Masterarbeit, 2017
82 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Arbeit
2 Die Weiterentwicklung der Insurance Mediation Directive: Die Insurance Distribution Directive
3 Umsetzung der Insurance Distribution Directive
3.1 Die IDD als konzeptionelle Grundlage
3.2 Die erste deutsche Umsetzung: der Referentenentwurf
3.3 Die zweite deutsche Umsetzung: der Gesetzesentwurf
4 Auswirkungen der Insurance Distribution Directive auf ausgewählte Bereiche der Versicherungswirtschaft
4.1 Auswirkungen auf Geschäftsprozesse von Versicherungsunternehmen
4.1.1 Produktpolitik
4.1.2 Sortimentspolitik
4.1.3 Vertriebspolitik
4.2 Auswirkungen auf den Versicherungsvertrieb
4.2.1 Regulierung der Tätigkeitszulassung
4.2.2 Regulierung der Tätigkeitsausübung
4.2.3 Regulierungsintensität der Vertriebskanäle
4.2.4 Folgen der Regulierungsintensität
4.3 Auswirkungen auf die Versicherungsnehmer
5 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der "Insurance Distribution Directive" (IDD) auf die deutsche Versicherungswirtschaft. Dabei wird analysiert, wie die IDD in deutsches Recht umgesetzt wurde und welche kausalen Folgen sich daraus für Versicherungsunternehmen, den Versicherungsvertrieb sowie Versicherungsnehmer ergeben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, ob die neuen regulatorischen Rahmenbedingungen zu einer tatsächlichen Verbesserung der Beratungsqualität führen.
1.1 Problemstellung
Mit einem Anteil von 6,41 % am deutschen Bruttoinlandsprodukt und einer Mitarbeiterzahl von ca. 295.600 ist die Versicherungswirtschaft ein signifikanter Wirtschaftszweig in Deutschland. Sie charakterisiert sich durch die Produktion und Vermittlung von Versicherungsprodukten, die mittels einer Ausgabe von Zustandsgarantien einen Risikotransfer bewirken, mit dem Ziel die Risikosituation des Versicherungsnehmers (im nachfolgenden VN) zu verbessern. Ein solcher Risikotransfer bedingt unter marktwirtschaftlichen Bedingungen, dass beide Parteien das Geschäft als nutzenstiftend empfinden. Zur Bewertung dieses Risiko-Nutzen-Verhältnisses werden entsprechende Risikoinformationen benötigt. Diese, wie z. B. die Eintrittswahrscheinlichkeit, kann das Versicherungsunternehmen (im nachfolgenden VU) zwar durch den Besitz von Erfahrungswerten aus seinem versicherten Kollektiv bestimmen. Allerdings besitzt nur der VN selbst Kenntnis über die vollständigen Risikoinformationen einschließlich eventueller gefahrenerhöhender Umstände. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Risikolebensversicherung, bei der das VU zwar die Eintrittswahrscheinlichkeit nach dem Alter des VN bestimmt, diese sich aber noch durch Vorerkrankungen signifikant erhöhen kann. Aus dieser Perspektive ist das VU der Prinzipal, der auf eine vollständige Bereitstellung der Risikoinformationen des VN als Agenten angewiesen ist. Es besteht eine Informationsasymmetrie zu Gunsten des VN. Aus einer anderen Perspektive existiert eine weitere Prinzipal-Agenten-Beziehung. Bei der Erläuterung des Versicherungsumfangs vertraut der VN als Prinzipal darauf, dass das VU ihm eine bedarfsgerechte Versicherungsleistung anbietet. Um dies festzustellen, ist der VN auf die Lieferung von Informationen über den Versicherungsumfang und die versicherten Risiken seitens des VU angewiesen. Das VU besitzt somit, verstärkt durch die in der Regel fehlende versicherungstechnische Fachkompetenz des VN, einen Informationsvorsprung gegenüber dem VN. Im Kontext dieser Beziehung befinden sich beide Akteure in einem doppelten Prinzipal-Agent-Konflikt.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die ökonomische Relevanz der Versicherungswirtschaft ein, beleuchtet die existierende Informationsasymmetrie und Prinzipal-Agenten-Problematik und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Untersuchung.
2 Die Weiterentwicklung der Insurance Mediation Directive: Die Insurance Distribution Directive: Es wird die historische Genese der europäischen Versicherungsregulierung von der IMD zur IDD dargestellt, wobei die Notwendigkeit einer neuen Richtlinie aufgrund unzureichender Harmonisierung erläutert wird.
3 Umsetzung der Insurance Distribution Directive: Dieses Kapitel analysiert den zweistufigen Umsetzungsprozess der IDD in Deutschland vom Referenten- bis zum Gesetzesentwurf und reflektiert dabei auftretende Abweichungen und Konkretisierungen.
4 Auswirkungen der Insurance Distribution Directive auf ausgewählte Bereiche der Versicherungswirtschaft: Der Hauptteil untersucht detailliert die Effekte der IDD auf die Produktpolitik (Produktentwicklung, -gestaltung, -management), die Sortimentspolitik sowie auf die Zulassung, Ausübung und Regulierungsintensität im Versicherungsvertrieb.
5 Zusammenfassung: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die IDD-Umsetzung zusammen und bewertet die Auswirkungen auf die Akteure des Marktes, insbesondere in Hinblick auf den Verbraucherschutz und die Wettbewerbsstrukturen.
Insurance Distribution Directive, IDD, Versicherungswirtschaft, Versicherungsvertrieb, Versicherungsnehmer, Produktpolitik, POG-Anforderungen, Versicherungsvermittler, Beratungspflicht, Verbraucherschutz, Markttransparenz, Informationsasymmetrie, Honorarberatung, Regulierung, Wettbewerbsstruktur.
Die Arbeit befasst sich mit der "Insurance Distribution Directive" (IDD) und deren Auswirkungen auf die deutsche Versicherungswirtschaft, insbesondere auf die Prozesse von Versicherern und die Tätigkeit von Vermittlern.
Zentral sind die Umsetzung der europäischen Vorgaben in deutsches Recht, die Veränderungen in der Produktpolitik, die neuen Anforderungen an den Versicherungsvertrieb und der Schutz des Verbrauchers.
Das Hauptziel ist es, die Auswirkungen der IDD aufzuzeigen und zu prüfen, ob die durch die Richtlinie intendierte Verbesserung der Beratungsqualität durch die neuen Rahmenbedingungen tatsächlich erreicht werden kann.
Der Autor führt eine Analyse auf Basis des aktuellen Wissensstandes zum Gesetzgebungsverfahren durch und nutzt ergänzend das 3-Ebenen-Modell von Haller, um die Auswirkungen auf die Produktgestaltung zu bewerten.
Im vierten Kapitel werden die Auswirkungen auf die Geschäftsprozesse von Versicherungsunternehmen, die Sortimentspolitik, die Vertriebspolitik sowie die spezifische Regulierungsintensität bei verschiedenen Vermittlertypen detailliert analysiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem IDD, Versicherungsvertrieb, Produktpolitik, POG-Anforderungen, Beratungsqualität und Informationsasymmetrie.
Die IDD führt durch die POG-Anforderungen dazu, dass Versicherer bereits in der Konzeptionsphase Zielmärkte definieren und Produktüberprüfungen sowie Stressszenarien durchführen müssen, was den Prozess aufwendiger und dokumentationsintensiver gestaltet.
Die Richtlinie verschärft die Zulassungs- und Ausübungskriterien und führt zu einer zweidimensionalen Regulierungsintensität, wobei besonders Versicherungsmakler durch ihre provisionsbasierte Struktur vor neue Herausforderungen bei der Vergütungstransparenz und Haftung gestellt werden.
Der Autor betont, dass die Wirksamkeit der IDD maßgeblich davon abhängt, ob Versicherungsnehmer die Unterschiede in der angebotenen Beratungsqualität und den Kostenstrukturen der Vermittlertypen überhaupt erkennen und entsprechend nachfragen können.
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