Bachelorarbeit, 2017
61 Seiten, Note: 1.7
1. Hinführung zum Thema
1.1. Forschungsüberblick
1.2. Abolitionismus
1.3. Sklavenhandel
1.4. Sklaverei
2. Der Beginn des Abolitionismus
2.1. Die Vordenker: Quäker, Methodisten und Evangelikale
2.2. Der Anfang in England
2.3. Die Schlüsselfigur: Granville Sharp und der Fall Somerset
3. Das Ringen um ein Verbot des Sklavenhandels (1787-1792)
3.1. Thomas Clarkson und die Geburtsstunde der Gesellschaft
3.2. Kampf gegen die Sklaverei: William Wilberforce
3.3. Der Dolben Act und das Ringen um weitere Gesetze (1788-1792)
4. Probleme bei der Durchsetzung (1793-1803)
4.1. Freund oder Feind: Die Jakobiner
4.2. Verharren im Stillstand (1793-1795)
4.3. Politischer Offenbarungseid oder neue Motivation? (1796-1803)
4.4. Slave Trade Limitation Bill und Slave Carrying (1797-1799)
4.5. Trinidad und karibische Kolonien (1798-1802)
5. Die politische Realisierung zum Verbot des Sklavenhandels (1804-1807)
5.1. Motivationsschub und erste irische Abgeordnete im britischen Unterhaus
5.2. Gesetzesvorlagen zum partiellen Verbot des Sklavenhandels (1805)
5.3. Foreign Slave Trade Bill (1806)
5.4. The humble Address to the King (1806)
5.5. Verbot des Sklavenhandels (1807)
5.6. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Gründe für die zwanzigjährige Verzögerung bei der Durchsetzung der Abolition Bill zur Abschaffung des britischen Sklavenhandels, die schließlich im Februar 1807 erfolgreich war, und beleuchtet dabei das Wechselspiel zwischen wirtschaftlichen Entwicklungen sowie politisch-gesellschaftlichen Einflüssen.
2.3. Die Schlüsselfigur: Granville Sharp und der Fall Somerset
Das erste prägende Erlebnis hatte Granville Sharp 1765. Sharp lebte im Haus seines als Arzt tätigen Bruder William, der armen Menschen kostenlos medizinische Hilfe zuteilwerden ließ. Vor der Praxis stieß er auf einen schwarzen, fast zu Tode geschlagenen und misshandelten Sklaven: Jonathan Strong. Tief getroffen über die Brutalität die dem Sklaven widerfahren war nahm sich Sharp gemeinsam mit seinem Bruder dessen Pflege an. Es brauchte zwei Jahre, bis Strong sich davon erholte.
Nach zwei Jahren und im Glauben, sein Sklave wäre damals nach seinem brutalen Übergriff mit der Pistole in der Gosse zu Tode gekommen, entdeckte Strongs Besitzer David Lisle sein ehemaliges Eigentum. Aus Profitgier verkaufte er Strong ohne dessen Wissen für £30 an den Plantagenbesitzer James Kerr. Lisle ließ ihn entführen und bis zum Auslaufen eines Schiffes nach Jamaika in ein Gefängnis setzen. Durch einen Brief Strongs erfuhr Sharp davon, eilte ins Gefängnis und brachte den Fall vor den Lord Mayor of London. Vor Gericht argumentierte Sharp, dass Strong mit seiner Ankunft in England kein Sklave mehr sei, damit der Autorität des Königs unterliege und Anspruch auf den Habeas Corpus erhebe.
1. Hinführung zum Thema: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Stand der Forschung, den Begriff des Abolitionismus sowie die historischen Kontexte von Sklavenhandel und Sklaverei.
2. Der Beginn des Abolitionismus: Es wird die Entstehung der Bewegung durch Quäker und andere religiöse Gruppen sowie die Bedeutung früher Präzedenzfälle wie dem Somerset-Prozess analysiert.
3. Das Ringen um ein Verbot des Sklavenhandels (1787-1792): Der Fokus liegt auf der Gründung der Abolitionsgesellschaft, den Kampagnen von Clarkson und Wilberforce sowie den ersten gesetzgeberischen Versuchen, wie dem Dolben Act.
4. Probleme bei der Durchsetzung (1793-1803): Dieses Kapitel beleuchtet die Schwierigkeiten während der Revolutionskriege, das Aufkommen politischer Widerstände und die Phase des parlamentarischen Stillstands.
5. Die politische Realisierung zum Verbot des Sklavenhandels (1804-1807): Hier wird die finale Phase der politischen Arbeit, die taktische Nutzung internationaler Konflikte und die erfolgreiche Verabschiedung des Slave Trade Act 1807 beschrieben.
Abolitionismus, Sklavenhandel, William Wilberforce, Thomas Clarkson, Granville Sharp, britisches Parlament, Sklaverei, Abolition Bill, Somerset-Fall, Menschenrechte, Koalitionskriege, plantagenwirtschaft, Philanthropie, britische Kolonialmacht, Gesetzgebung.
Die Arbeit analysiert den langen politischen Kampf der britischen Abolitionsbewegung für die Abschaffung des Sklavenhandels im Britischen Empire bis zum erfolgreichen Verbot im Jahr 1807.
Im Zentrum stehen die Aktivitäten der Abolitionsgesellschaft, der parlamentarische Einfluss von Abgeordneten wie William Wilberforce und die Wechselwirkung zwischen moralischen Bestrebungen und wirtschaftlichen Interessen.
Die Autorin untersucht, warum sich die Abolition Bill erst nach 20 Jahren durchsetzen konnte und welche Rolle wirtschaftliche Entwicklungen sowie das politisch-gesellschaftliche Umfeld dabei spielten.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Literatur- und Quellenrecherche basiert, um die verschiedenen Interpretationen der Abolitionsgeschichte kritisch zu würdigen.
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die von den Anfängen der Abolition über die verschiedenen parlamentarischen Hürden bis hin zur finalen politischen Realisierung 1807 reichen.
Zu den prägenden Begriffen zählen Abolitionismus, Sklavenhandel, parlamentarische Kampagnen und der Einfluss der britischen Kolonialpolitik.
Der Fall Somerset fungierte als Schlüsselereignis, das die Rechtslage von Sklaven auf englischem Boden in Frage stellte und den Beginn der organisierten britischen Abolitionsbewegung markierte.
Die Abolitionisten nutzten die Kriegssituation taktisch, um durch ein Verbot des Sklavenhandels in neu eroberten französischen Kolonien indirekt den Sklavenhandel insgesamt zu schwächen, indem sie dies als Maßnahme im nationalen Kriegsinteresse darstellten.
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