Bachelorarbeit, 2017
30 Seiten
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Einführung
1. Zur Herkunft von „Schneewittchen“
2. Erzählstruktur des Märchens
2.1. Die Methodologie von Wladimir Propp und deren Bedeutung für die Literaturwissenschaft
2.2. Folgerungen aus Propps Methode
3. Vergleich der Fassungen
3.1 Stilistische und sprachliche Unterschiede
3.2 Charaktere
3.3 Tod der bösen Königin
Fazit
Diese Arbeit untersucht die didaktischen und pädagogischen Modifikationen in J.J.A. Goeverneurs niederländischer Übersetzung des Märchens „Schneewittchen“ von 1861. Dabei wird analysiert, inwiefern ideologische Anpassungen hinsichtlich Ethik, Religion und Geschlechterrollen vorgenommen wurden, um das Märchen für ein junges Publikum im 19. Jahrhundert anzupassen.
1. Zur Herkunft von „Schneewittchen“
Das Märchen „Schneewittchen“ ist in der ganzen Welt bekannt. Schon lange bevor die Brüder Grimm es um 1812 in die erste schriftliche Märchensammlung Kinder- und Hausmärchen aufnahmen, muss es „Schneewittchen“ als Geschichte gegeben haben, schreibt Steven Jones in „The Pitfalls of Snow White Scholarship.“ Bis ins 18. Jahrhundert wurden Volksmärchen nicht aufgeschrieben, sondern blieben dank mündlicher Erzähltraditionen mehr oder weniger erhalten.
Wie lange dieses Märchen schon existiert, ist deswegen nicht genau zu sagen, aber Jones erwähnt, bereits im zehnten Jahrhundert sei das Märchen sowohl in der gaelischen als in der skandinavischen Kultur bekannt; „Schneewittchen“ sei mithilfe der Wikinger in Deutschland verbreitet worden.
Die Geschichte von der Prinzessin bei den sieben Zwergen kennt allerdings nicht nur eine Fassung. Die bekannteste Version, die wir in der Märchensammlung von Jakob und Wilhelm Grimm lesen, ist eigentlich eine Kombination verschiedener Versionen einer ähnlichen Geschichte, woraus die Brüder Grimm ihre eigene Version destilliert haben. Neben der Grimmschen Version gab es zu der Zeit ebenfalls ähnliche Fassungen von Ludwig Bechstein, Charles Perrault und Johann K.A. Musäus.
Einführung: Die Einleitung stellt den historischen Kontext der Märchensammlung der Brüder Grimm dar und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der didaktischen Änderungen in der niederländischen Übersetzung von Goeverneur.
1. Zur Herkunft von „Schneewittchen“: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Ursprünge und die mündliche Überlieferung des Märchens sowie die verschiedenen Fassungen, die zur Grimmschen Version führten.
2. Erzählstruktur des Märchens: Hier werden die morphologischen Funktionen nach Wladimir Propp auf „Schneewittchen“ angewendet, um die strukturellen Elemente und die Rollenverteilung der Charaktere wissenschaftlich zu analysieren.
2.1. Die Methodologie von Wladimir Propp und deren Bedeutung für die Literaturwissenschaft: Das Kapitel erläutert Propps Theorie der 31 Märchenfunktionen und sieben Dramatis Personae und ordnet diese kritisch in den strukturalistischen Kontext ein.
2.2. Folgerungen aus Propps Methode: Die Analyse zieht Schlüsse aus der Anwendung der Propp-Methodik auf Schneewittchen, wobei insbesondere die passive Opferrolle der Protagonistin und die marginale Rolle des Prinzen hervorgehoben werden.
3. Vergleich der Fassungen: Dieser Teil widmet sich dem direkten Vergleich zwischen dem deutschen Original von Grimm und der Goeverneur-Übersetzung von 1861 hinsichtlich ihrer inhaltlichen Unterschiede.
3.1 Stilistische und sprachliche Unterschiede: Das Kapitel untersucht sprachliche Anpassungen, wie die Vereinfachung des Satzbaus und die Verharmlosung grausamer Details zugunsten eines kindgerechten Zugangs.
3.2 Charaktere: Hier erfolgt eine detaillierte Charakteranalyse, wobei besonders die Polarisierung der Stiefmutter als „böse“ und die religiöse Überhöhung von Schneewittchens Liebenswürdigkeit beleuchtet werden.
3.3 Tod der bösen Königin: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Endfassungen des Märchens und die explizite Einführung einer religiösen Moral als Strafe für die Gottlosigkeit der Königin.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Goeverneur durch inhaltliche und moralische Zuspitzungen maßgeblich zur Popularisierung des Märchens in den Niederlanden beigetragen hat.
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Die Arbeit untersucht die Unterschiede zwischen dem Originalmärchen „Schneewittchen“ der Brüder Grimm und der niederländischen Übersetzung von J.J.A. Goeverneur aus dem Jahr 1861 unter didaktischen und pädagogischen Aspekten.
Die zentralen Felder sind die vergleichende Literaturwissenschaft, die pädagogische Anpassung von Märchen für Kinder, religiöse Einflüsse auf die Übersetzung und die Darstellung von Geschlechterrollen.
Die Arbeit fragt danach, wie Goeverneur das Märchen in didaktischer Hinsicht verändert hat und welche Bedeutung seine ideologischen Anpassungen für Ethik, Religion und Rollenbilder haben.
Die Analyse stützt sich maßgeblich auf die morphologische Märchenstrukturierung nach Wladimir Propp sowie auf theoretische Ansätze zur Märchen- und Stereotypenanalyse.
Der Hauptteil behandelt die Erzählstruktur, führt einen detaillierten Textvergleich zwischen der deutschen und niederländischen Fassung durch und analysiert die Modifikationen der Charaktere sowie das Ende des Märchens.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Märchenanalyse, Goeverneur, Grimm, Verharmlosung, didaktische Moral, Propp-Struktur und kulturelle Adaption charakterisiert.
Der Autor führt dies auf den calvinistischen Hintergrund der Niederlande im 19. Jahrhundert sowie auf das Theologiestudium des Übersetzers Goeverneur zurück.
Während Schneewittchen bereits bei Grimm stereotyp agiert, verstärkt Goeverneur ihre Naivität und Passivität und hebt stärker ihre „Liebenswürdigkeit“ als christliche Tugend hervor.
Goeverneur fügt eine explizite religiöse Moral hinzu, indem er den Tod der Königin als Strafe für ihre „Gottlosigkeit“ deklariert, was eine deutlichere Schwarz-Weiß-Malerei schafft.
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