Magisterarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 1,2
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit
2. Terminologische Grundlegungen zum Thema Wissensmanagement
2.1 Der Begriff Wissen in soziologischer Perspektive
2.1.1 Das Verständnis von Wissen im Rahmen dieser Arbeit
2.1.2 Unterschiedliche Wissensarten und die Herausforderung der Wissenskollektivierung
2.2 Wissen managen
2.2.1 Das Managementverständnis im Rahmen dieser Arbeit
2.2.2 Neue Anforderungen an das Management von Wissen
2.3 Wissensmanagement: Terminologische Klärung und Systematisierungsversuch
2.3.1 Das vorläufige Verständnis von Wissensmanagement im Rahmen dieser Arbeit
2.3.2 Systematisierungsansätze und konzeptionelle Grundrichtungen zum Thema Wissensmanagement
3. Ganzheitliches Wissensmanagement als neues Managementkonzept
3.1 Implikationen und Ziele des Ganzheitlichen Wissensmanagements
3.2 Bausteine des Ganzheitlichen Wissensmanagements
3.2.1 „Äußerer Kreislauf“
3.2.2 „Innerer Kreislauf“
3.3 Gestaltungsdimensionen des Ganzheitlichen Wissensmanagements
3.3.1Organisation
3.3.2 Human Ressource Management (Mensch)
3.3.3 Technologie
3.3.4 (Unternehmens)Kultur
3.4 Integrationsversuch: Drei-dimensionaler Modellansatz
3.5 Kritik am Ganzheitlichen Wissensmanagement aus (arbeits)soziologischer Perspektive
3.5 1 Kritikansätze aus Wissenschaft und Praxis
3.5.2. Ganzheitliches Wissensmanagement, Unternehmenskultur und Organisationales Lernen – tatsächlich unterschiedliche Konzeptionen?
3.5.3 Grundsätzliche Kritik an neuen Managementkonzepten
3.6 Fazit und Bilanz zum Ganzheitlichen Wissensmanagement als neues Managementkonzept
4. Giddens’ Theorie der Strukturation als Metatheorie zur Analyse von Ganzheitlichem Wissensmanagement
4.1 Gründe für die Bezugnahme auf Giddens‘ Theorie der Strukturation im Kontext von Ganzheitlichem Wissensmanagement
4.2 Grundannahmen der Strukturationstheorie
4.2.1 Handlungen und Handelnde
4.2.2 Der Strukturbegriff bei Giddens
4.2.3 Dimensionen des Sozialen
4.2.4 Struktur und Handlung - „the duality of structure“
4.4 Inhaltliche und formale Kritik an Giddens‘ Strukturationstheorie
5. Ganzheitliches Wissensmanagement und die Theorie der Strukturation: Relevanz und Nutzen
5.1 Die Strukturationstheorie im Kontext Organisation – bestehende Anwendungen
5.1.1 Organisation als „reflexive Strukturation“ – ein Ansatz von Ortmann, Sydow und Windeler
5.1.2 Strukturationstheoretische Analyse eines wissensintensiven Netzwerkes –ein empirischer Ansatz von Sydow und van Well
5.1.3 Strukturationstheorie und Organisation – ein zusammenfassender Überblick vorliegender Studien
5.2 Strukturationstheoretische Betrachtung von Ganzheitlichem Wissensmanagement
5.2.1 Wissen, Ganzheitliches Wissensmanagement und Strukturation
5.2.2 Human Ressource Management und Wissensarbeiter in strukturationstheoretischer Perspektive
5.2.3 Ganzheitliches Wissensmanagement als Organisation von Wissen
5.2.4 Informations- und Kommunikationstechnikeinsatz als Strukturation
5.2.5 Bausteine des Ganzheitlichen Wissensmanagements in strukturationstheoretischer Perspektive
5.3 Möglichkeiten und Grenzen des Giddens’schen Ansatzes im Kontext von Ganzheitlichem Wissensmanagement
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Managementkonzept des "Ganzheitlichen Wissensmanagements" aus einer arbeitssoziologischen Perspektive, um zu klären, wie dieses Konzept theoretisch fundiert ist und inwiefern es Wissen als strategische Ressource in Organisationen erfolgreich steuerbar macht. Hierbei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwieweit die Theorie der Strukturation von Anthony Giddens als Metatheorie dienen kann, um die Potenziale, Grenzen und die zugrunde liegende Ambivalenz dieses Managementansatzes kritisch zu analysieren.
3.2 Bausteine des Ganzheitlichen Wissensmanagements
Insgesamt herrscht relativ große Übereinstimmung in der Literatur in Bezug auf die „Kernprozesse des Wissensmanagements“. Im Fokus des Interesses stehen dabei die Fragen, wie Transparenz über die vorhandene organisationale Wissensbasis hergestellt werden kann, welche Fähigkeiten sich extern „einkaufen“ lassen, wie neues Wissen geschaffen werden kann, wie man Wissen am besten zur richtigen Zeit an den richtigen Ort bringt, wie sich Wissensanwendung sicherstellen läßt und wie sich die Organisation vor Wissensverlusten schützen kann. Oft liegen die Probleme bei der Implementation allerdings nicht im operativen Kernbereich, sondern in der mangelnden Verankerung des Wissensthemas in der Unternehmensstrategie (siehe Kapitel 3.1). Die Unternehmensleitung muß, wie bereits erwähnt, einen orientierenden und koordinierenden Rahmen für ein Ganzheitliches Wissensmanagement schaffen, das diesem Ziele gibt und ein Kosten-Nutzen-Controlling ermöglicht, was letztlich besonders für seine intraorganisationale Anerkennung von höchster Bedeutung ist (vgl. Bullinger/Prieto 1998, S. 89.).
Probst et. al. (1997) entwickelten einen der verbreitesten Ganzheitlichen Wissenmanagementansätze, dessen Kern die so genannten Bausteine des Wissensmanagement sind (vgl. Probst et. al. 1997, S. 133ff.). Die einzelnen Bausteine werden hierbei als Ganzes und nicht als getrennte Projektschritte verstanden. Jeder Baustein wirft spezifische Fragen auf, die in der Summe dazu beitragen, alle relevanten Problemfelder zu berücksichtigen sowie die Wissenspotentiale erfolgreich zu erschliessen und zu gestalten (vgl. Gomez/Probst 1997, S. 273). Demzufolge ist das Modell des Ganzheitlichen Wissensmanagements als ein Lernkreislauf konzipiert, wobei die einzelnen Elemente (Bausteine) nach zwei Prinzipien angeordnet sind: „Äußerer Kreislauf“ und „Innerer Kreislauf“.
1. Einleitung und Aufbau der Arbeit: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Wissensmanagement in modernen Gesellschaften ein und erläutert die Zielsetzungen sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Terminologische Grundlegungen zum Thema Wissensmanagement: Dieses Kapitel erarbeitet ein gemeinsames Begriffsverständnis für Wissen, Management und Wissensmanagement, um eine Basis für die weitere Analyse zu schaffen.
3. Ganzheitliches Wissensmanagement als neues Managementkonzept: Hier wird das Konzept des Ganzheitlichen Wissensmanagements in seinen Zielen, Bausteinen und Gestaltungsdimensionen vorgestellt und kritisch bewertet.
4. Giddens’ Theorie der Strukturation als Metatheorie zur Analyse von Ganzheitlichem Wissensmanagement: Dieses Kapitel etabliert die Strukturationstheorie von Anthony Giddens als theoretischen Rahmen, um die Beziehung zwischen Handeln und Struktur in Organisationen zu untersuchen.
5. Ganzheitliches Wissensmanagement und die Theorie der Strukturation: Relevanz und Nutzen: Hier werden die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel zusammengeführt, um die Anwendbarkeit der Strukturationstheorie auf das Wissensmanagement empirisch und theoretisch zu prüfen.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Diese Schlussbetrachtung resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und gibt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des Themas.
Wissensmanagement, Ganzheitliches Wissensmanagement, Strukturationstheorie, Anthony Giddens, Organisationssoziologie, Wissensressource, Wissensarbeit, Unternehmenskultur, Organisationslernen, Reflexive Strukturation, Handeln und Struktur, Wissensarbeiter, Managementkonzept, Wissensgesellschaft, Macht und Kontrolle
Die Magisterarbeit untersucht "Ganzheitliches Wissensmanagement" als Managementkonzept aus einer soziologischen Perspektive, wobei insbesondere die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung in Organisationen beleuchtet werden.
Die zentrale Frage ist, wie das Konzept des ganzheitlichen Wissensmanagements durch die Theorie der Strukturation von Anthony Giddens analysiert werden kann, um dessen Potenziale und Grenzen sowie die Wirksamkeit von Wissen in Organisationen besser zu verstehen.
Die Arbeit fokussiert auf die Definition von Wissen, die Analyse von Kernprozessen (Bausteine), die Bedeutung von Organisationskultur und Technologie sowie die Anwendung der Strukturationstheorie zur Untersuchung organisationaler Wissensprozesse.
Die Arbeit nutzt einen theoretisch-analytischen Ansatz. Sie verbindet managementwissenschaftliche Konzepte mit organisationssoziologischen Theorien, insbesondere der Giddens'schen Strukturationstheorie, um eine kritische Analyse des Ganzheitlichen Wissensmanagements durchzuführen.
Im Hauptteil werden zunächst Begriffe geklärt und das Konzept des ganzheitlichen Wissensmanagements mit seinen Dimensionen vorgestellt, gefolgt von einer tiefgreifenden theoretischen Fundierung mittels Giddens' Theorie der Strukturation.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Wissensmanagement, Strukturationstheorie, Giddens, Organisationssoziologie, Wissensressource und Organisationslernen.
Die Autorin definiert Wissen in Anlehnung an von Cranach (1995) als aufbewahrte Information, die in einem Trägersystem verankert ist, und betont dabei den prozessualen Charakter von Wissen als Struktur und Medium des Handelns.
Die Theorie wird herangezogen, weil sie das wechselseitige Bedingungsverhältnis zwischen Struktur und Handeln beschreibt, was hilft, Wissensmanagement nicht nur als statisches Werkzeug, sondern als dynamischen sozialen Prozess zu verstehen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Wissen nur teilweise steuerbar ist. Insbesondere implizites Wissen entzieht sich einer direkten Steuerung, weshalb das Management eher auf die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen (Kontextsteuerung) setzen sollte.
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