Masterarbeit, 2010
131 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Hintergrund
2.1 Definition von Stürzen
2.2 Sturzursachen
2.3 Epidemiologie von Stürzen
2.4 Sturzverletzungen
2.4.1 Frakturen
2.4.2 Immobilisierung und ihre Folgen
2.5 Demografischer Wandel in Deutschland
3 Zielsetzung/Fragestellungen
4 Methodik
4.1 Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe
4.1.1 Beschreibung der Datenquelle
4.1.2 Methodik der Datenerhebung und Datenaufbereitung
4.1.3 Beschreibung der angewendeten Analyseverfahren zur Untersuchung der Einflussfaktoren auf Stürze und Sturzangst
4.1.3.1 Beschreibung der beiden abhängigen Variablen
4.1.3.2 Auswahl der unabhängigen Variablen
4.1.3.3 Berechnen und Rekodieren der unabhängigen Variablen
4.1.3.4 Kreuztabellen und Chi² Test
4.1.3.5 Simple binär logistische Regression
4.1.3.6 Multiple binär logistische Regression
4.2 Krankenhausdiagnosestatistik
4.2.1 Beschreibung der Datenquelle
4.2.2 Methodik der Datenerhebung
4.3 Bevölkerungsprognosen
4.3.1 Methodik von Bevölkerungsprognosen
4.3.2 Die 12. koordinierte Bevölkerungsprognose des Statistischen Bundesamtes für Deutschland
4.4 Berechnung der sturzrelevanten Frakturen für die nächsten 20 Jahre
5 Ergebnisse
5.1 Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe
5.1.1 Beschreibung der Studienpopulation
5.1.1.1 Personen mit Sturzereignis in den letzten sechs Monaten
5.1.1.2 Personen mit Sturzangst
5.1.2 Ergebnisse der logistischen Regressionsverfahren
5.1.2.1 Logistische Regression bei Sturzereignissen
5.1.2.2 Alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzrate von Stürzen
5.1.2.3 Logistische Regression bei Angst vor Stürzen
5.1.2.4 Alters- und geschlechtsspezifische Prävalenzrate von Sturzangst
5.1.3 Zwischenfazit
5.2 Frakturen in Deutschland heute und in der Zukunft
5.2.1 Frakturen bei Männern und Frauen in Deutschland von 2000 bis 2008
5.2.1.1 Frakturen bei Frauen über 55 Jahren
5.2.1.2 Frakturen bei Männern über 55 Jahren
5.2.2 Prognose der einzelnen Frakturarten für die Jahre 2020 und 2030 nach Altersgruppen und Geschlecht
5.2.2.1 Prognose der Frakturen bei Frauen
5.2.2.2 Prognose der Frakturen bei Männern
5.2.2.3 Vergleich der Prognose der Frakturen bei Frauen auf Basis unterschiedlicher Varianten der Bevölkerungsvorausberechnungen
5.2.2.4 Vergleich der Prognose der Frakturen bei Männern auf Basis unterschiedlicher Varianten der Bevölkerungsvorausberechnungen
5.2.2.5 Zusammenfassung der Ergebnisse der Vorausberechnung von Frakturen
6 Prävention von Sturzereignissen
7 Diskussion
7.1 Ergebnisdiskussion der Auswertung des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe
7.2 Ergebnisdiskussion der Vorausberechnung der Frakturen in Deutschland bis 2030
7.3 Stärken und Schwächen der Arbeit, Anregungen für weitere Forschungsvorhaben
8 Abschlussfazit
Die Arbeit untersucht das Sturzrisiko und die Sturzangst bei älteren Menschen in Deutschland im Kontext des demografischen Wandels. Dabei wird analysiert, welche Einflussfaktoren (z. B. Erkrankungen, Medikation) das Sturzgeschehen maßgeblich bestimmen und wie sich die Anzahl sturzassoziierter Frakturen in den kommenden Jahrzehnten unter Berücksichtigung der Alterung der Gesellschaft entwickeln wird, um fundierte Präventionsstrategien zu ermöglichen.
2.1 Definition von Stürzen
Stürze sind eines der größten gesundheitlichen Probleme älterer Menschen. Die Bandbreite der Sturzfolgen ist groß: Stürze können geringe Verletzungen oder schwere Frakturen hervorrufen oder schlimmstenfalls bis zum Tod führen. Stürze sind Ursache der meisten Todesfälle bei Menschen ab dem 65. Lebensjahr: jährlich sterben in Deutschland rund 10.000 Menschen an den Folgen eines Sturzes. Dabei können sowohl Verletzungen, die bei dem Sturz zugezogen werden als auch Folgen von Stürzen und der damit verbundenen Immobilisierung zum Tode führen. Geschätzt wird, dass jeder fünfte Sturz bei Menschen in der Altersgruppe der über 85-Jährigen zum Tod führt (Tideiksaar 2000).
Die Kellog International Work Group on the Prevention of Falls by the Elderly (1987) definiert Sturzereignisse folgendermaßen:
„Ein Sturz ist ein Ereignis, in dessen Folge eine Person unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer tieferen Ebene zu liegen kommt“ nach: Kellog International Work Group on the Prevention of Falls by the Elderly (1987) in: Elsbernd et al. 2005, S. 12.
Dabei ist es für die Definition unerheblich, aus welcher Höhe ein Sturz erfolgt, ob beim Aufstehen aus dem Bett oder durch Stolpern, und aus welchem Grund ein Mensch stürzt, sei es durch Gleichgewichtsstörungen oder eine Ohnmacht.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesundheitliche Belastung durch Stürze im Alter ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die Datenlage zu Sturzereignissen und Frakturen.
2 Hintergrund: Dieses Kapitel definiert Sturzereignisse, analysiert Sturzursachen und die Epidemiologie sowie die demografische Entwicklung in Deutschland als Risikofaktor.
3 Zielsetzung/Fragestellungen: Hier werden die Forschungsfragen formuliert, die auf der Analyse des SHARE-Datensatzes basieren und zur Entwicklung gezielter Präventionsmaßnahmen dienen sollen.
4 Methodik: Die methodische Vorgehensweise bei der Auswertung des SHARE-Datensatzes sowie die Grundlagen der Krankenhausdiagnosestatistik und Bevölkerungsprognosen werden dargelegt.
5 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die empirischen Analysen der Einflussfaktoren auf Stürze und Sturzangst sowie die Prognosen zur Entwicklung der Fallzahlen von Frakturen.
6 Prävention von Sturzereignissen: Es wird diskutiert, welche Ansätze und Modelle (z.B. Sturz-Assessments) existieren, um Sturzereignisse und daraus resultierende Verletzungen im häuslichen Umfeld zu vermeiden.
7 Diskussion: Die Ergebnisse werden mit der aktuellen Literatur abgeglichen, Stärken und Schwächen der Arbeit reflektiert und zukünftiger Forschungsbedarf identifiziert.
8 Abschlussfazit: Das Fazit fasst die Dringlichkeit der Prävention zusammen und betont die gesundheitspolitische Notwendigkeit, auf die steigende Krankheitslast durch Stürze zu reagieren.
Sturzrisiko, Sturzangst, Frakturen, demografischer Wandel, Altersstruktur, Gesundheitswesen, Prävention, Femurfraktur, SHARE-Datensatz, logistische Regression, Morbidität, Krankenhausstatistik, Sturzprävention, Lebenserwartung, Sturzursachen.
Die Arbeit behandelt die gesundheitlichen Probleme von Stürzen bei älteren Menschen in Deutschland, unterteilt in eine Analyse der Einflussfaktoren auf Sturzgeschehen und eine Prognose der zukünftigen Frakturzahlen.
Die zentralen Themen sind Sturzursachen, der Einfluss von Sturzangst, die demografische Entwicklung und deren Auswirkungen auf sturzassoziierte Frakturen.
Das Ziel ist es, das Zusammenspiel verschiedener Faktoren bei Sturzereignissen zu klären und die zukünftige Entwicklung sturzassoziierter Frakturen bis 2030 in Deutschland auf Basis demografischer Daten zu projizieren, um politische und präventive Entscheidungen zu stützen.
Es werden logistische Regressionsverfahren auf Basis des europäischen SHARE-Datensatzes angewendet sowie eine quantitative Vorausberechnung der Frakturzahlen auf Basis der Daten des Statistischen Bundesamtes.
Der Hauptteil analysiert die Datenquellen und Methodik, stellt die empirischen Ergebnisse zu Sturzrisiken und Sturzangst vor und leitet daraus Prognosen für verschiedene Frakturarten und Szenarien ab.
Die wichtigsten Begriffe sind Sturzrisiko, Sturzangst, Frakturen, demografischer Wandel, Prävention und sturzassoziierte Erkrankungen.
Frauen stürzen generell häufiger und haben ein höheres Risiko für sturzbedingte Frakturen, wobei sich die Sturzangst bei Frauen ebenfalls deutlich ausgeprägter zeigt als bei Männern.
Sturzangst wirkt als eigenständiger Risikofaktor, der zur Bewegungseinschränkung und Immobilisierung führt, was wiederum das tatsächliche Sturzrisiko und die Sturzgefahr weiter erhöht (Teufelskreis).
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