Bachelorarbeit, 2016
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Das General Aggression Model
2.2 Aggression und Gewalt
2.3 Grundlegende Handlungskonzepte im Umgang mit Aggressionen und Gewalt
3. Prospektive Evaluation
3.1 Das Rettungsdienstwesen in Deutschland
3.2 Bedarfsanalyse – Die Bedrohungslage im Rettungsdienst
3.2.1 Gewalt gegen Rettungskräfte – Die Studie der Universität Bochum
3.2.2 Die polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes
3.2.3 Fazit der Bedarfsanalsyse
3.3 Adressaten und Empfänger
3.4 Kooperationspartner und Auftraggeber
3.5 Aktuelle Situation und zukünftiger Bedarf
3.5.1 Die Ausbildungssituation des Rettungsdienstpersonals
3.5.2 RettProtect – Eigensicherung für den Rettungsdienst
3.5.3 Das Professionelle Deeskalationsmanagement – ProDeMa
3.5.4 Der zukünftige Bedarf an Deeskalations- und Eigensicherungstraining
3.6 Zielbestimmung
3.7 Rahmenbedingungen des Trainingsprogramms
3.7.1 Sozial-Kontextuelle Bedingungen
3.7.2. Rechtlichen Bedingungen
3.7.3 Organisationale Rahmenbedingungen
4. Das Sicher-am-Patienten Trainingsprogramm
4.1 Pädagogische Struktur des Programms
4.2 Inhalte und Lernziele des Programms
4.3 Didaktisches Vorgehen beim Sicher-am-Patienten Training
5. Implementierung, Durchführung und Evaluation des Programms
5.1. Implementierung des Programms im deutschen Rettungsdienst
5.2 Durchführung des Programms
5.3 Evaluation des Trainings
5.3.1 Programmevaluation des Trainings
5.3.2 Inhouse-Evaluation des Trainings
6. Diskussion
6.1 Ergebnisse dieser Arbeit
6.2 Herausforderungen und Grenzen
7. Fazit und Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Entwicklung und Implementierung eines spezialisierten Trainingsprogramms namens „Sicher-am-Patienten“ für Rettungsdienstpersonal. Die Forschungsarbeit adressiert das Berufsrisiko durch aggressive Patienten und Dritte und zielt darauf ab, durch eine wissenschaftlich fundierte pädagogische Konzeption die Einsatzsicherheit und Professionalität in Konfliktsituationen zu erhöhen.
2.1 Das General Aggression Model
Ein wesentliches Ziel eines Trainings zur Deeskalation und Eigensicherung sollte das Vermitteln von Wissens um die bio-psycho-soziale Entstehensweise aggressiven Verhaltens sein. Die theoretische Grundlage eines solchen Programms sollte diese Ziel unterstützen. Aus diesem Grund fiel die Wahl auf das General Aggression Model (GAM) wie es 2002 von Anderson und Bushman in ihrem Übersichtsartikel “Human Aggression” dargestelltwurde (Abbildung 1). Das GAM stellt dabei ein integratives Modell zur Entstehung von Aggressionen dar. Es unternimmt den Versuch, die zahlreichen Einzelbefunde der Aggressionsforschung zusammenzuführen und so die vielfältigen Einflüssen die in einer Situation, auf die jeweilige Person einwirken, darzustellen. Die Autoren betonen dabei besonders vier klassische Perspektiven der Aggressions- & Gewaltforschung (Anderson & Bushman, 2002). Zunächst die kognitiv-neoassozionistische Perspektive, welche Aggression als Ergebnis des Zusammenspiels von aversen Erlebnissen, begleitenden Emotionen und den damit verknüpften Gedächtnisinhalten beschreibt. Weiterhin die Theorien des sozialen Lernens, die aggressives Verhalten als durch interpersonelle Lernprozesse vermittelt beschreiben. Außerdem die Skript-Theorie, welche aggressives Verhalten als gelernte und zum passenden Zeitpunkt aktivierte Verhaltensanweisungen erklärt. Und schließlich die Erregungstransfertheorie, welche die kummulative Wirkung von nacheinander stattfindenden aggressionsfördernden Situationen erklärt. Die beachtliche Detailtiefe der einzelnen Theorien sind für den jeweiligen Forschungsansatz wichtig. Für die Teilnehmenden eines Deeskalationstrainings sind sie allerdings von geringem Nutzen und sollen daher in der vorliegenden Arbeit nicht näher beschrieben werden. Notwendig sind dagegen Erklärungsansätze, welche den Teilnehmenden die Ableitung von, in der beruflichen Praxis anwendbarem Wissen ermöglichen (Enke, 2013). Hier liegt einer der Gründe für die Wahl des GAM als Fundament des Trainings. Das Modell liefert psychologisches Wissen, welches an passender Stellen, in angemessener Breite und Tiefe angeboten werden kann.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Berufsrisiko durch Aggression und Gewalt im Rettungsdienst ein und begründet die Notwendigkeit eines spezialisierten Trainingsprogramms.
2. Theoretischer Hintergrund: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Programms, insbesondere das General Aggression Model (GAM), sowie zentrale Begriffe wie Aggression, Gewalt und verschiedene Deeskalationskonzepte definiert.
3. Prospektive Evaluation: Dieses Kapitel analysiert die aktuelle Bedrohungslage im Rettungsdienst, die Zielgruppen und Rahmenbedingungen, um den Bedarf für das neue Trainingsprogramm theoretisch zu begründen.
4. Das Sicher-am-Patienten Trainingsprogramm: Hier wird die pädagogische Struktur sowie die inhaltliche und didaktische Konzeption des Trainingsprogramms detailliert dargelegt.
5. Implementierung, Durchführung und Evaluation des Programms: Dieses Kapitel beschreibt die praktische Umsetzung des Programms im Rettungsdienst sowie Methoden zur systematischen Wirksamkeitsüberprüfung auf verschiedenen Ebenen.
6. Diskussion: Die Ergebnisse der Arbeit werden zusammengefasst, kritisch reflektiert und bestehende Herausforderungen sowie Grenzen der Arbeit aufgezeigt.
7. Fazit und Ausblick: Diese abschließende Betrachtung unterstreicht den lösungsorientierten Beitrag der Arbeit und regt eine langfristige Professionalisierung des Rettungsdienstes durch regelmäßige Trainings an.
Rettungsdienst, Gewalt, Aggression, Deeskalation, Eigensicherung, General Aggression Model, Trainingsprogramm, Einsatzführung, Stressmanagement, Pädagogik, Evaluation, Intervention, Patienten, berufliche Bildung, Kommunikation
Die Arbeit entwickelt ein praxisorientiertes Bildungsprogramm namens „Sicher-am-Patienten“ für Rettungsdienstpersonal, um den zunehmenden Gefahren durch aggressive Patienten und Gewalt im Einsatz professionell zu begegnen.
Zentrale Felder sind die psychologische Fundierung durch das General Aggression Model, die Analyse der Bedrohungslage im Rettungsdienst, verschiedene Strategien zur Deeskalation und Eigensicherung sowie die pädagogische Gestaltung von Trainingsprogrammen.
Ziel ist es, Rettungsdienstkräften Kompetenzen an die Hand zu geben, um in aggressiven Einsatzsituationen die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten und gleichzeitig den medizinischen Versorgungsauftrag erfolgreich zu erfüllen.
Die Arbeit stützt sich auf das Modell der „vollständigen Handlung“ zur beruflichen Kompetenzbildung und nutzt das vierstufige Evaluationsmodell nach Kirkpatrick, um die Wirksamkeit des Trainings sicherzustellen.
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Fundierung, eine Bedarfsanalyse basierend auf kriminologischen Daten, die Vorstellung des „Sicher-am-Patienten“-Curriculums mit vier Lernfeldern sowie konkrete Konzepte für Implementierung und Evaluation.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rettungsdienst, Gewaltprävention, Deeskalation, General Aggression Model, Einsatzführung, psychologische Eigensicherung und berufliche Bildung charakterisiert.
Die Unterscheidung hilft dem Rettungsdienstpersonal, eine ethische Leitlinie bei Zwangsmaßnahmen zu finden, um sicherzustellen, dass notwendige Maßnahmen rein dem Schutz vor Schaden dienen und keine Vergeltungsakte sind.
Das Konzept wird als primär auf stationäre Pflegeeinrichtungen ausgerichtet wahrgenommen, wodurch spezifische Herausforderungen des Rettungsdienstes, wie etwa die Dynamik bei Notfalleinsätzen, nicht ausreichend abgebildet werden.
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