Examensarbeit, 2014
58 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Grundbegriffe
2.1 Postkoloniale Theorie
2.2 Orientalismus
2.3 Kolonialer Diskurs
2.4 ‚Identität‘ und ‚postkoloniale Identität‘
3 Von der Auslöschung und Wiedererlangung einer Kultur
3.1 Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität
3.2 Wie Kulturen verloren gehen
3.3 Wiedererlangung der eigenen Identität
3.4 Vermittler zwischen den Kulturen
4 Eine Kolonialmacht, viele Strategien
4.1 Assia Djebar: Kolonisatoren mit Gewissensbissen
4.1.1 Stolze Eroberer, unwillige Barbaren
4.1.2 Eine Kultur wird totgeschwiegen
4.1.3 Selbst den Franzosen zu viel
4.1.4 Den Unterdrückten eine Stimme leihen
4.1.5 Doppelt gestraft
4.1.6 Bildung als Waffe
4.1.7 Re-Konstruktion durch Re-Traumatisierung
4.1.8 Verwirrung auch im Gedächtnis
4.1.9 Vielfältige Gegenwehr
4.2 Boualem Sansal: Gefangen in der Freiheit
4.2.1 Flucht in die Erinnerung
4.2.2 Terror als Andenken
4.2.3 Vom Umgang mit gesellschaftlichem Druck
4.2.4 Am Ende fliehen sie alle
4.3 Maïssa Bey: Fesseln aus Angst
4.3.1 Ein Leben voller Sehnsucht
4.3.2 Keine Perspektive, aber viel zu verlieren
4.3.3 Widerstand auf weibliche Art
4.3.4 Ein Systemfehler namens ‚Hoffnung‘
4.3.5 Vom Äquilibrium zur Integration
4.4 Leïla Sebbar: Im Auge des Betrachters
4.4.1 Die vergewaltigte Gesellschaft
4.4.2 Suche nach den Wurzeln, finde dich selbst
4.4.3 Der Kreis schließt sich
4.4.4 Relativität der Macht
4.4.5 Die Lösung vor den Augen
4.5 Die Bedeutung des Französischen
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht, wie algerische Autoren in französischer Sprache postkoloniale Identitätskrisen und die Auswirkungen der Kolonialzeit auf das kulturelle Gedächtnis literarisch verarbeiten und analysieren. Dabei wird erforscht, wie durch die Aufarbeitung kolonialer Traumata und die Bewahrung kultureller Identität Strategien zur Problembewältigung und Emanzipation entwickelt werden.
4.1.3 Selbst den Franzosen zu viel
Das wahrscheinlich bedeutendste Beispiel für die Ausmaße der französischen Grausamkeit ist die Szene, als algerische Menschen in Höhlen eingesperrt und dort ausgeräuchert werden. Der Rekonstruktion der damit verbundenen Ereignisse widmet Djebar ein gesamtes Kapitel von für den Roman ungewöhnlicher Länge. Auf diese Weise sollte ein Aufstand aller Berberstämme im Zentrum und Westen des Landes beendet werden. Beim Anblick der Opfer erschrecken die Franzosen über ihre eigenen Mittel; Oberst Pélissier, der neben anderen diese Maßnahme angeordnet hat, „ne veut pas croire à l’étendue du désastre“. In der eigenen Geschichtsschreibung zwar unterschlagen, existieren dennoch schriftliche Dokumente der Besatzer. Dazu schreibt Djebar: „Asphyxiés du Dahra que les mots exposent, que la mémoire déterre. L’écriture du rapport de Pélissier, du témoignage dénonciateur de l’officier espagnol, de la lettre de l’anonyme troublé, cette écriture est devenue graphie de fer et d’acier inscrite contre les falaises de Nacmaria“. Die Autorin deutet damit an, dass die schwerwiegenden Folgen dieser Ereignisse und die vielen emotional geladenen Berichte darüber (s.o.) es unmöglich machen, das Geschehene zu ignorieren. Die Erinnerung bringt zum Vorschein, was die Geschichte versucht hat, zu verbergen.
1 Einleitung: Einführung in die postkoloniale Problematik und die Relevanz des kulturellen Gedächtnisses für die algerische Identität.
2 Grundbegriffe: Definition zentraler Konzepte wie Orientalismus, postkoloniale Theorie und kolonialer Diskurs.
3 Von der Auslöschung und Wiedererlangung einer Kultur: Analyse der Bedeutung des kollektiven Gedächtnisses und der Herausforderungen bei der Identitätswahrung.
4 Eine Kolonialmacht, viele Strategien: Detaillierte Untersuchung literarischer Werke von Assia Djebar, Boualem Sansal, Maïssa Bey und Leïla Sebbar hinsichtlich ihrer Strategien zur Identitätsfindung.
5 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur literarischen Aufarbeitung postkolonialer Identitätskonflikte.
Postkolonialismus, Algerien, Identität, kulturelles Gedächtnis, Orientalismus, Dekolonisierung, Literaturanalyse, Assia Djebar, Boualem Sansal, Maïssa Bey, Leïla Sebbar, Kolonialer Diskurs, Emanzipation, Frauendiskurs, Islamismus.
Die Arbeit analysiert die literarische Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Algeriens und deren Auswirkungen auf die heutige Identität sowie gesellschaftliche Probleme nach der Unabhängigkeit.
Die Themen umfassen postkoloniale Theorie, die Konstruktion kultureller Identität, die Rolle der Geschichtsschreibung sowie die Bedeutung von Sprache und Bildung in diesem Kontext.
Ziel ist es, Strategien zur Identitätsfindung und Problembewältigung in der postkolonialen Literatur aufzuzeigen und zu untersuchen, wie Autoren das kulturelle Gedächtnis reaktivieren.
Die Arbeit nutzt Literaturanalyse und Interpretation ausgewählter Romane vor dem Hintergrund postkolonialer Theorien und Konzepte des kollektiven Gedächtnisses.
Im Hauptteil werden Werke von vier algerischen Autoren analysiert, wobei besonderes Augenmerk auf die Funktion der Literatur als "Artefakt der Erinnerung" gelegt wird.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Postkolonialismus, Identitätskrise, kollektives Gedächtnis, Dekonstruktion und algerische Literatur charakterisieren.
Frauen sind in den Romanen oft einer doppelten Unterdrückung ausgesetzt, fungieren aber zugleich als zentrale Trägerinnen kultureller Werte und sind entscheidend für die Rekonstruktion vergessener Erinnerungen.
Die Hoffnung wird in den Werken teilweise als Systemfehler thematisiert oder mit dem Ausbruch aus traditionellen Rollenbildern verknüpft, wobei der gesellschaftliche Druck oft gegenteilige Effekte erzwingt.
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