Diplomarbeit, 2017
44 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Fragestellung
1.3 Ziel dieser Arbeit
1.4 Methodik
2 Definitionen und Erklärungen
2.1 ADHS
2.2 ADS
2.3 Psychiatrische Pflege
2.4 Symptomatik bei Erwachsenen
2.5 Diagnostik
3 Komorbiditäten
3.1 Borderline Persönlichkeitsstörung (BPS)
3.2 Angststörung
3.3 Depression
4 ADHS und Sucht
4.1 Definition Sucht und Abhängigkeit
4.2 Zusammenhang ADHS und Abhängigkeit
4.3 Behandlung und Pflege
5 Therapiemöglichkeiten der Pflegenden
5.1 Psychoedukation
5.2 Coaching
5.3 Adhärenz und Compliance
5.4 Medikamentöse Therapie mit Psychostimulanzien
6 Zusammenfassung
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Bewusstsein für ADHS im Erwachsenenalter in der psychiatrischen Pflege zu schärfen, Vorurteile abzubauen und Pflegepersonen dabei zu unterstützen, ADHS-Betroffene besser zu verstehen und in ihrem Genesungsprozess professionell zu begleiten.
5.4.3 Fallbeispiel
In diesem Fallbeispiel werde ich von meiner persönlichen Erfahrung erzählen. Es ist schwer sich ein Leben mit ADHS vorzustellen, umgekehrt ist es aber ebenso schwer, es verständlich zu erklären.
Die Diagnose „ADHS vom Mischtypus“ erhielt ich vor 4 Jahren. Das bedeutet, ich habe die gemischte Form der ADS und ADHS. In meiner Kindheit war ich oft verträumt, aber auch sehr impulsiv und launenhaft. Es gab Tage an welchen meine Lehrerin meine Anwesenheit kaum bemerkte, weil ich sehr ruhig und in meiner eigenen Welt war, und es gab Tage da wünschte sich meine Lehrerin wohl ich wäre gar nicht anwesend. Denn in diesen war ich wild, laut und störte ständig den Unterricht. Sätze wie: „Reiß dich doch endlich einmal zusammen; Du kannst es doch, aber du bemühst dich zu wenig!“, verfolgten mich bis ins Erwachsenenalter. Ich wusste ich war anders und litt sehr darunter.
Nach etlichen Therapien und Diagnosen überwies mich mein Arzt nach langem Überlegen zu seinem Kollegen Dr. Rossiwall, der eine sorgfältige Diagnose bei mir durchführte. Er sah sich meine Zeugnisse an, ich erzählte aus meiner Kindheit, musste etliche Fragebögen ausfüllen und er beobachtete mein Verhalten. Ich bekam Ritalin® verschrieben und bemerkte anfangs keine Veränderung. Die richtige Dosisfindung dauert eben und man braucht Geduld. Aber als die richtige Dosis gefunden wurde, veränderte sich mein Leben teilweise ziemlich radikal.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der ADHS im Erwachsenenalter ein und erläutert den Aufbau, die Fragestellung, das Ziel sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Definitionen und Erklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe, erläutert die Symptomatik bei Erwachsenen, beschreibt das diagnostische Vorgehen und stellt den Pflegeprozess nach Hildegard Peplau vor.
3 Komorbiditäten: Hier werden häufige Begleiterkrankungen wie die Borderline-Persönlichkeitsstörung, Angststörungen und Depressionen bei ADHS-Betroffenen dargestellt und deren pflegerische Relevanz aufgezeigt.
4 ADHS und Sucht: Dieses Kapitel widmet sich dem Zusammenhang zwischen ADHS und Abhängigkeitserkrankungen, erklärt die Entstehung aus Sicht der Selbstmedikation und benennt Anforderungen an die psychiatrische Pflege.
5 Therapiemöglichkeiten der Pflegenden: In diesem Teil werden verschiedene therapeutische Ansätze wie Psychoedukation, Coaching, Adhärenz-Förderung sowie die medikamentöse Therapie kritisch beleuchtet und durch ein persönliches Fallbeispiel ergänzt.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit und zieht ein Fazit über die Bedeutung einer frühzeitigen Diagnostik und professionellen pflegerischen Unterstützung.
ADHS, ADS, Methylphenidat, Ritalin, Psychoedukation, Coaching, Adhärenz, Compliance, Komorbiditäten, psychiatrische Pflege, Sucht, Abhängigkeit, Symptomatik, Diagnostik, Selbstmedikation.
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik ADHS im Erwachsenenalter und zeigt auf, wie die psychiatrische Pflege Betroffene besser verstehen, beobachten und therapeutisch unterstützen kann.
Zu den Schwerpunkten zählen die Symptomatik bei Erwachsenen, der Umgang mit häufigen Komorbiditäten, die Verbindung zu Suchterkrankungen sowie spezifische Therapiemöglichkeiten wie Psychoedukation und Coaching.
Das Ziel ist es, das Bewusstsein für die Existenz und Auswirkungen von ADHS bei Erwachsenen zu erhöhen, Vorurteile abzubauen und Pflegepersonen als zentrale Akteure in der Diagnostik und Therapie zu stärken.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche in Fachbüchern, Fachzeitschriften und einschlägigen Ratgebern, ergänzt durch klinische Aspekte der psychiatrischen Pflege.
Der Hauptteil gliedert sich in Definitionen, die Analyse von Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), den Zusammenhang mit Sucht sowie die Vorstellung praktischer Pflegestrategien und medikamentöser Therapien.
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie ADHS, Coaching, Psychoedukation, Adhärenz und dem Fokus auf eine empathische psychiatrische Pflege.
Während bei Kindern oft klassische hyperkinetische Symptome dominieren, weicht diese motorische Unruhe bei Erwachsenen häufig einer inneren Unruhe, begleitet von Problemen der Emotionsregulation und der Lebensgestaltung.
Das Fallbeispiel der Autorin illustriert aus der Innensicht, welche massiven Auswirkungen die richtige Diagnose und Medikation auf die Lebensführung und die Bewältigung von Alltagsproblemen haben kann.
Adhärenz ist entscheidend, da eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Team sicherstellt, dass Medikamente korrekt eingenommen werden und Therapieziele gemeinsam verfolgt werden, anstatt einseitig verordnete Vorgaben umzusetzen.
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