Masterarbeit, 2017
56 Seiten, Note: 3,0
1. Einleitung
Fragestellung
Methodische Vorgehensweise
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Kulturelle Inklusion
2.2 Theaterspiel
2.3 Geistige Behinderung
2.4 Identitätsentwicklung
3. Förderrelevante Besonderheiten und Fähigkeiten
4. Förderschwerpunkte und die Möglichkeiten des Theaterspiels
4.1 Ich-Kompetenzen
4.1.1 Verbale Kommunikationsfähigkeiten
4.1.2 Körperbewusstsein
4.1.3 Wahrnehmung
4.1.4 Selbstvertrauen und persönlicher Freiheit
4.2 Wir-Kompetenzen
4.2.1 Empathie
4.2.2 Sozialverhalten
4.2.3 Disziplin
4.2.4 Kooperation
5. Zuschauer
6. Organisatorische Rahmenbedingungen
6.1 Ausstattung und Räumlichkeit
6.2 Methodische Kriterien und Fördermöglichkeiten
6.2.1 Tanz
6.2.2.Musik
6.2.3 Textproduktion
6.2.4 Improvisation
6.2.5 Rollenvielfalt
6.3 Voraussetzungen seitens der PädagogInnen als SpielleiterInnen
7. Arten des Theaterspiels für Menschen mit geistiger Behinderung
7.1 Pantomime
7.2 Puppentheater
7.3 Masken
7.4 Schwarzlichttheater
7.5 Schattentheater
8. Praxisbeispiele
9. Fazit
Diese Arbeit untersucht, inwiefern Theaterpädagogik die Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung im Kontext kultureller Inklusion unterstützen kann. Dabei wird das Theaterspiel als Raum betrachtet, um soziale Kompetenzen zu stärken, Ausdrucksmöglichkeiten zu erweitern und die Wahrnehmung des eigenen Selbsts zu fördern.
4.1.3 Wahrnehmung
Selbst wenn eine natürliche und soziale Umwelt im alltäglichen Tun wahrgenommen wird, ist die Fähigkeit, diese Umwelt mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu erleben, sehr gering. Die Wahrnehmungsübungen können dabei helfen, bewusst zu machen, was in bestimmten Situationen wahrgenommen wird, wie diese Wahrnehmungen von außen und durch Situationen eingeschränkt sein können und welchen Einfluss sie auf das Bewusstsein und Verhalten haben können. Wenn andere Wahrnehmungen ausgeschaltet oder eingeschränkt sind, werden die TeilnehmerInnen gezwungen, sich auf eine Sache zu konzentrieren und damit durch eine Sinneswahrnehmung die Prozesse bewusst zu erleben. Zum Beispiel wird eine Situation vorgeschlagen, in der die TeilnehmerInnen weder sehen noch hören können. „Solche Einschränkungen verfremden die Alltagswahrnehmung, heben bestimmte Sinneswahrnehmungen hervor und eröffnen damit die Möglichkeit sie bewusst zu empfinden.“ (Scheller 1998, 38)
Die intensiven Sinneserlebnisse erweitern die Fähigkeiten der DarstellerInnen und ermöglichen im weiterem die soziale Situationen anders zu erleben und zu erkennen. (vgl. Scheller 1998, 38) Die Wahrnehmungsfähigkeit der Teilnehmenden kann man durch Wiederholung und Variierung steigern. (vgl. Sahm 2011, 17)
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation durch eigene Theatererfahrungen und erläutert ihre Absicht, die Rolle der Theaterpädagogik für Kinder mit geistiger Behinderung zu untersuchen.
2. Begriffsdefinitionen: Hier werden theoretische Grundlagen zu den zentralen Begriffen wie kulturelle Inklusion, Theaterspiel und Identitätsentwicklung aus sonderpädagogischer Perspektive erläutert.
3. Förderrelevante Besonderheiten und Fähigkeiten: Dieses Kapitel fokussiert auf die Stärken und Wahrnehmungsweisen von Kindern mit geistiger Behinderung, um Pädagogen ein tieferes Verständnis für die Förderung zu ermöglichen.
4. Förderschwerpunkte und die Möglichkeiten des Theaterspiels: Es wird analysiert, wie Theaterspiel gezielt Ich- und Wir-Kompetenzen stärken kann, unterteilt in motorische, emotionale, soziale und kognitive Aspekte.
5. Zuschauer: Die Bedeutung des Publikums als integraler Bestandteil des Kommunikations- und Identitätsprozesses im Theater wird hervorgehoben.
6. Organisatorische Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel liefert praktische Empfehlungen zu Raumgestaltung, Probenstruktur, Materialeinsatz und den Anforderungen an die Spielleiter.
7. Arten des Theaterspiels für Menschen mit geistiger Behinderung: Verschiedene theaterpädagogische Formen wie Pantomime, Puppentheater, Masken, Schwarzlicht- und Schattentheater werden hinsichtlich ihrer Eignung und Wirkung vorgestellt.
8. Praxisbeispiele: Anhand von konkreten Theatergruppen und Projekten werden die Möglichkeiten und Herausforderungen inklusiver Theaterarbeit in der Realität illustriert.
9. Fazit: Die Autorin fasst ihre Erkenntnisse zusammen, reflektiert den aktuellen Stand der Inklusion im Theater und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung.
Theaterpädagogik, Geistige Behinderung, Inklusion, Identitätsentwicklung, Ich-Kompetenz, Wir-Kompetenz, Soziales Lernen, Schwarzlichttheater, Schattentheater, Sonderpädagogik, Theaterarbeit, Körperwahrnehmung, Teilhabe, Selbstvertrauen, Kreativität
Die Arbeit untersucht, wie Theaterspiel als sonderpädagogisches Mittel eingesetzt werden kann, um die Identitätsentwicklung und die sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen mit geistiger Behinderung zu fördern.
Die zentralen Themen sind Identitätsentwicklung, Inklusion, die Förderung von Ich- und Wir-Kompetenzen sowie die praktische Anwendung verschiedener Theaterformen (z.B. Schwarzlichttheater) in pädagogischen Kontexten.
Das Ziel ist es, ein Grundwissen für Pädagogen zu schaffen, um die Möglichkeiten der Theaterpädagogik bei der Arbeit mit besonderen Kindern im Rahmen der kulturellen Inklusion besser nutzen zu können.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie ergänzenden Reflexionen aus der teilnehmenden Beobachtung der Autorin in einer inklusiven Theatergruppe.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsbestimmungen, die Analyse von Förderschwerpunkten, organisatorische Rahmenbedingungen für Proben sowie die detaillierte Vorstellung spezifischer Theatertechniken und Praxisbeispiele.
Wichtige Begriffe sind Theaterpädagogik, inklusive Identitätsentwicklung, sonderpädagogische Förderung, soziale Kompetenz, Selbstvertrauen und kreative Ausdrucksformen.
Das Puppenspiel schafft eine sichere Distanz zum Geschehen und bietet insbesondere nicht-sprechenden Kindern einen indirekten Kommunikationsweg, der ihnen hilft, sich auszudrücken, ohne den direkten Erfolgsdruck der eigenen Person.
Im Schwarzlichttheater rückt die Person in den Hintergrund, während die Handlung und die visuellen Effekte dominieren. Dies erleichtert zurückhaltenden Kindern die Teilnahme, da sie durch die Dunkelheit und schwarze Kleidung weniger beobachtet werden.
Ein unpassender Raum mit zu vielen Ablenkungen kann die Konzentration erschweren. Ein bewusst gewählter Raum bietet hingegen Struktur und unterstützt die Kinder dabei, sich voll auf das Spiel und die eigene Körperwahrnehmung zu konzentrieren.
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