer Frauen und ihre Repräsentation in biographischen Werken.
4. Frauen und Ḥadīṯ in der mamlukischen Periode: Der Hauptteil analysiert die sozio-ökonomischen Bedingungen, Bildungswege und Tradierungsmethoden, die den hohen Rang von Frauen in der mamlukischen Zeit begünstigten.
5. Zaynab bint al-Kamāl: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der Biographie, Ausbildung, Karriere und Lehrtätigkeit von Zaynab bint al-Kamāl als herausragendem Fallbeispiel.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung des Themas im heutigen Kontext unter Berücksichtigung der historischen Barrieren und Errungenschaften.
Ḥadīṯwissenschaft, Zaynab bint al-Kamāl, Frauen in der Wissenschaft, mamlukische Periode, muḥaddiṯāt, iğāza, islamische Gelehrsamkeit, Tradierungswesen, Bildungsgeschichte, Überlieferungsketten, religiöse Bildung, Damaskus, ʿĀʾiša bt. Abī Bakr, Frauengeschichte, sunnitische Tradition.
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und dem Beitrag von muslimischen Frauen im Tradierungswesen der islamischen Ḥadīṯwissenschaft, insbesondere während der mamlukischen Zeit.
Die zentralen Themen umfassen die Bildungsgeschichte von Frauen, die Überlieferungsmethoden religiösen Wissens sowie die Analyse sozialer Strukturen in Syrien und Ägypten während der Mamlukenherrschaft.
Die Arbeit untersucht, wie muslimische Frauen trotz gesellschaftlicher Einschränkungen akademisch tätig werden konnten, wie sie Wissen erwarben und welche Rolle sie als Lehrerinnen und Autoritäten in der Tradierung einnahmen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Quellen, darunter biographische Lexika und moderne historische Studien zur islamischen Bildungsgeschichte.
Der Hauptteil analysiert die Wiederbelebung der Ḥadīṯwissenschaft, die Auswirkungen der sozialen Strukturen auf die Frauenbildung und bietet eine detaillierte Fallstudie zu Zaynab bint al-Kamāl.
Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Ḥadīṯwissenschaft, muḥaddiṯāt, iğāza, mamlukische Periode und Tradierungswesen.
Zaynab bint al-Kamāl dient als exemplarisches Fallbeispiel, anhand dessen die Autorin aufzeigt, wie frühzeitig Frauen Bildung erhielten und welchen gesellschaftlichen Einfluss sie durch ihre Karriere als Gelehrtin ausübten.
Diese Periode bot durch ökonomische Stabilität und die Förderung des sunnitischen Traditionalismus ein günstiges Umfeld für das Gedeihen religiöser Bildungseinrichtungen, was auch den Zugang von Frauen zu Bildungsnetzwerken begünstigte.
Während konservative Juristen die Vermischung der Geschlechter teils kritisierten, war die Beteiligung von Frauen an Vorträgen und ihre Anerkennung als Autoritäten in der Ḥadīṯwissenschaft historisch fest verankert und weitgehend akzeptiert.
Dieser Ehrentitel wurde Zaynab bint al-Kamāl verliehen und bezeichnet sie als eine der bedeutendsten Überlieferinnen ihrer Zeit, basierend auf ihrer umfangreichen Sammlung von Lehrdiplomen und ihrer langen Lehrtätigkeit.
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