Bachelorarbeit, 2017
65 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theorie und Konzepte
2.1 Sozialer Kontext und Policy-Einstellungen
2.2 Individual-Prädiktoren und Policy-Einstellungen
2.2.1 Persönlichkeitsfaktoren
2.2.2 Soziale Faktoren
3. Modell und Hypothesen
4. Datengrundlage und Operationalisierung
4.1 Affekt
4.2 Ideologie
4.3 Erfahrung
4.4 Sozialer Kontext
4.5 Kontrolle
4.6 Policy-Einstellung
5. Methoden
6. Analyse und Ergebnisse
6.1 Deskriptiv
6.2 Regression mit Stadtteil-Dummy
6.3 Mehrebenenmodell
6.4 Modellvergleich Individualebene
6.5 Test zur Multikollinearität
6.6 Regressionsdiagnostik
7. Fazit, Diskussion und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des sozialen Kontexts auf individuellen Einstellungen zur Asylpolitik in Stuttgart. Dabei soll analysiert werden, ob sozioökonomische Rahmenbedingungen der Wohnumfelder (Stadtteile) die Meinungsbildung der Bürger systematisch beeinflussen oder ob diese primär durch individuelle Persönlichkeitsfaktoren geprägt wird.
2. Theorie und Konzepte
Der Begriff Einstellungen bezieht sich auf Urteile, die Menschen treffen um verschiedene Objekte in ihrer Umwelt zu bewerten. Die menschliche Verarbeitung von Eindrücken ist geprägt von diesen Evaluationen, die einer Kategorisierung in positiv, negativ oder indifferent und damit vordergründig der Vereinfachung der Umwelt dienen (vgl. Albarracín et al. 2005: 3). Zusammenfassend eignet sich die Definition von Eagly/Chaiken: „Einstellungen sind psychologische Tendenzen, die sich in der Bewertung eines bestimmten Objekts mit einem gewissen Grad an Zustimmung oder Ablehnung äußert. Psychologische Tendenz kann als interner Zustand einer Person verstanden werden“ (Eagly/Chaiken 1993: 1). Genannte Tendenzen werden sowohl aus dem Gedächtnis oder bereits feststehenden Standpunkten heraus getroffen als auch spontan und ohne umfassende Vorüberlegungen. Dieser Auffassung folgend umfassen politische Einstellungen Orientierungen von Individuen gegenüber politisch behafteten Themen; vorausgesetzt das politische System und seine Bestandteile sind im Wissen, den Gefühlen und Bewertungen der Individuen verankert (vgl. Almond/Verba 1963: 14).
Politische Themen dienen als Objekte, die positive oder negative Reaktionen bei den Subjekten, also den Individuen, hervorrufen. Zu politischen Themen allgemein oder im Fall der Bewertung bestimmter Policies werden diese Reaktionen als „politische Einstellung“ oder „Policy-Einstellung“ bezeichnet. Im Kontext dieser Arbeit wird ebenfalls der Begriff „Orientierung“ genutzt. Policy-Einstellungen sind demnach politikspezifische Urteile, also ob bestimmte politische Maßnahmen unterstützt oder abgelehnt werden. Der Begriff Policy bezieht sich konkret auf die Inhalte des politischen Systems, also u. a. Programme, Gesetzesmaßnahmen. Im Fall dieser Arbeit, die Regulierung der Zuwanderung von Flüchtlingen und deren Aufenthaltsregularien.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas Asylpolitik und stellt die Forschungsfrage nach den Einflussfaktoren individueller Einstellungen im Kontext der Stadt Stuttgart vor.
2. Theorie und Konzepte: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretische Fundierung für die Entstehung von Einstellungen, wobei insbesondere die Rolle von affektiven, kognitiven und sozialen Faktoren sowie des sozialen Kontextes definiert wird.
3. Modell und Hypothesen: Hier werden die Hypothesen über den Einfluss von Nachbarschaftsmerkmalen und individuellen Faktoren auf die Asyl-Policy-Einstellungen explizit formuliert und ein Kausalmodell aufgestellt.
4. Datengrundlage und Operationalisierung: Dieses Kapitel beschreibt den EFIS-Datensatz und die methodische Messbarmachung der theoretischen Konstrukte durch Indizes und Variablen.
5. Methoden: Hier wird der Einsatz der multivariaten Mehrebenenregression als statistisches Instrument zur Analyse geclusterter Datenstrukturen begründet.
6. Analyse und Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die empirische Auswertung der Daten, einschließlich deskriptiver Statistiken, Regressionsanalysen und der Prüfung der Modellgüte.
7. Fazit, Diskussion und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zusammen, diskutiert die vernachlässigbare Rolle des Kontexteffekts und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten.
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Die Bachelorarbeit befasst sich mit der Frage, wie Bürger der Stadt Stuttgart ihre Einstellungen zu asylpolitischen Maßnahmen bilden und welchen Einfluss ihr soziales Umfeld (der Stadtteil) dabei hat.
Die Arbeit verknüpft Erkenntnisse aus der politischen Einstellungsforschung mit Kontextvariablen wie Einkommensniveaus oder Arbeitslosenquoten auf Stadtteilebene.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob sich soziale Makro-Faktoren auf individueller Ebene als Einflussgröße für die Einstellung zur Asylpolitik nachweisen lassen.
Der Autor nutzt eine quantitative Analyse mittels Mehrebenenregression, um sowohl Individualdaten als auch Kontextdaten der Stuttgarter Stadtteile statistisch zu kontrollieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Konzeptualisierung von Einstellungsmodellen, die Beschreibung der Operationalisierung, die methodische Herleitung und die anschließende empirische Datenanalyse.
Wichtige Begriffe sind Asylpolitik, Mehrebenenanalyse, Affekt, Ideologie, sozialer Kontext und politischer Referenzrahmen.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der soziale Kontext der Stadtteile in Stuttgart kaum Einfluss auf die Einstellungen hat; die Varianz wird fast vollständig durch individuelle Faktoren wie Affekt und Ideologie erklärt.
Affekt stellt sich als der stärkste und stabilste Prädiktor für die Einstellungen gegenüber Asylpolitik heraus, noch vor ideologischen Überzeugungen oder rationalen Kalkulationen.
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