Masterarbeit, 2016
89 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
2 Beschreibung der Ausgangssituation
3 Weg der Erstattung von Medizinprodukten in Deutschland
3.1 Erstattungsfähigkeit von Medizinprodukten im Rahmen der GKV-Versorgung
3.2 Erlaubnisvorbehalt nach § 135 Abs. 1 SGB-V
3.3 Verbotsvorbehalt nach § 137c SGB-V unter Berücksichtigung § 137e SGB-V
3.4 Erprobungsregelung nach § 137e Abs. 7 SGB-V
3.5 Investitionsproblematik durch § 137 e
3.5.1 Aufnahme in den Operationen- und Prozedurenschlüssel (OPS)
3.5.2 Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden (NUB-Verfahren)
3.6 Health Technology Assessment als Werkzeug zur Nutzenbewertung
3.7 Health Technology Assessment in Deutschland
3.8 HTA von innovativen Medizinprodukten
4 Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG)
5 Weg der Erstattung von Medizinprodukten in Großbritannien
5.1 Gesundheitssystem in Großbritannien
5.2 Regulatorische Aspekte zur Vermarktung der Medizinprodukte in Großbritannien
5.3 HTAs
5.4 MATCH “Multidisciplinary Assessment of Technology Centre for Healthcare”
6 Nationaler Strategieprozess der Bundesregierung
6.1 Entstehung und Bedeutung
6.2 Themenbereiche des Strategieprozesses
6.2.1 Forschungsförderung als Kernaspekt der Innovationsentwicklung
6.2.2 Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems
6.2.3 Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit
7. Umsetzbarkeit der Strategieprozessempfehlungen
7.1 Klinische Studien als obligatorisches Merkmal zur Evidenzgewinnung
7.2 Problemstellungen der Durchführbarkeit in Hinblick auf die Qualifizierung des Studienpersonals
7.3 Problemstellungen der Durchführbarkeit in Hinblick auf die Infrastruktur der Prüfzentren
7.4 Nutzenbewertung unter Einsatz der zweckmäßigen Vergleichstherapie
7.5 Fachkräftesituation und Investitionsfähigkeit verbessern
8 Diskussion
9. Zusammenfassung
10. Literaturverzeichnis
Die Masterarbeit untersucht die regulatorischen Herausforderungen bei der Nutzenbewertung von Medizinprodukten in Deutschland. Ziel ist es, zu analysieren, ob sich die Prozesse analog zur Nutzenbewertung von Arzneimitteln (basierend auf dem AMNOG) umsetzen lassen und welche Lehren aus anderen europäischen Gesundheitssystemen, insbesondere Großbritannien, für den nationalen Strategieprozess gezogen werden können.
3.6 Health Technology Assessment als Werkzeug zur Nutzenbewertung
Health Technology Assessment wurde erstmalig 1975 in den USA verwendet und beschreibt den Prozess zu der systematischen Bewertung medizinischer Verfahren und Technologien mit Bezug zur gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung.81
In Zeiten des raschen Zuwachs von medizinischen Technologien, Fachwissen und Therapien und der damit verbundenen Steigerung von Gesundheitskosten und beschränkter Budgets, verlangt es den gewissenhaften Einsatz der zu Verfügung stehenden Ressourcen. Die kritische Beurteilung von medizinischen Prozessen und Verfahren in HTA-Berichten ist ein weiterer Schritt, den Wissenstransfer des ständig steigenden Bestands an Evidenz in der Praxis zu gewährleisten.82
Die HTA-Berichte sollen die gesamte verfügbare externe Evidenz zur jeweiligen Fragestellung aufgreifen und diese kritisch beurteilen und bewerten. Auf diese Weise entstandenes Grundwissen soll den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern Handlungsempfehlungen geben, die durch evidenzbasierte Argumente als Hilfestellung dienen. Sie sollen als Instrumente zur kritischen Betrachtung von gesundheitspolitischen Aspekten innerhalb der Gesundheitsversorgung verstanden werden.83
HTA-Berichte informieren behandelnde Ärzte, Gesundheitsbehörden, Krankenkassen, Patienten selbst, etc. über die experimentelle Wirksamkeit (efficacy), die Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen (effectiveness), die Sicherheit (safety) und den gesundheitsökonomischen Stellenwert (cost-effectiveness), sowie den sozialen, ethischen und legalen Rahmen der jeweiligen Fragestellung.84
In diesem Zusammenhang darf HTA nicht nur als rein wissenschaftliche Methode verstanden werden. HTA definiert sich vielmehr über sein originäres Ziel: eine evidenzbasierte medizinische Entscheidungsfindung zu ermöglichen, um Kosteneffektivität in der Medizin sicherzustellen. Somit gehen HTA-Berichte über systematische Übersichtsarbeiten zur Wirksamkeit hinaus, enthalten diese jedoch als unverzichtbaren Kern, da ohne Wirksamkeit jede weitere Betrachtung überflüssig wäre.85
1 Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Bedeutung der Medizintechnikbranche in Deutschland, ihr Innovationspotenzial und die Herausforderungen bei der Patientenversorgung im demografischen Wandel.
2 Beschreibung der Ausgangssituation: Dieses Kapitel erläutert den gesetzlichen Rahmen, in dem die Nutzenbewertung von Medizinprodukten stattfindet, und thematisiert die späte Konkretisierung durch neue Regelungen wie § 137h SGB V.
3 Weg der Erstattung von Medizinprodukten in Deutschland: Es werden die verschiedenen Mechanismen des Marktzugangs und der Erstattung (Erlaubnisvorbehalt, Verbotsvorbehalt, Erprobungsregelung) sowie die Rolle der HTA-Instrumente detailliert analysiert.
4 Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG): Kapitel 4 analysiert die Instrumente des AMNOG als Vergleichsmodell für die Nutzenbewertung, inklusive der frühen Nutzenbewertung und Preisfindungsmechanismen.
5 Weg der Erstattung von Medizinprodukten in Großbritannien: Die Analyse des britischen NHS zeigt auf, wie HTA-Programme (wie NICE) systematisch in die Entscheidungsfindung eingebunden werden.
6 Nationaler Strategieprozess der Bundesregierung: Das Kapitel befasst sich mit der Initiative zur Stärkung der Innovationskraft der Medizintechnikbranche und den daraus resultierenden Handlungsempfehlungen.
7. Umsetzbarkeit der Strategieprozessempfehlungen: Es wird kritisch diskutiert, inwieweit die Forderungen nach klinischen Studien für Medizinprodukte umsetzbar sind und welche strukturellen Probleme (Qualifizierung, Infrastruktur) dabei bestehen.
8 Diskussion: Die Diskussion fasst die Unterschiede zwischen den Sektoren zusammen und plädiert für eine angepasste Methodik der Nutzenbewertung für Medizinprodukte.
Medizinprodukte, Nutzenbewertung, Gesundheitssystem, GKV, Erstattung, Medizintechnik, AMNOG, Health Technology Assessment, HTA, Innovation, Marktzugang, klinische Studien, SGB V, Evidence-based Medicine, Stakeholdermanagement
Die Arbeit befasst sich mit den regulatorischen und methodischen Anforderungen an die Nutzenbewertung von Medizinprodukten in Deutschland und vergleicht diese kritisch mit dem bestehenden System der Arzneimittelbewertung sowie internationalen Ansätzen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Marktzugang für Medizintechnik, den Anforderungen des SGB-V, den Instrumenten zur Kosten-Nutzen-Analyse und der Diskussion um die Umsetzbarkeit klinischer Studienanforderungen im Medizintechniksektor.
Das primäre Ziel ist zu klären, wie die Nutzenbewertung von Medizinprodukten optimiert werden kann, um den Zugang zu Innovationen zu beschleunigen, ohne die ökonomische Stabilität des Gesundheitssystems zu gefährden.
Es handelt sich um eine systematische Literaturanalyse, die regulatorische Dokumente, Gesetze (SGB-V), Berichte zum nationalen Strategieprozess und internationale Vergleichsstudien (Großbritannien/NHS) kombiniert.
Der Hauptteil analysiert die bestehenden Erstattungswege, vergleicht diese mit dem AMNOG-Verfahren bei Arzneimitteln, beleuchtet das britische Modell des HTA und erörtert die Durchführbarkeit von klinischen Studien als Voraussetzung für die Erstattung.
Medizinprodukte, Nutzenbewertung, GKV, Erstattung, Medizintechnik, AMNOG, Health Technology Assessment (HTA) und Marktzugang.
Die Autorin hebt hervor, dass die hohe Heterogenität von Medizinprodukten und die oft kleinen Fallzahlen bei Innovationen randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) erschweren und zudem für kleine und mittelständische Unternehmen finanziell kaum tragbar sind.
Die Arbeit schlägt ein proaktives Stakeholdermanagement vor, bei dem Hersteller frühzeitig in einen interdisziplinären Dialog mit Regulierungsgremien wie dem G-BA und dem IQWiG treten, um Datenanforderungen besser zu verstehen.
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