Bachelorarbeit, 2010
73 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Aufgabenstellung und Zielsetzung der Arbeit
3 Historischer Hintergrund
4 Literaturstudie
4.1 Trauma
4.1.1 Definition von Trauma
4.1.2 Klassifizierung von Traumata
4.2 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
4.2.1 Definition PTBS
4.2.2 Symptome der PTBS
4.2.3 Komplexe PTBS
4.3 Traumatische Erfahrungen im zweiten Weltkrieg
4.3.1 Holocaust
4.3.2 Traumatische Einflüsse des Holocausts auf jüdische KZ-Insassen
4.3.3 Situation pflegebedürftiger jüdischer Holocaust-Überlebender im Alter
4.4 Reaktivierung von Traumatisierungen im Alter
4.5 Demenz
4.5.1 Klassifizierung Demenz
4.5.2 Demenzformen
4.6 Person-zentrierter Ansatz zur Pflege von Menschen mit Demenz nach Kitwood
5 Schnittstelle zwischen Demenz und Retraumatisierung
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Demenz und Retraumatisierung
5.2.1 Schweigen als Überlebensstrategie
5.2.2 Überlebensschuldgefühle
5.2.3 Auslöser und Reaktionen
5.2.4 Interventionen seitens des Pflegepersonals
6 Zusammenfassung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen in der Altenpflege jüdischer Holocaust-Überlebender, die an Demenz erkrankt sind. Ziel ist es, die Schnittstelle zwischen demenziellen Erkrankungen und der Reaktivierung traumatischer Erfahrungen (Retraumatisierung) zu beleuchten und pflegerische Ansätze basierend auf dem person-zentrierten Modell nach Kitwood zu begründen.
5.2.3 Auslöser und Reaktionen
Im Hinblick der individuellen Geschichte jedes einzelnen Bewohners einer Pflegeeinrichtung gibt es bestimmte Trigger (Auslöser), die an Ereignisse während der Verfolgung im Holocaust erinnern. Das durch vielfältige psychische Strategien verdrängte Trauma wird wieder aktiviert und bringt schmerzvolle Erinnerungen zurück ans Tageslicht (vgl. Leonhard, 2005, S. 164-165). Die normalen Gegebenheiten im Alltag der Einrichtungen können schmerzvolle Erinnerungen auslösen und gerade Menschen mit Demenz sind diesen Auslösern vollkommen ausgesetzt. Die medizinischen und pflegerischen Erfordernisse verdeutlichen oft, wie sehr Gegebenheiten im Alltag traumatische Erinnerungen auslösen und die gegenwärtige Situation zur damaligen Situation werden lassen. Eine Pflegeperson ist, soweit es möglich ist, mit der Biografie des Überlebenden vertraut. Dennoch ist es nicht möglich, jedes Detail eines schwerwiegenden Traumas zu kennen, wodurch Sachverhalte und Gegenstände zum Auslöser einer Retraumatisierung werden können, womit eine Pflegekraft nie gerechnet hätte. Eine prekäre Situation, die immer wieder in der Arbeit mit Holocaust-Überlebenden erwähnt wird, ist die Angst vor Duschen. Viele Überlebende weigern sich, eine Dusche zu betreten und können in vehemente Hysterie und Abneigung ausbrechen, wenn sie eine Dusche nur sehen. Somit gilt die Dusche als schwerwiegender Trigger (Auslöser) für Retraumatisierungen (vgl. Leonhard, 2005, S. 216).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Traumafolgen bei Holocaust-Überlebenden in der heutigen Altenpflege und deren Relevanz.
2 Aufgabenstellung und Zielsetzung der Arbeit: Definition des Forschungsfokus auf jüdische Überlebende mit Demenz und die Erörterung pflegerischer Herausforderungen.
3 Historischer Hintergrund: Darstellung der historischen Fakten zum Holocaust als Basis für das Verständnis der traumatischen Erlebnisse der Betroffenen.
4 Literaturstudie: Fundierte theoretische Auseinandersetzung mit den Begriffen Trauma, PTBS, Demenz und dem person-zentrierten Pflegeansatz nach Kitwood.
5 Schnittstelle zwischen Demenz und Retraumatisierung: Analyse der empirischen Daten aus Interviews zur Verknüpfung von Demenzsymptomen und Retraumatisierungserfahrungen.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Arbeit mit dem Fazit, dass person-zentrierte Pflege und menschliche Zuwendung entscheidend für die Begleitung traumatisierter Überlebender sind.
Holocaust-Überlebende, Altenpflege, Demenz, Retraumatisierung, PTBS, Person-zentrierter Ansatz, Kitwood, Traumatisierung, Biografiearbeit, Pflegeinterventionen, Trigger, Überlebensschuldgefühle, Holocaust, Pflegequalität, Trauma-Reaktivierung
Die Arbeit befasst sich mit der Situation jüdischer Holocaust-Überlebender in der Altenpflege, die zusätzlich an einer Demenz erkrankt sind und bei denen es durch die Krankheit vermehrt zu Retraumatisierungen kommt.
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen von KZ-Haft und Verfolgung, den Symptomen der PTBS, den Herausforderungen bei demenziellen Erkrankungen und der praktischen Anwendung des person-zentrierten Ansatzes nach Kitwood.
Ziel ist es, die Schnittstelle zwischen demenzieller Erkrankung und Retraumatisierung theoretisch zu fundieren und pflegerische Ansätze zu finden, die den Betroffenen Sicherheit und Wohlbefinden ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturstudie sowie auf qualitative Experteninterviews mit Pflegepersonal und einer Pflegedienstleitung in einem jüdischen Altenwohnheim.
Der Hauptteil analysiert theoretisch Trauma und Demenz, beleuchtet spezifische Auslöser für Retraumatisierungen im Pflegealltag und diskutiert Strategien wie das person-zentrierte Pflegemodell zur Unterstützung der Überlebenden.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Holocaust-Überlebende, Retraumatisierung, Person-zentrierter Ansatz, Demenz und Biografieorientierung geprägt.
Das Duschen kann bei Holocaust-Überlebenden aufgrund von Assoziationen mit den menschenunwürdigen Zuständen in den Konzentrationslagern, wie beispielsweise der Angst vor der Gaskammer, starke Hysterie und Abwehrreaktionen auslösen.
Das Modell nach Kitwood betont, dass die Person mit Demenz in ihrem vollen Menschsein anzuerkennen ist. Es dient dazu, durch positive zwischenmenschliche Beziehungen und die Achtung der Lebensgeschichte das "Personsein" zu bewahren und Stress für die Überlebenden zu minimieren.
Durch den Abbau kognitiver Fähigkeiten und den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses sind die Betroffenen stärker in ihrer Vergangenheit gefangen, wodurch traumatische Erlebnisse ungefiltert und mit hoher Intensität in der Gegenwart wiedererlebt werden können.
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