Masterarbeit, 2015
76 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Leistungsindikatoren als Maßstab zur Bewertung der Unternehmensleistung
2.1 Abgrenzung finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren
2.2 Zweckmäßigkeit des Einsatzes von Leistungsindikatoren
2.3 Grenzen der Aussagekraft von Leistungsindikatoren
3. Normativer Rahmen zur Berichterstattung von Leistungsindikatoren
3.1 Handelsrechtliche Bestimmungen
3.2 Vorgaben des DRSC
3.2.1 Einführung von DRS 20 - Konzernlagebericht
3.2.2 Bestimmungen des DRS 20
3.3 IFRS PS Management Commentary
3.4 Aktuelle Entwicklungen in der EU
4. Gegenwärtiger Erkenntnisstand zum Einbezug von Leistungsindikatoren
5. Empirische Untersuchung zum Einbezug von Leistungsindikatoren
5.1 Methodische Vorgehensweise der Erhebung
5.1.1 Datengrundlage und Zielsetzung
5.1.2 Erhebungsmethodik
5.2 Ergebnisse der Untersuchung
5.2.1 Kategorisierung der einbezogenen Leistungsindikatoren
5.2.2 Normkonformität der Berichterstattung
5.2.2.1 Hervorhebung der bedeutsamsten Leistungsindikatoren und klare Abgrenzung von weiteren Kennzahlen
5.2.2.2 Konsistente Berichterstattung im Konzernlagebericht
5.2.2.3 Follow-up-Berichterstattung
5.2.2.4 Darstellung der Entwicklung der Leistungsindikatoren
5.2.2.5 Genauigkeit in der Prognostizierung der Leistungsindikatoren
5.2.2.6 Darstellung der Berechnung und Überleitung finanzieller Leistungsindikatoren
5.2.2.7 Aussagekraft der einbezogenen Leistungsindikatoren
5.2.3 Qualitative Analyse der Berichtspraktiken
6. Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Qualität und Entwicklung der Berichterstattung finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren in den Konzernlageberichten von Unternehmen des DAX und MDAX im Kontext der Einführung und Anwendung des Rechnungslegungsstandards DRS 20.
2.1 Abgrenzung finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren
Die Berichtspflichten zum Einbezug von finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren sind in der Vergangenheit kontinuierlich gestiegen. Allerdings verzichtet der Gesetzgeber in den handelsrechtlichen Bestimmungen auf eine Definition des Begriffs des Leistungsindikators. Das DRSC, der Standardsetter für Deutsche Rechnungslegungs Standards (DRS), definiert hingegen den Leistungsindikator als qualitative oder quantitative Größe, "die der Beurteilung eines Aspekts der Leistung eines Unternehmens dient".5 Auf eine terminologische Abgrenzung finanzieller und nichtfinanzieller Leistungsindikatoren wird jedoch verzichtet. Um ein einheitliches Verständnis zu gewährleisten, sind daher die Begrifflichkeiten vorab zu definieren und voneinander abzugrenzen.
Auch wenn die handelsrechtlichen Bestimmungen keine Definition vorsehen, liefert der Regierungsentwurf des BilReG ein erstes Verständnis für den Begriff des finanziellen Leistungsindikators. Demnach dienen finanzielle Leistungsindikatoren zur Analyse der zentralen Leistungsmerkmale eines Unternehmens.6 Beispielhaft aufgeführt werden an dieser Stelle Ergebnisentwicklung und -komponenten sowie Liquidität und Kapitalausstattung.7 Finanzielle Leistungsindikatoren bilden somit Aspekte ab, die einen Anhaltspunkt für die erbrachte Leistung eines Unternehmens im Geschäftsjahr bieten.8 Der Wortlaut "finanziell" bedeutet in diesem Kontext nicht, dass nur Leistungsindikatoren zur Analyse der Finanzlage darzustellen sind.9 Hier kann von einer zu engen Orientierung am englischen Originalwortlaut der dem BilReG zugrunde liegenden Modernisierungsrichtlinie der EG ausgegangen werden.10 Der Begriff „finanziell“ drückt entsprechend der angloamerikanischen Diktion vielmehr aus, dass sich ein Aspekt unmittelbar betragsmäßig auf die Rechnungslegung auswirkt.11 Bei finanziellen Leistungsindikatoren handelt es sich folglich um gängige betriebswirtschaftliche Kennzahlen,12 die wettbewerbs- und erfolgsrelevante Umstände darstellen.13 In der Jahresabschlussanalyse erfolgt im Regelfall eine Kategorisierung von Kennzahlen in absolute und relative Größen.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Leistungsindikatoren für die Unternehmenssteuerung und die externe Berichterstattung ein und skizziert das Ziel der Untersuchung im Kontext von DRS 20.
2. Leistungsindikatoren als Maßstab zur Bewertung der Unternehmensleistung: Dieses Kapitel definiert und grenzt finanzielle von nichtfinanziellen Leistungsindikatoren ab und erörtert deren Zweckmäßigkeit sowie Grenzen der Aussagekraft.
3. Normativer Rahmen zur Berichterstattung von Leistungsindikatoren: Der Abschnitt erläutert die rechtlichen Grundlagen für die Berichterstattung, insbesondere durch das HGB, den DRS 20, den IFRS PS Management Commentary sowie aktuelle EU-Richtlinien.
4. Gegenwärtiger Erkenntnisstand zum Einbezug von Leistungsindikatoren: Hier wird der Forschungsstand und die Rolle der DPR bei der Überprüfung der Berichterstattung von Leistungsindikatoren in der Vergangenheit zusammengefasst.
5. Empirische Untersuchung zum Einbezug von Leistungsindikatoren: Das Kernkapitel beinhaltet die methodische Vorgehensweise und die detaillierte Präsentation der Untersuchungsergebnisse zur Kategorisierung und Normkonformität der Berichte.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse der Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Relevanz und Weiterentwicklung der Berichterstattung von Leistungsindikatoren.
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Die Master Thesis untersucht die Berichtspraxis von finanziellen und nichtfinanziellen Leistungsindikatoren in Konzernlageberichten von Unternehmen der Indizes DAX und MDAX unter dem Einfluss der Einführung von DRS 20.
Die Arbeit fokussiert sich auf die Kategorisierung der Indikatoren, die Einhaltung normativer Anforderungen bei der Berichterstattung sowie die Qualität und Konsistenz der dargestellten Kennzahlen über verschiedene Abschnitte des Lageberichts hinweg.
Das Ziel ist es, erstmals eine Beurteilung der Entwicklung der Berichterstattung im Jahr der Zweitanwendung von DRS 20 zu ermöglichen und fundierte Aussagen über die Qualität der Darstellung und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu treffen.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Analyse zur Kategorisierung der Daten sowie eine deskriptive Auswertung basierend auf einem Kriterienkatalog, ergänzt durch ein Scoringmodell zur unternehmensindividuellen Qualitätsbewertung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der normativen Rahmenbedingungen, die Darstellung des Erkenntnisstandes sowie eine umfassende empirische Untersuchung, die Kennzahlen aus Geschäftsberichten analysiert und bewertet.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Leistungsindikatoren, DRS 20, Management Approach, Konzernlagebericht, Normkonformität und Unternehmenssteuerung geprägt.
Die Untersuchung zeigt unter anderem, dass Unternehmen des DAX eine höhere formale Berichtsqualität aufweisen, während im MDAX in Bezug auf die konsistente Darstellung im Vergleich zum Vorjahr signifikante Verbesserungen erzielt wurden.
Obwohl finanzielle Kennzahlen dominieren, zeigen die Ergebnisse, dass nichtfinanzielle Indikatoren an Bedeutung gewinnen, insbesondere bei DAX-Unternehmen, wobei deren Auswahl jedoch weniger homogen erfolgt als bei finanziellen Größen.
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