Masterarbeit, 2017
157 Seiten, Note: 1,00
Einleitung
I. Die katholische Kirche Kärntens während des Ersten Weltkrieges als Thema der Forschung
II. (Pfarr)Chroniken als Quelle der Historiographie
III. Der nationale Antagonismus zwischen der slowenisch- und deutschsprachigen Bevölkerung in Kärnten ab den 1870er Jahren
1. Die Konstituierung der nationalen Lager um 1870
2. Die Phase der Eskalation von 1890 bis 1914
3. Die nationalen Konflikte von 1914 bis 1918
IV. Die „nationale Frage“ in der katholischen Kirche Kärntens im Zeitalter der Nationalisierung der Massen
1. Der Klerus der Diözese Gurk und die „nationale Idee“ bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges
a. Die Gurker Fürstbischöfe Balthasar Kaltner und Adam Hefter
b. Das Priesterseminar in Klagenfurt
2. Die sprachliche und konfessionelle Situation am Vorabend des Ersten Weltkrieges
3. Die katholische Kirche Kärntens während des Ersten Weltkrieges
a. Kärnten als Kriegsgebiet
b. Die Verfolgung slowenischer Geistlicher
4. Sprache, Volkstum und Kultur im Spannungsfeld der „nationalen Frage“
V. Die Kirchenverwaltung der Diözese Gurk am Vorabend und während des Ersten Weltkrieges
1. Kirchenleitung und -behörden, Dekanats- und Pfarreinteilung, Sprache und Konfessionen in den Pfarren im Jahre 1914
a. Die Diözesanleitung
b. Die Diözesanbehörden
c. Die Dekanats- und Pfarreinteilung
d. Sprache und Konfessionen in den Pfarren
2. Das Dekanat Völkermarkt während der Jahre 1914 bis 1918
a. Die Geistlichkeit, das weitere Personal und die Filialen
b. Die sprachliche und konfessionelle Situation der Pfarren in den Jahren 1915, 1916 und 1917/18
VI. Der Erste Weltkrieg im Spiegel der Pfarrchroniken gemischtsprachiger Pfarren im Dekanat Völkermarkt
1. Kriegsbeginn
2. Kriegsverlauf
3. Die „Maideklaration“ vom 30. Mai 1917
4. Kriegsende
5. Abwehrkampf
VII. „Austroslawismus“ versus „Jugoslawismus“: Nationalpolitische Konzepte im Spiegel der Pfarrchroniken gemischtsprachiger Pfarren im Dekanat Völkermarkt
Ziel dieser Arbeit ist es, auf Basis von Pfarrchroniken des zweisprachigen Dekanats Völkermarkt den Erkenntnisstand zur Haltung der katholischen Kirche in Kärnten während des Ersten Weltkriegs zu erweitern und die Einstellung des slowenischsprachigen Klerus zum Krieg zu analysieren.
1. Kriegsbeginn
Am 28. Juni 1914 erschoss der Serbe Gavrilo Princip den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Erzherzogin Sophie, die zu einem Manöverbesuch in Sarajevo weilten. Franz Ferdinand war den Südslawen freundlich gesinnt. Österreich-Ungarn stellte aufgrund dieses Attentats Serbien bis zum 23. Juli 1914 ein Ultimatum. Weil Serbien keine zufriedenstellende Antwort gab, erklärte die Wiener Regierung nach Rücksprache mit dem Zweibundpartner Deutschland dem Königreich Serbien den Krieg. Diese Ereignisse gingen an der Pfarrbevölkerung im gemischtsprachigen Kärnten nicht spurlos vorbei. Die schreckliche Nachricht von der Ermordung des Thronfolgers und seiner Gemahlin ereilte den Pfarrangehörigen der Pfarre Markt Griffen/Grebinj am 29. Juni 1914, am Feiertag der beiden Apostel Peter und Paul. Die Bedeutung Franz Ferdinands würdigend und auf seinen Verlust für die Südslawen, denen er mit Sympathie gegenüberstand, hinweisend, hielt der Pfarrer von Griffen/Grebinj fest: „Ker pa posameznosti zločina še niso bile znane, se zbranim vernikom ni moglo kaj povedati, pač pa se je to zgodilo po popoldanski B. službi in tudi razložilo, koliko je v prestolonasledniku zgubila ne le cela Avstrija, ampak posebno še kat. Cerkev in med narodi posebno južni Slovani, kterim je bil prestolonaslednik vedno in posebno nadkljonjen.“
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zäsur des Ersten Weltkriegs für Kärnten und die Forschungslücke zur Rolle der katholischen Kirche sowie die Herausforderung, Mythenbildungen in der Geschichtsschreibung zu begegnen.
I. Die katholische Kirche Kärntens während des Ersten Weltkrieges als Thema der Forschung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den äußerst begrenzten Forschungsstand zur Geschichte der Kirche in Kärnten zwischen 1914 und 1918.
II. (Pfarr)Chroniken als Quelle der Historiographie: Es wird die Bedeutung von Pfarrchroniken (liber memorabilium) als wichtige, wenngleich subjektive Geschichtsquellen für das kirchliche und soziale Leben im 20. Jahrhundert erläutert.
III. Der nationale Antagonismus zwischen der slowenisch- und deutschsprachigen Bevölkerung in Kärnten ab den 1870er Jahren: Das Kapitel analysiert die zunehmende nationale Polarisierung in Kärnten, die durch das utraquistische Schulwesen und den politischen Konkurrenzkampf befeuert wurde.
IV. Die „nationale Frage“ in der katholischen Kirche Kärntens im Zeitalter der Nationalisierung der Massen: Fokus auf der Politisierung des slowenischen Klerus und der Rolle der katholisch-konservativen Vereine als Träger nationaler Identität.
V. Die Kirchenverwaltung der Diözese Gurk am Vorabend und während des Ersten Weltkrieges: Detaillierter Überblick über die administrative Organisation der Diözese Gurk 1914 mit besonderem Augenmerk auf das Dekanat Völkermarkt.
VI. Der Erste Weltkrieg im Spiegel der Pfarrchroniken gemischtsprachiger Pfarren im Dekanat Völkermarkt: Untersuchung der unmittelbaren Auswirkungen des Kriegseintritts, der Materialknappheit (Glockenablieferung) und der Stimmungslage in den Pfarren des Dekanats Völkermarkt.
VII. „Austroslawismus“ versus „Jugoslawismus“: Nationalpolitische Konzepte im Spiegel der Pfarrchroniken gemischtsprachiger Pfarren im Dekanat Völkermarkt: Das Fazit stellt die Wandlung der politischen Konzepte von der Treue zur Habsburgermonarchie hin zur projugoslawischen Agitation dar und beschreibt die Ereignisse während des Abwehrkampfes.
Erster Weltkrieg, Kärnten, katholische Kirche, Diözese Gurk, Pfarrchroniken, Dekanat Völkermarkt, Nationalitätenkonflikt, Austroslawismus, Jugoslawismus, Abwehrkampf, Volksabstimmung, slowenischer Klerus, Nationalisierung, Minderheitenpolitik, Deutschnationalismus.
Die Arbeit untersucht die Haltung der katholischen Kirche in Kärnten während des Ersten Weltkriegs, insbesondere im zweisprachigen Dekanat Völkermarkt, anhand lokaler Pfarrchroniken.
Zu den Schwerpunkten gehören der Nationalitätenkonflikt, die Rolle des slowenischen Klerus, die Verwaltung der Diözese Gurk sowie die Entwicklung der nationalpolitischen Konzepte Austroslawismus und Jugoslawismus.
Das Ziel ist es, den Erkenntnisstand zur Rolle der Kirche in der Krisenzeit des Ersten Weltkriegs zu erweitern und die Auswirkungen der nationalen Spannungen auf den slowenischsprachigen Klerus in Kärnten darzustellen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse primär archivalischer Quellen, insbesondere Pfarrchroniken, ergänzt durch die Auswertung zeitgenössischer Literatur und Fachbeiträge zur Kärntner Geschichte.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Ausgangslage ab den 1870er Jahren, die kirchliche Verwaltung, die Auswirkungen des Krieges auf das Pfarrebenen-Niveau sowie die nationalpolitische Radikalisierung gegen Kriegsende.
Wesentliche Begriffe sind: Kärnten, Erster Weltkrieg, Pfarrchroniken, Dekanat Völkermarkt, Nationalitätenkampf, slowenischer Klerus und Volksabstimmung.
Durch die im Krieg verhängten Ausnahmegesetze kam es zu massiven Verhaftungen und politisch motivierten Denunziationen von Geistlichen, die oft als „Heimatverräter“ diffamiert wurden.
Dieser Verein fungierte als zentrale Organisation, die ein weitreichendes Netzwerk für soziale, wirtschaftliche und kulturelle Belange der slowenischen Bevölkerung knüpfte und den slowenischen Klerus politisch aktivierte.
Obwohl die Deklaration große Zustimmung fand, war die Wiener Regierung nicht bereit, die geforderten Reformen oder eine staatsrechtliche Neuordnung zugunsten der Südslawen umzusetzen.
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