Bachelorarbeit, 2017
54 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Rolle der Verbriefungen in der internationalen Finanzkrise
2.1. Verbriefungsprozess
2.2. Verbriefungsformen
2.3. Anreize und Risiken von Verbriefungen
2.4. Entstehung der Finanzkrise 2007
2.4.1. Subprime – Krise
2.4.2. Die Rolle der Ratingagenturen in der Finanzkrise
3. Die neuen Bankenregelungen unter Basel III in Bezug auf Verbriefungen
3.1. Basler Ausschuss für Bankenaufsicht
3.2. Bisherige Bankenregulierungen durch den Basler Ausschuss
3.2.1. Basel I
3.2.2. Basel II
3.3. Bisherige Bestimmung für Risikogewichtungen bei Verbriefungen
3.3.1. Standardansatz
3.3.2. IRB-Ansatz
3.4. Basel III und Verbriefungen
3.4.1. Einführung und Umsetzung von Basel III
3.4.2. Ansatzhierarchie neuer Berechnungsmethoden
3.4.3. STC – Verbriefungskriterien
4. Auswirkungen von Basel III auf das Risikomanagement und Kreditgeschäft
4.1. Anforderungen aus Basel III
4.1.1. Qualitative und quantitative Eigenkapitalanforderungen
4.1.2. Neue Liquiditätsstandards
4.1.3. Höchstverschuldungsquote (Leverage-Ratio)
4.2. Konsequenzen für das Risikomanagement und Kreditgeschäft
5. Ausblick auf Basel III
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der durch das Basel Committee on Banking Supervision (BCBS) initiierten Basel III-Regulierungen auf das Verbriefungsgeschäft sowie das allgemeine Risikomanagement und Kreditgeschäft von Banken, wobei der Fokus auf der Lehren aus der Finanzkrise 2007 liegt.
2.1. Verbriefungsprozess
Bei einer traditionellen Asset Backed Verbriefung vergibt im ersten Schritt die Bank (Originator) einen Kredit an den Forderungsschuldner. Die Bank erhält im Gegenzug vom Forderungsschuldner Zins und Tilgungszahlungen und eine Sicherheit zur Absicherung eines Zahlungsausfalls (z.B. Immobilie des Forderungsschuldners). Im Anschluss daran verkauft die Bank die durch die Kreditvergaben entstandenen Forderungen an ein so genanntes Special Purpose Vehicle (SPV). Bei dem SPV handelt es sich um eine Zweckgesellschaft, die eigens dafür gegründet wird, die Forderungen der Bank abzukaufen. I.d.R. werden die SPVs in sogenannten Steuerparadiesen wie den Cayman Islands gegründet, um steuerliche Vorteile bei der Gründung des SPVs zu erzielen. Das SPV bündelt anschließend die gekauften Forderungen (Pooling-Prozess) und tranchiert diese (Tranching-Prozess). Durch die Emission von ABS-Wertpapieren wird der Kreditkauf refinanziert.
Zu der kapitalmarktfähigen Gestaltung der Wertpapiere gehört ein Ratingprozess, der durch die Ratingagenturen vorgenommen wird. Dabei werden die Agenturen vom Originator bezahlt, die zu veräußernden Wertpapiere zu analysieren und zu bewerten. Eine weitere Aufgabe bei dem Gestaltungsprozess hat der Arranger. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um eine Investmentbank, die für die Prüfung und Analyse (Due-Diligence) des Originators und der Transaktion verantwortlich ist. Zudem stellt sie den Kontakt zu den Investoren her. Der Servicer im Verbriefungsprozess ist für die Verwaltung des SPV verantwortlich. Dabei überwacht er die Zahlungsströme von Zins- und Tilgungszahlungen, meldet Zahlungsverzüge und koordiniert die zugrundeliegenden Sicherheiten der Forderungen. Ein weiterer Akteur im Verbriefungsprozess ist der Treuhändler. Seine Aufgabe ist es, die Transaktionen zwischen Investoren und SPV zu überwachen.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Ursprünge der Finanzkrise 2007 und stellt die Relevanz von Basel III als regulatorische Antwort zur Stärkung des Bankensystems und des Risikomanagements dar.
2. Die Rolle der Verbriefungen in der internationalen Finanzkrise: Dieses Kapitel erläutert den Verbriefungsprozess, die damit verbundenen Risiken sowie die maßgeblichen Faktoren, die zur Immobilienkrise und dem Scheitern von Banken führten.
3. Die neuen Bankenregelungen unter Basel III in Bezug auf Verbriefungen: Hier werden die Entwicklung der Basler Regelwerke, die methodischen Neuerungen bei der Risikogewichtung von Verbriefungen und die STC-Kriterien detailliert beschrieben.
4. Auswirkungen von Basel III auf das Risikomanagement und Kreditgeschäft: Der Hauptteil analysiert die qualitativen und quantitativen Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätsstandards und die Auswirkungen dieser neuen Vorgaben auf die Geschäftspraxis der Banken.
5. Ausblick auf Basel III: Dieser Abschnitt thematisiert die zukünftigen Herausforderungen für Banken durch neue Wettbewerber und die bestehende Problematik des „Too-big-to-fail“-Szenarios.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Stärkung des Bankensystems durch Basel III, weist jedoch auf den hohen Anpassungsdruck und verbleibende systematische Risiken hin.
Basel III, Verbriefung, Asset Backed Securities, Finanzkrise, Risikomanagement, Eigenkapitalanforderungen, Liquiditätsstandards, LCR, NSFR, Leverage-Ratio, Kreditgeschäft, Bankenregulierung, Risikogewichtung, STC-Kriterien, Bankenaufsicht
Die Arbeit befasst sich mit den regulatorischen Neuerungen durch Basel III und deren spezifische Auswirkungen auf das Verbriefungsgeschäft sowie das Risikomanagement von Banken im Kontext der Lehren aus der Finanzkrise 2007.
Die zentralen Felder sind die Analyse von Verbriefungsstrukturen, die Entwicklung der Basler Abkommen, die Einführung neuer Liquiditäts- und Eigenkapitalkennzahlen sowie die Konsequenzen für die Profitabilität und Kreditvergabe im Bankensektor.
Das Ziel der Arbeit ist es aufzuzeigen, wie Basel III durch strengere Regeln das Bankensystem widerstandsfähiger machen soll und vor welchen neuen Herausforderungen Banken bei der Umsetzung dieser Anforderungen stehen.
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf einer umfassenden Literaturstudie, der Untersuchung offizieller Regelwerke des Basler Ausschusses (BCBS) und regulatorischer Dokumente basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Finanzkrise 2007, die detaillierte Darstellung der regulatorischen Veränderungen bei Verbriefungspositionen sowie die Analyse quantitativer Anforderungen wie LCR, NSFR und der Leverage-Ratio.
Wichtige Schlagworte sind Basel III, Verbriefung, Risikomanagement, Eigenkapital, Liquiditätsstandards und Finanzmarktregulierung.
Basel III führte eine neue Ansatzhierarchie für Berechnungsmethoden ein, erhöhte das Mindestrisikogewicht für Seniortranchen und legte den Fokus auf die Vermeidung von Klippeneffekten sowie die Einführung von STC-Kriterien.
Die Arbeit kritisiert die Rolle der Ratingagenturen in der Finanzkrise, da diese durch fehlerhafte Modelle und Interessenkonflikte zur Fehleinschätzung von Risiken bei verbrieften Produkten beigetragen haben.
Der Autor merkt kritisch an, dass Basel III die Problematik des „Too-big-to-fail“ nicht ausreichend löst und dass regulatorische Anpassungen oft eher auf vergangene Ereignisse reagieren, statt systematische Risiken proaktiv vollständig zu eliminieren.
Die Pflicht, mehr in liquide Aktiva (wie Staatsanleihen) zu investieren, schmälert die Gewinne der Banken und kann zu einer Verknappung oder Verteuerung des Kreditangebots führen, was negative Folgen für die Realwirtschaft haben kann.
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