Magisterarbeit, 2012
84 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
1.3 Die Autorin Tawada Yōko und ihr Werk
1.4 Rezeption und aktueller Forschungsstand
2. Intersektionalitätsforschung und Anwendung in der Literatur
2.1 Grundannahmen der Intersektionalitätstheorie
2.2 Entwicklung der Intersektionalitätstheorie
2.3 Kritikpunkte an der Intersektionalitätstheorie
2.4 Intersektionale Aspekte in Literatur
3. Das Werk „Perusona“ von Tawada Yōko
3.1 Inhaltsangabe
3.2 Charakterisierung von Michiko
3.3 Personenkonstellation
3.3.1 Michiko-Kazuo
3.3.2 Michiko-Thomas
3.3.3 Michiko-Katharina
3.3.4 Michiko-Frau Sada/Frau Yamamoto
3.3.5 Michiko-Frau Steif
4. Analyse von „Perusona“ unter dem Aspekt der Intersektionalität
4.1 race und nation
4.1.1 Umgang mit dem Fremden
4.1.2 Wahrnehmung des Eigenen
4.1.3 Gesellschaftliche Strukturen in Japan und Deutschland
4.2 gender und sex
4.2.1 Diskriminierung von Frauen
4.2.2 Das Bild der Frau in Japan und Deutschland
4.3 class
4.4 (dis-)ability
4.5 Die Bedeutung der intersektionalen Verknüpfungen
4.5.1 Gegenseitige Abhängigkeit der Diskriminierungen
4.5.2 Verstärkung der Diskriminierung
4.5.3 Abschwächung der Diskriminierung
4.5.4 Veränderung der Diskriminierung
Diese Arbeit analysiert die intersektionalen Aspekte in Tawada Yōkos Werk „Perusona“. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie soziale Differenzierungskategorien wie Race, Gender, Klasse und Behinderung miteinander verwoben sind und die Charaktere sowie den Erzählfluss beeinflussen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Zusammenwirken dieser Kategorien liegt.
4.1.1 Umgang mit dem Fremden
In dem Werk „Perusona“ gibt es viele Stellen, an denen der Umgang mit Stereotypen und mit Selbst- und Fremdbildern dargestellt wird. Um zu begreifen, wie in „Perusona“ die Selbst- und Fremdbilder innerhalb der Kategorie Rasse/Nation in Szene gesetzt werden und welche Diskriminierungsformen man dort erkennen kann, sollen die unterschiedlichen Pattern beim Umgang mit dem Fremden betrachtet werden. Diese können positiv, in Form von Faszination, erscheinen, oder durch Verhaltensformen wie Ablehnung, Abwertung oder Ausgrenzung negativ gefärbt sein. Die folgende Ausführung orientiert sich vorwiegend an dem Essay von Maren Mordau zu Fremdheitskonstruktionen in „Perusona“.
- Faszination -
Die Faszination gegenüber dem Fremden lässt sich mit Faulstichs Theorie zur Darstellung des Fremden erklären. Sie entspricht dem Konzept der Exotik, die Faulstich als das „Fremde als das noch Unbekannte, als das zu Entdeckende, zu Erobernde“ (Faulstich 1996: 414) definiert. Man wird gerade deshalb von dem Unbekannten angezogen und fasziniert, weil es noch fremd und exotisch ist. In „Perusona“ erkennt man diese Haltung an Michiko, die wie durch eine unsichtbare Kraft vom Fremden angezogen wird, als sie sich ins Ausländerviertel begibt. (vgl. ebd.: 32) Thomas empfindet die gleiche Anziehung zu Michiko. Das wird im Gespräch über den Ursprung des Namens „Michiko“ deutlich illustriert.
„Michiko erinnerte sich, dass sie einmal von Thomas gefragt wurde, was der Name ‚Michiko‘ bedeute. Als Michiko antwortete, dass es ‚Dao‘ bedeute, zogen sich seine Augen zusammen und er blickte sie voller Neid an. [...] Die Michiko mit dem Namen, der ‚Dao‘ bedeutete schien für Thomas plötzlich in weiter Ferne zu sein, obwohl sie direkt vor ihm stand. “ (Tawada 1998: 64)
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der intersektionalen Diskriminierung ein, legt das Ziel der Arbeit fest und stellt die Autorin Tawada Yōko sowie den Forschungsstand dar.
2. Intersektionalitätsforschung und Anwendung in der Literatur: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Intersektionalitätsforschung und deren Relevanz für literarische Analysen.
3. Das Werk „Perusona“ von Tawada Yōko: Hier wird das primäre Analyseobjekt vorgestellt, inklusive einer Inhaltsangabe sowie einer Charakterisierung der zentralen Figuren und deren Konstellationen.
4. Analyse von „Perusona“ unter dem Aspekt der Intersektionalität: Das Herzstück der Arbeit untersucht spezifische Kategorien wie Race, Gender, Klasse und (Dis-)Ability und deren komplexe Wechselwirkungen in der Erzählung.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Notwendigkeit einer intersektionalen Analyse für das Verständnis von Tawadas Werk.
Intersektionalität, Tawada Yōko, Perusona, Race, Nation, Gender, Diskriminierung, Identität, Entfremdung, Klasse, Disability, Japan, Deutschland, Migration, Poststrukturalismus.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse intersektionaler Aspekte in Tawada Yōkos Kurzgeschichte „Perusona“, wobei die Verknüpfung verschiedener Diskriminierungskategorien untersucht wird.
Die zentralen Themenfelder sind die Intersektionalitätsforschung, die Konstruktion von Fremdheit, Geschlechterrollen im Vergleich von Japan und Deutschland sowie der Identitätsverlust.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich soziale Unterdrückungsmechanismen aufgrund von Race, Gender, Klasse und Behinderung in der Erzählung überschneiden und die Charaktere sowie den Erzählfluss maßgeblich prägen.
Die Autorin wendet die Theorie der Intersektionalität an und führt eine Mehrebenenanalyse durch, die Mikro-, Meso- und Makroebenen sowie die symbolische Repräsentationsebene einbezieht.
Im Hauptteil werden die Kategorien Race/Nation, Gender/Sex, Class und (Dis-)Ability einzeln analysiert und anschließend ihre komplexen Wechselwirkungen in spezifischen Episoden der Erzählung untersucht.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Intersektionalität, Identitätskonstruktion, Diskriminierungsformen und interkulturelle Literatur kennzeichnen.
Die Nō-Maske symbolisiert Michikos verzweifelten Versuch, eine Identität als Japanerin zurückzugewinnen, was jedoch in der Erzählung als gescheiterte Identitätsfindung und neue Diskriminierung durch die Außenwelt dargestellt wird.
Seon Ryon wird durch intersektionale Stereotype bezüglich seiner Herkunft und seines Geschlechts diskriminiert, wobei erst die religiöse Komponente zu einer temporären Änderung seiner Wahrnehmung durch die Umwelt führt.
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