Bachelorarbeit, 2005
55 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Grundlagen: Organisation und Begriffe
2.1. Was versteht man unter Organisationen?
2.1.1. Arbeitsorganisation (auch: Erwerbsorganisation)
2.1.2. Unternehmensorganisation / Wirtschaftsorganisation
2.2. Was bedeutet Macht/Herrschaft?
2.2.1. Macht
2.2.2. Herrschaft
3. Vielfalt und Interdisziplinarität von Organisationsphänomenen und deren Entwicklung
3.1. Entwicklung (und Vielzahl) der Organisationstheorien
4. Macht und Herrschaft in Organisationen – Am Beispiel von zwei Theorieansätzen
4.1. Mikropolitischer Organisationsbegriff
4.2. Strategische Organisationsanalyse nach Crozier/Friedberg
4.2.1. Die strategischen Konzepte
4.2.1.1. Strategie
4.2.1.2. Macht
4.2.1.3. Spiel
4.2.1.4. Kritische Reflexion
4.3. Mikropolitische Organisationsanalyse: Ortmann et. al.
4.3.1. Präzisierung des Machtbegriffs
4.3.2. Vitalisierung der Strukturaspekte
5. Mikropolitik
5.1. Begriffsdefinition
5.2. Handeln in mikropolitischer Konzeption
5.3. Kritik am mikropolitischen Ansatz
6. Schlussbemerkung
Diese Arbeit untersucht das Phänomen von Macht und Herrschaft in Organisationen jenseits formaler Strukturen. Das primäre Ziel ist es, die Funktionsweise informeller, sozialer Strukturen zu analysieren und den zweckrationalen Organisationsbegriff der klassischen Betriebswirtschaftslehre durch einen lebensweltlich orientierten Ansatz zu ergänzen, um das tatsächliche Handeln der Akteure besser zu verstehen.
4.2.1.2. Macht
Nach Crozier/Friedberg stellt sich „jede Struktur kollektiven Handelns als Machtsystem dar“, das heißt Macht ist die Basis aller menschlichen Beziehungen, die ein soziales Konstrukt bilden. Macht ist nach Crozier/Friedberg, der „fundamentale Mechanismus der Stabilisierung menschlichen Verhaltens“.
Macht ist folglich die Möglichkeit auf andere einzuwirken, und spezieller formuliert: Sie besitzt einen beziehungsmäßigen Charakter. Also erst innerhalb einer sozialen Beziehung wird Macht und deren Ausübung möglich. Crozier/Friedberg formulieren es folgendermaßen:
„Macht [ist] also eine Beziehung, und nicht ein Attribut der Akteure“.
Mit der Machtbeziehung sind immer ein Austausch und eine Anpassung zwischen den Akteuren gemeint, so dass man spezieller von einer Verhandlungsbeziehung sprechen kann. Innerhalb dieser Beziehung kann Macht nur dann entstehen, wenn die Interessen der involvierten Menschen voneinander abhängig sind, da diese ein gemeinsames Ziel verfolgen. Das bedeutet weitergehend, dass Macht nur in und durch Strukturen beziehungsweise Beziehungen existieren kann. Innerhalb dieser Verhandlungsbeziehung herrscht ein Kräfteverhältnis zwischen den beteiligten Akteuren vor, durch dessen strukturelle Bedingungen, jeweils ein Akteur besser gestellt ist als die anderen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob neben formellen Organigrammen informelle soziale Strukturen das Machtgeschehen in Organisationen bestimmen.
2. Grundlagen: Organisation und Begriffe: Es werden die sozialwissenschaftlichen Definitionen von Organisationen sowie die grundlegenden Konzepte von Macht und Herrschaft erläutert.
3. Vielfalt und Interdisziplinarität von Organisationsphänomenen und deren Entwicklung: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung und die theoretische Vielfalt der verschiedenen Ansätze in der Organisationsforschung.
4. Macht und Herrschaft in Organisationen – Am Beispiel von zwei Theorieansätzen: Dieser Hauptteil analysiert mikropolitische Machtprozesse anhand des Ansatzes von Crozier/Friedberg sowie der weiterführenden Analyse von Ortmann et. al.
5. Mikropolitik: Es wird definiert, was mikropolitisches Handeln ist, wie Akteure ihre Interessen strategisch verfolgen und welche Kritik an diesem Ansatz besteht.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Organisationen als Gesamtheit verknüpfter Spiele zu betrachten sind, in denen Machtstrukturen informell das reale Handeln steuern.
Organisation, Macht, Herrschaft, Mikropolitik, Strategische Organisationsanalyse, Handlungsspielraum, Crozier/Friedberg, Ungewissheitszonen, Kollektives Handeln, Soziales System, Strukturationstheorie, Anthony Giddens, Informelle Struktur, Arbeitsteilung, Machtspiele
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Macht und Herrschaft in Organisationen, wobei der Fokus auf dem informellen Handeln der Akteure liegt.
Zu den Kernbereichen gehören die Organisationssoziologie, Machttheorien, das Konzept der Mikropolitik sowie die strategische Organisationsanalyse.
Ziel ist es zu zeigen, dass Organisationen nicht nur durch formale Pläne bestimmt werden, sondern dass soziale Akteure innerhalb informeller Spielräume eigene Machtinteressen verfolgen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, um bestehende sozialwissenschaftliche Theorieansätze (wie die von Crozier, Friedberg, Ortmann und Giddens) zu vergleichen und auf die Organisationsebene anzuwenden.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung mikropolitischer Ansätze, insbesondere dem „Spiele-Konzept“ und der Anwendung der Strukturationstheorie von Giddens auf organisationale Machtgefüge.
Wesentliche Begriffe sind Mikropolitik, Machtquellen, Ungewissheitszonen, informelle Strukturen und das Konzept des strategischen Handelns.
Im Gegensatz zu Modellen, die Organisationen als rein zweckrationale, bürokratische Apparate sehen, betrachtet die Mikropolitik sie als komplexe soziale Arena, in der Akteure ihre Handlungsspielräume aktiv erweitern.
Diese Zonen bilden die Machtquellen der Akteure, da sie dort, wo formale Regeln unklar sind oder Spielraum lassen, ihre eigene Autonomie zur Beeinflussung anderer ausüben können.
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