Bachelorarbeit, 2017
57 Seiten, Note: 2,0
1. EINLEITUNG
2. BEDIENUNGSANLEITUNG ALS KOMPLEXE TEXTART
2.1 Zweck einer Bedienungsanleitung
2.2 Elemente einer Bedienungsanleitung
2.2.1 Anweisen
2.2.2 Optionen angeben
2.2.3 Beschreiben
2.2.4 Erklären
2.3 Der Schreibprozess bei Bedienungsanleitungen
3. DAS KONZEPT „LEICHTE SPRACHE“
3.1 Das Phänomen „Leichte Sprache“
3.2 Herkunft und Verbreitung
3.3 Der Adressatenkreis „Menschen mit Lernbehinderung“
3.3.1 Der Begriff „Lernbehinderung“
3.3.2 Charakteristika für „Menschen mit Lernbehinderung“
3.3.2.1 Kognitive Leistungen und Lernverhalten
3.3.2.2 Sprachleistungen
3.4 Schritte zur Erstellung einer leicht lesbaren Spielanleitung für die Adressaten „Menschen mit Lernbehinderung“
3.4.1 Adaptionen auf Wortebene
3.4.2 Adaptionen auf Satzebene
3.4.3 Adaptionen auf Textebene
3.5 Reflexion über die Reduzierung der Probleme
4. STUDIE ZUM ADRESSATENKREIS „MENSCHEN MIT LERNBEHINDERUNG“
4.1 Frage und Hypothese
4.2 Verlauf der Studie
4.3 Vorstellung der Probanden
4.4 Methodische Vorgehensweise
4.5 Durchführung der Datenerhebung
4.5.1 Kriterien
4.5.2 Bewertung des Spielens mit der Originalspielanleitung und der Spielanleitung in „Leichter Sprache“
4.5.2.1 Erfüllung des Ausgangszustandes
4.5.2.2 Häufigkeit des Lesens der Spielanleitung
4.5.2.3 Unterstützung vom Spielleiter
4.5.2.4 Spielfluss
4.5.2.5 Regelverstöße
4.5.2.6 Spielfortschritt
4.6 Ergebnisse der Studie
5. FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit des Konzepts „Leichte Sprache“ zur Verbesserung der Verständlichkeit von Bedienungsanleitungen für Menschen mit Lernbehinderungen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob und wie eine Spielanleitung für diese Adressatengruppe angepasst werden muss, um eine eigenständige Nutzung und ein besseres Verständnis des Spielablaufs zu ermöglichen.
3.4.1 Adaptionen auf Wortebene
Wie schon bei den Punkten 3.3.2.1 und 3.3.2.2 erwähnt, kann bei den „Menschen mit Lernbehinderung“ davon ausgegangen werden, dass sie einen eingeschränkten Wortschatz und Wahrnehmungsprobleme haben. Daher sind bei dem Verfassen der Spielanleitung in „Leichter Sprache“ besonders einfache und meist gebräuchliche Wörter wichtig. Demnach geht es um die Verwendung des Grundwortschatzes (vgl. Maaß 2015: 95). In Bezug auf den Ausgangtext der Spielanleitung müssen Wörter und Wortgruppen, wie zum Beispiel „verbergen“ (Z. 3), „Anteil am Schatz sichern“ (Z. 3f.), „Stanztafeln“ (Z. 6), „platziert“ (Z. 8), „Farbcode-Streifen“ (Z. 11), „Kombination“ (Z. 14), „ergattert“ (Z. 26) und „Joker“ (Z. 45), für den „Leichte Sprache“-Zieltext entweder vermieden oder erklärt werden. Gerade das Wort „Farbcode-Streifen“ bildet aufgrund seiner Relevanz für das Spiel einen zentralen Bestandteil. Das bedeutet, es muss auch in der Spielanleitung in „Leichter Sprache“ erscheinen. Dennoch könnten Verständnisprobleme auftreten, da das Wort „Code“ ein Fremdwort ist. Die Ursache für die Verständnisprobleme liegt an der unterschiedlichen Schreibung oder Aussprache des Fremdwortes, die nicht für die deutsche Sprache gilt. Es ist daher empfehlenswert, das Fremdwort zu erklären (vgl. Maaß 2015: 97). In dem Zieltext wird dementsprechend auch eine Erklärung des Fremdwortes „Code“ vorgenommen. Die Adressaten „Menschen mit Lernbehinderung“ sollen dadurch den bestimmten Zusammenhang zwischen dem Farbcode-Streifen und der Tür viel klarer erkennen.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung motiviert die Relevanz der Untersuchung von Bedienungsanleitungen in „Leichter Sprache“ für Menschen mit Lernbehinderungen und skizziert das Forschungsziel.
2. BEDIENUNGSANLEITUNG ALS KOMPLEXE TEXTART: Dieses Kapitel erläutert den Zweck und die komplexe Struktur von Bedienungsanleitungen und analysiert notwendige Sprechhandlungen wie Anweisen, Beschreiben und Erklären.
3. DAS KONZEPT „LEICHTE SPRACHE“: Der Autor beschreibt das Phänomen „Leichte Sprache“, deren Herkunft, Verbreitung sowie die speziellen kognitiven und sprachlichen Bedürfnisse der Zielgruppe „Menschen mit Lernbehinderung“.
4. STUDIE ZUM ADRESSATENKREIS „MENSCHEN MIT LERNBEHINDERUNG“: Dieses Kapitel dokumentiert die empirische Untersuchung, in der die Wirksamkeit einer in „Leichter Sprache“ verfassten Spielanleitung im direkten Vergleich mit einem Originaltext anhand festgelegter Kriterien geprüft wurde.
5. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung mit größeren Stichproben zur Etablierung barrierefreier Anleitungen.
Leichte Sprache, Bedienungsanleitung, Menschen mit Lernbehinderung, Barrierefreiheit, Inklusion, empirische Untersuchung, Sprachdidaktik, Instruktion, Verständlichkeit, Spielanleitung, Sprachregeln, Textanalyse, Kognitive Beeinträchtigung, Kommunikation, Adressatenkreis.
Die Arbeit untersucht, wie Bedienungsanleitungen für Menschen mit Lernbehinderungen durch das Konzept der „Leichten Sprache“ verständlicher gestaltet werden können.
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Analyse von Bedienungsanleitungen, die Definition der „Leichten Sprache“ und die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit Lernbehinderung im Lern- und Leseprozess.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass eine gezielte sprachliche Adaption (nach den Regeln der „Leichten Sprache“) Spielanleitungen für die Zielgruppe zugänglicher macht und die Bedienung des Spiels verbessert.
Es wird eine empirische Studie durchgeführt, bei der ein gewichteter Paarvergleich angewendet wurde, um das Spielverhalten und die Verständlichkeit beim Nutzen der unterschiedlichen Anleitungsformen zu bewerten.
Im Hauptteil werden neben der Theorie der Bedienungsanleitungen und der „Leichten Sprache“ die konkreten Adaptionsschritte auf Wort-, Satz- und Textebene dargestellt sowie die empirische Studie inklusive deren Auswertung präsentiert.
Wichtige Begriffe sind Leichte Sprache, Barrierefreiheit, Inklusion, Lernbehinderung, empirische Untersuchung und Bedienungsanleitung.
Spielanleitungen dienen als praxisnahes Beispiel für eine Bedienungsanleitung, die ein komplexes, zeitlich strukturiertes Handeln erfordert, was für die Zielgruppe eine besondere Herausforderung darstellt.
Sie dienen als Lesehilfe in zusammengesetzten Wörtern, um die Wortgrenzen für die Zielgruppe sichtbar zu machen, ohne die orthographische Struktur der Komposita zu zerstören.
Die Probanden, die mit der in „Leichter Sprache“ verfassten Anleitung spielten, begingen im Vergleich zur Gruppe mit der Originalanleitung keine Regelverstöße, was auf eine höhere Klarheit der Regeln hinweist.
Die Arbeit diskutiert dies differenziert und hebt hervor, dass sie zwar Aspekte kontrollierter Sprachen aufweist, aber aufgrund ihres Anspruchs, in allen Kommunikationsbereichen verständlich zu sein, eher als eigenständige Varietät des Deutschen verstanden wird.
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