Bachelorarbeit, 2017
66 Seiten, Note: 1,5
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1. Definition von Akkulturation
2.2. Das Rahmenmodell der Akkulturation nach J.W. Berry
2.3 Die vier Akkulturationsstrategien
2.4 Akkulturationsstress (AKS)
2.5 Zusammenhang AKS und Akkulturationsstrategien
2.6 Wissenschaftliche Fragestellung und Hypothesen
3 Methode
3.1 Erhebungsinstrumente
3.1.1 FRAKK
3.1.2 SAFE
3.1.3 RASI
3.1.4 PEDQ
3.2 Weitere Variablen (soziodemographische Daten)
3.3 Durchführung
3.4 Teilnahmevoraussetzungen
3.5 Untersuchungsdesign
3.6 Datenaufbereitung
3.7 Beschreibung der Stichprobe
4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik der eingesetzten diagnostischen Instrumente
4.1.1 Reliabilität
4.1.2 Prüfung auf Normalverteilung
4.1.3 Korrelationen zwischen den Subskalen der einzelnen Instrumente
4.2 Zusammenhänge zwischen den drei AKS-Messinstrumente
4.3 Zusammenhang AKS und Orientierung an der Herkunfts- und die Aufnahmekultur
4.3.1 Statistische Herangehensweise
4.3.2 Zusammenhang AKS und Orientierung an der Aufnahmekultur
4.3.3 Zusammenhang zwischen der Orientierung an der Herkunftskultur und AKS
4.3.4 Multiple Regressionsanalyse
4.4 Zusammenhang AKS und Akkulturationsstrategien
4.4.1 Errechnung der Strategien
4.4.2 Prüfung auf Normalverteilung und Varianzhomogenität
4.4.3 Ergebnisse
4.5 Hypothesenprüfung weiterer Variablen
4.5.1 Zusammenhang AKS und Geschlecht
4.5.2 Zusammenhang AKS und Besitz des deutschen Passes
4.5.3 Zusammenhang AKS und Beziehungsstatus
4.5.4 Zusammenhang AKS und Migrationsgeneration
4.5.5 Zusammenhang AKS und Alter bei der Auswanderung
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Interpretation und Einordnung der Ergebnisse in die theoretischen Modelle der Akkulturation
5.3 Limitationen und Ausblick
Die Arbeit untersucht empirisch auf individueller Ebene Zusammenhänge zwischen Akkulturationsstress, Akkulturationsstrategien sowie der Orientierung an Aufnahme- und Herkunftskultur bei Migranten in Deutschland. Zudem wird die Gültigkeit und Reliabilität verschiedener diagnostischer Messinstrumente in diesem Kontext überprüft und der Einfluss diverser Moderatorvariablen (z. B. Geschlecht, Aufenthaltsdauer, Partnerschaftsstatus) auf das Stresserleben analysiert.
2.3 Die vier Akkulturationsstrategien
Berry (1997) postuliert zwei Aspekte, die individuell bei dem Umgang mit einer neuen Kultur berücksichtigt werden: kulturelle Aufrechterhaltung („cultural maintenance“ (ebd., S.9) sowie Kontakt und Beteiligung („contact and participation“, ebd.). Das heißt, dass das Individuum einerseits überlegt, in wie weit die herkünftliche kulturelle Identifikation als wichtig erachtet wird, und andererseits, in wie weit der Kontakt zur anderen Kultur gesucht wird. Wenn diese zwei Aspekte gleichzeitig beachtet werden, lassen sich vier mögliche Strategien für Akkulturation entwickeln, die in folgender Abbildung zusammengefasst sind.
Die Integrationsstrategie definiert sich als das Behalten der eigenen kulturellen Identifikation bei gleichzeitiger täglicher Interaktion mit der neuen Kultur. Die Assimilationsstrategie zeichnet sich dadurch aus, dass die ursprüngliche Kultur nach und nach vernachlässigt wird und der tägliche Austausch mit der neuen Kultur aktiv gesucht wird. Die Separationsstrategie ist das Gegenteil davon: die ursprüngliche Kultur wird beibehalten und der Kontakt mit der neuen – vermieden. Marginalisierungsstrategie bezeichnet der individuelle Mangel an Interesse für beide Kulturen.
Berry unterstreicht, dass diese Strategien nur dann angewendet können, wenn die Individuen überhaupt die Freiheit besitzen, sich zu entscheiden, wie sie sich anpassen wollen. Am Beispiel der Separationsstrategie: wenn sie von der neuen Kultur erzwungen wird, dann findet eigentlich eine Segregation statt. Berry bedient sich auch der Metapher eines Schmelzkessels („melting pot)“, die für die Assimilationsstrategie benutzt wird, und unterstreicht, dass wenn Assimilation von außen erzwungen wird, das Wort „Drucktopf“ („pressure cooker“, Berry, 1997, S. 10) eher angebracht sei.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Akkulturation in Deutschland ein und stellt die Relevanz der Untersuchung des Akkulturationsstresses sowie die verwendeten Messinstrumente vor.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Akkulturationsmodell nach J.W. Berry, die verschiedenen Akkulturationsstrategien und den Begriff des Akkulturationsstresses, woraus die Forschungsfragen und Hypothesen abgeleitet werden.
3. Methode: Hier werden die eingesetzten Erhebungsinstrumente (FRAKK, SAFE, RASI, PEDQ), das Studiendesign, die Datenaufbereitung sowie die Stichprobenbeschreibung im Detail dargelegt.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, einschließlich Reliabilitätsprüfungen, Korrelationsanalysen, multipler Regressionsanalysen sowie die Überprüfung der Hypothesen zu Stress und Strategien.
5. Diskussion: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, in die theoretischen Modelle der Akkulturation eingeordnet und kritisch reflektiert, wobei Limitationen und Ausblicke für zukünftige Forschung aufgezeigt werden.
Akkulturation, Akkulturationsstress, Migranten, Integrationsstrategie, Assimilation, Separationsstrategie, Marginalisierung, FRAKK, SAFE, RASI, PEDQ, psychische Anpassung, Diskriminierung, Migrationsgeneration, Kulturvergleichende Psychologie.
Die Arbeit untersucht empirisch, wie Migranten in Deutschland verschiedene Akkulturationsstrategien anwenden und in welchem Zusammenhang diese sowie weitere Faktoren mit ihrem erlebten Akkulturationsstress stehen.
Die Arbeit fokussiert sich auf das theoretische Akkulturationsmodell nach Berry, die psychologische Messung von Stress durch verschiedene Fragebögen sowie die Rolle sozioökonomischer und biografischer Faktoren bei der Anpassung an die Aufnahmegesellschaft.
Das primäre Ziel ist die gemeinsame Überprüfung der Reliabilität und Gültigkeit vier verschiedener Messinstrumente zur Erfassung von Akkulturation und Stress sowie die Analyse von Zusammenhängen zwischen der kulturellen Orientierung und dem Stresserleben.
Die Autorin nutzt ein quantitatives Design, führt eine Online-Umfrage mit 219 Probanden durch und wertet die Daten mittels deskriptiver Statistik, Korrelationsrechnungen, ANOVA, Kruskal-Wallis-Tests und multiplen Regressionsanalysen mit SPSS aus.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung der Akkulturationskonzepte, eine detaillierte methodische Beschreibung der vier diagnostischen Instrumente und eine umfassende Darstellung der statistischen Ergebnisse zur Hypothesenprüfung.
Zentrale Begriffe sind Akkulturation, Akkulturationsstress, Migrantenstichprobe, Integrationsstrategie, psychische Anpassung und Messvalidität.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass Probanden, die in einer festen Beziehung leben, signifikant weniger Akkulturationsstress berichten als Singles, was die Bedeutung der Partnerschaft als soziale Ressource unterstreicht.
Es zeigt sich, dass Migranten, die eher die Integrations- oder Assimilationsstrategie verfolgen, deutlich weniger Akkulturationsstress erleben als diejenigen, die der Separation oder Marginalisierung den Vorzug geben.
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